«Die heutige Fabrikationsstätte in Bellach genügt den Anforderungen in Punkto Ergonomie und Industrie 4.0 nicht mehr», schreibt die Fraisa in einer Mitteilung. Deshalb ist eine neue Fabrik geplant, die westlich der bestehenden Fabrik in Bellach entstehen wird. Sie soll künftig alle automatisierten CNC-Maschinen sowie alle Produktionsbüros beherbergen. Die heutige Fabrikationshalle wird künftig für Zusatzaufgaben wie die Lehrlingsausbildung und die Werkzeugveredelung Verwendung finden.

Bereits am Montagabend kündigte CEO und CVP-Kantonsrat Josef Maushart im Rahmen des CVP-Wirtschaftsgipfels, der in der Fraisa stattfand, den Ausbau an. Maushart hielt ein Referat in dem er von verschiedenen «Problembereichen» in der heutigen Wirtschaft sprach - Probleme, die trotz derzeit boomender Konjunktur und sinkender Arbeitslosigkeit drohen könnten.

Sollte etwa die Steuervorlage 17 versenkt werden, so Maushart, und internationale Unternehmen nicht mehr privilegiert besteuert werden, drohe  ein «Hauen und Stechen» zwischen den Kantonen um die Ansiedlung solcher Firmen. Der Fraisa-CEO kritisierte weiter, dass gewisse Verhandlungen mit der EU-blockiert seien. Und schliesslich sprach Maushart von aufblühendem Nationalismus und Protektionismus in den USA aber auch in Deutschland.

All dies gefährde den Wohlstand in der Schweiz. Sollte nämlich die EU beispielsweise Zölle auf Werkzeuge in der Schweiz erheben, sei es auch einem Unternehmen wie der Fraisa nicht mehr möglich, in der Schweiz zu produzieren. Als Fraisa wolle man aber jetzt auf den Standort Schweiz und den Standort Solothurn setzen und weiter ausbauen.

20 Millionen Gesamtinvestitionen

Die Gebäudeinvestitionen werden zusammen mit Renovationen und Verbesserungen an der bestehenden Gebäudeinfrastruktur rund 14 Mio. Franken betragen. Mit dem Neubau kann die Fraisa ihre Kapazität am Standort Bellach um 60 Prozent ausbauen. Damit wird das geplante Wachstum für die nächsten 10 Jahre abgedeckt. Im Endausbau ergäbe dies in der Fertigung rechnerisch 60 neue Arbeitsplätze. Weil im Gegenzug aber alle Möglichkeiten modernster industrieller Fertigung realisiert werden sollen, wird das Arbeitsplätzewachstum voraussichtlich nur halb so hoch ausfallen. Der zeitliche Verlauf des Ausbaus wird dabei maßgeblich von der Konjunktur und dem eigenen Geschäftsgang abhängig sein.

Der Neubau wird 2020 bezugsbereit sein. Bis zu diesem Zeitpunkt plant Fraisa alleine am Standort Bellach Gesamtinvestitionen in Höhe von 20 Mio. Franken. In den letzten 7 Jahren wurden am Standort Bellach 24 Mio. Franken in modernste Produktionstechnologie investiert, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit den Standort zu sichern. Diese Anstrengungen sind so erfolgreich, dass Fraisa nun auch den Schritt des Kapazitätsausbaues in der Schweiz tätigen kann. (mgt/nka)