In den intensiv genutzten Anbauflächen des Mittellandes finden Hermeline, Eidechsen, Nattern, Kröten und Libellen kaum noch Platz, weil die für ihr Überleben und die Aufzucht des Nachwuchses wichtigen Kleinstrukturen fehlen. Der Bucheggberg allerdings könnte in seiner Vielfalt von Wald- und weniger intensiv genutzten Landwirtschaftsgebieten ohne Zerschneidung durch grosse Verkehrsachsen einen Mosaikstein zur Erhaltung bedrohter Tierarten bilden.

Der Forstbetrieb Bucheggberg mit Revierförster und Umweltfachmann Mark Hunninghaus hat es sich zur Aufgabe gemacht, hier ein durch eine Studie gestütztes Förderprojekt mit detailliert geplanten Massnahmen in Partnerschaft zu Fachstellen des Kantons und Umweltorganisationen zu initiieren und bis 2022 umzusetzen.

Zu rechnen ist mit Kosten von rund 300'000 Franken. Dazu Hunninghaus: «Uns liegt es am Herzen, als neuen Arbeitszweig für den Forstbetrieb rund 200'000 Franken und für Massnahmen in der Landwirtschaft rund 100'000 Franken, beide zu 98 Prozent bereits finanziert, zu generieren und damit Arbeitsplätze in der Region Bucheggberg zu behalten.»

Was soll entstehen?

Vorgesehen sind an verschiedensten Standorten temporäre kleine Gewässer, Ast- und Steinhaufen entlang von Waldrändern und Feldern sowie Hecken aus naturnahen Gehölzen und abgestufte Waldränder. Viele der bedrohten Kleinlebewesen haben ähnliche Ansprüche, die mit diesem Förderprojekt mittelfristig erfüllt werden können. Beteiligt sind Akteure des Natur und Landschaftsschutzes, Vertreter der Landwirtschaft, um Massnahmen in auch bereits bestehende Projekte einzubetten und Lücken zu füllen.

Ratsmitglied Max Meier bedauerte in der Diskussion, dass kein übergeordnetes Konzept bestehe, sondern unter dem Schlagwort Biodiversität an den unterschiedlichsten Orten etwas unternommen werde, das den nötigen grösseren Zusammenhang nicht ersichtlich werden lasse.

Symbolischer Beitrag

Zwar hat die Einwohnergemeinde Lüterkofen-Ichertswil mit der Renaturierung des Biberenbaches bereits ein eigenes Naturprojekt in Vorbereitung. Doch im Grundsatz stand der Gemeinderat dem Lebensraum-Aufwertungsprojekt mit Sympathie gegenüber. Um in den Genuss von 70'000 Franken aus dem Fonds Landschaft Schweiz zu gelangen, sollte der Forstbetrieb Bucheggberg sich der Mitträgerschaft der Gemeinden versichern.

Zuwendungen haben bereits Lüterswil-Gächliwil und Buchegg zugesagt. Mit 5000 Franken will gemäss einstimmigem Ratsbeschluss auch Lüterkofen-Ichertswil symbolisch zum Gelingen des Projektes beitragen und dazu laut Gemeindepräsident Roger Siegenthaler die Bürgergemeinde mit ins Boot holen.

Verpachtung Stromnetz

In Kürze informierte sich der Rat über den Stand der Dinge bezüglich der Neuverpachtung des Stromnetzes. Am 20. Dezember letzten Jahres war die Kündigung gegenüber der AEK ausgesprochen worden. Wegen der Neuverhandlung des Stromliefervertrages im Jahr 2016, der die Gemeinde zu einem AEK-Partner machte, wurde die Kündigung wegen zu kurzer Frist durch die AEK jedoch abgelehnt, wie Max Meier nach Gesprächen mit dem Energieversorger berichtete. Der nächste Kündigungstermin ist erst für das Jahr 2020 möglich.

Der Gemeinderat beschloss, sich im Kreis der neun bisherigen AEK-Partnergemeinden an einem Gutachten mit Kostenanteil von 2000 Franken zu beteiligen, das ein unabhängiges Fachbüro als Grundlage zur Neuausschreibung der Stromversorgung erarbeitet. Max Meier nimmt als Delegierter der Gemeinde an allen Beratungen der Partnergemeinden teil.