Freibad Zuchwil

Freibad wurde eingeweiht, ist aber noch nicht offen

Landammann Roland Fürst (r.) und Zuchwils Gemeindepräsident Stefan Hug schweissten eine Samstagsausgabe dieser Zeitung und andere Dokumente in einen Behälter, der im sanierten Schwimmbad verbaut wird.

Der Termin für die Einweihung mit dem Landammann wurde schon lange fixiert. Deshalb wurde nun die Einweihung des sanierten Freibads auch ohne Badende durchgezogen.

Das Datum für die Einweihungsfeier des sanierten Freibads Zuchwil wurde schon vor langer Zeit festgelegt. Samstag, 1. Juni. Die Arbeiten schienen auch die gewünschten Fortschritte zu machen. Aber das Wetter hat den Verantwortlichen die Terminplanung gründlich vermiest. Eine erste Korrektur sah nach wie vor eine Einweihung am 1. Juni vor. Schwimmen im neuen Becken hätte man aber erst ab 22. Juni dürfen. Nun müssen die Freibadnutzer nochmals zwei Wochen zuwarten. Die komplexe Baustelle fordert ihren Tribut. Erst am Samstag, 6. Juli, öffnen die Tore des komplett sanierten Freibads.

Die Einweihungsfeier wurde am Samstag trotzdem durchgeführt. Man hatte schliesslich Landammann Roland Fürst eingeladen und auch die Einladungskarte war schon gedruckt. In einem kleinen Kreis weihte man – ja was eigentlich – ein? «Wir weihen ein, was vorhanden ist», bleibt Gemeindepräsident Stefan Hug pragmatisch. Die nicht anwesende Bevölkerung werde dann an der Eröffnung des Freibads das erhalten, was sie am vergangenen Samstag hätte erhalten sollen.

Verzögerungen und teurer

«Wir hätten das auch alle anders gewollt, als es gekommen ist», so Hug. Hauptgrund für die ungeliebte Verzögerung seien die Unabwägbarkeiten einer Sanierung. Nicht erwartet habe man, dass die Schweissarbeiten an den Stahlbecken zu Verzögerungen führen würden. Einerseits kann bei feuchten Verhältnissen schlecht geschweisst werden. Andererseits «gibt es in der Schweiz nicht genügend Schweisser».

«Bei einem Neubau hätte man gewusst, auf was man sich einlässt, aber bei einer Sanierung kann plötzlich Unerwartetes auftauchen», erklärt der Leiter des Bauamts, Peter Baumann.

Das lässt sich auch von den Kosten sagen. Der Gemeinderat musste einen Zusatzkredit von 490 000 Franken bewilligen. An der Urne hatte der Souverän einem Kostendach von 9,94 Mio. Franken zugestimmt. Da der Lotteriefonds mehr Geld als angenommen für das Projekt gesprochen hat, verbleiben letztlich Mehrkosten von 290 000 Franken. «Es ist klar: Wir haben zu wenig Reserven im Kredit mit einberechnet», gibt sich Hug schuldbewusst.

Harsche Worte vonseiten der SVP waren in der Gemeinderatsdiskussion vorprogrammiert. Der Gemeindepräsident organisierte aber am Tag vor der Gemeinderatssitzung einen runden Tisch, um eine von der Mehrheit akzeptierte Lösung in den Gemeinderat zu bringen. «Ich wollte es auf eine gute Art lösen, und wir wollten den Volkswillen respektieren.» Am runden Tisch wurde dann die Idee geboren, die restlichen 290 000 Franken in zwei Tranchen von den alljährlichen Investitionen der Gemeinde ins Sportzentrum abzuziehen. Statt mit einer Million muss das Sportzentrum in den nächsten zwei Jahren jeweils mit 850 000 Franken auskommen.

«Für eine gute Sache»

Leidtragender ist neben der Bevölkerung das Sportzentrum. Einerseits werden in den kommenden zwei Jahren die Investitionen beschnitten, andererseits verliert das Sportzentrum die Eintritte eines Monats. «Doppelt gestraft», sagt Stefan Hug. Betriebsleiter Urs Jäggi bestätigt. Aber der Verlust des Monats Juni könne erst im Nachhinein beziffert werden, so Jäggi. Er sei auch nicht begeistert über die Verzögerung, erklärt aber: «Die Verzögerung ist im Sinn der Sache. Für ein gutes Resultat gehen wir auch darauf ein.»

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