Kriegstetten
Fokus Jugend zeigt «Petterson kriegt Weihnachtsbesuch»

Fokus Jugend zeigt an ihrem Weihnachtsfest in Kriegstetten ein musikalisch umrahmtes Theaterspiel.

Gundi Klemm
Merken
Drucken
Teilen
Lebendige Tiere gibts in diesem Stück nicht.

Lebendige Tiere gibts in diesem Stück nicht.

zvg

Am Donnerstag feierte Fokus Jugend, die (ehemalige) Sonderschule Kriegstetten, das Weihnachtsfest. So wie es Brauch ist, wird immer eine weihnachtliche Geschichte in Szene gesetzt und mit viel Gesang, Musik und Bewegung erzählt.

Ziel des Anlasses ist es, dass alle 94 gegenwärtig an der Schule unterrichteten Kinder und Jugendlichen aktiv in Gesang, Schauspiel, aber auch in Beleuchtung und Technik am Gelingen des Weihnachtsspiels mitwirken können.

43 Mitarbeitende zählt das Kollegium. Es wählte ein Stück des schwedischen Autors Sven Nordqvist aus einem seiner beliebten Kinderbücher. Die Theaterfrauen Selina Meyer, Noemie Erb und Sandra Sokac haben die mit «Petterson kriegt Weihnachtsbesuch» betitelte Geschichte, die deutsch übersetzt vorliegt, der kleinen Schauspieltruppe erzählt. Daraus formten die Mitwirkenden selbst die Szenenfolge, die aus Bühnenspiel und Videosequenzen bestand. Für Kostüme und Bühnenbild verantwortlich war Sandra Friedli. Sacha Schenk regelte die Bühnentechnik.

Keine Weihnachten wegen Beinbruch?

Erzählt wird von Petterson, der sich kurz vor Weihnachten den Fuss bricht. Sein Kater Findus kann sich nicht damit abfinden, dass wegen des Unfalls weder fürs Fest eingekauft noch ein Weihnachtsbaum angeschafft wurde. Zum Trost – «das chunnt scho guet» – darf er aber mit Petterson Weihnachtsguetzli backen. Den fehlenden Weihnachtsbaum ersetzen sie in Marke Eigenbau durch ein mit Tannenzweigen geschmücktes Baumgestell aus Holzlatten.

Sie bleiben zum Glück nicht allein. Das Saubermachen im Haus übernehmen kleine Trolle, die auf der Bühne lustig übereinander purzeln. Und die Nachbarn, die vom Pech gehört haben, kommen mit vielerlei Gaben, die Petterson und Findus jetzt gut gebrauchen können. Dieser Weihnachtsabend erhält so in der Hilfsbereitschaft der Mitwelt seinen besonderen Reiz, wie beide feststellen.

Sogar mit einem Mozart-Kanon

Reizvoll wirkte auch deshalb das Bühnengeschehen, weil der aus Heranwachsenden und etlichen Lehrkräften bestehende Chor, geleitet von Lea Schneider, die Szenen fantasievoll ausschmückte. Beteiligt an Auswahl und Textanpassung war ebenso Christoph Guggisberg. Gesungen wurde in Grossformation, immer wieder mit herausgehobenen Solistengruppen, ein- und mehrstimmig in Mundart, Schwedisch und Englisch. Ein Chorvortrag, basierend auf hiesigen bekannten Volksliedern, formte sich sogar zu einem hübschen Quodlibet.

Vom ganz kecken Wolfgangerl Mozart stammte der Kanon «Bona nox, bist ein alter Ochs». Die musikalische Leiterin sorgte immer wieder für rhythmisch betonte Bewegung im Chor
und dies besonders mit der Trommlergruppe.

Mehrere Weihnachtslieder wie das abschliessende «Stille Nacht» zauberten festliche Atmosphäre. «Jetzt kann Weihnachten kommen», hiess es in einem Lied. Die Hausband, bestehend aus (erwachsenen) Instrumentalisten mit Gitarre, Querflöte oder Trompete, Saxofon, Schlagwerk und dem von Gastpianist Philipp Stampfli gespielten Klavier gaben Begleitungen und Überleitungen einen musikalisch abgewogenen «Sound». Das Publikum drückte seine Freude in viel Beifall aus.