Fünf Gründe gab es, die den Gemeinderat und die Gemeinsame Schule Unterleberberg veranlassten, sich Gedanken über den Ausbau der Schulräume zu machen. Ein in die Jahre gekommener, baufälliger Pavillon, eine leerstehende Hauswartwohnung und eine schlecht ausgenutzte Grundstückfläche an bester Lage. Zudem die Verlegung der Tagesschule von Niederwil nach Flumenthal und veränderte Unterrichtsformen, die mehr Schulraum verlangen.

In der Arbeitsgruppe aus Vertretern von Schule, Gemeinderat, Planern und Bau- und Werkkommission standen vier Varianten zur Diskussion. Die Idee, den bestehenden Pavillon, wo heute Kindergarten und 1. und 2. Klasse einquartiert sind, zu sanieren oder abzureissen und einen Ersatzbau zu erstellen, wurde verworfen. Ebenso fand der Gedanke, einen Neubau südlich des Schulhauses zu realisieren, keinen Anklang. Zu gross wären die Nachteile gewesen. Die Variante vier, einen zweigeschossigen Trakt westlich an den Südflügel des Schulhauses anzubauen, erfüllte alle Vorgaben, die sich die Arbeitsgruppe gesetzt hatte. Der Landbedarf ist gering, Bau- und Unterhaltskosten sind tiefer, die Hauswartwohnung erhält eine neue Bestimmung. Ein Lift macht das ganze Gebäude behindertentauglich.

Ronald Huber vom Architekturbüro Aarplan präsentierte das Projekt an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Der Kindergarten wird im Erdgeschoss des Anbaus Platz finden. Die Hauswartwohnung und der Dachstock werden die Tagesschule beherbergen. Im alten Gebäude werden Räume zu Büros für Schulleitung und Lehrerschaft umgenutzt. Kindergarten, reguläre Schule und Tagesschule haben separate Eingänge.

Für die Realisierung des Anbaus und den Rückbau des Pavillons beantragte der Gemeinderat einen Bruttokredit für 2,3 Mio. Franken. Gemeindepräsident Christoph Heiniger legte der Versammlung ans Herz, dem Projekt zuzustimmen. «Wenn wir nichts machen, würde unsere Gemeinde an Attraktivität verlieren», befürchtete er. Das frei werdende Land, wo heute der Pavillon steht, könnte für den Bau von Alters- und Generationenwohnungen genutzt werden, was ebenfalls ein positiver Standortfaktor wäre.

Aus der Versammlung erwuchs kein Widerstand gegen das Projekt. Finanzkommissionspräsident Fredy Gruber und Gemeinderat Markus Zubler schienen mit ihrer Darstellung der finanziellen Auswirkungen überzeugt zu haben. «Wir können uns das locker leisten», beteuerte Zubler. Er versprach nicht nur, dass der Steuerfuss bei 125 Prozent bleiben werde, sondern stellte gar eine mögliche Senkung auf Ende der Legislaturperiode in Aussicht. Das Fremdkapital von 1,8 Mio. Franken, das aufgenommen werden muss, wird zu einer kurzfristigen pro Kopf Verschuldung von maximal 1400 Franken führen. Ein Wert, den das Amt für Gemeinden als eine kleine bis mittlere Verschuldung taxiert. Das Eigenkapital von zurzeit 2 Mio. Franken werde trotz der hohen Investition zunehmen, erklärte Gruber. Er begründet dies mit dem positiven Rechnungsergebnis im 2017, und damit, dass auch für die nächsten Jahre Ertragsüberschüsse zu erwarten seien. Zubler ist stolz auf den gesunden Finanzhaushalt, den die Gemeinde vorweisen kann. «Der haushälterische Umgang mit den Finanzen macht sich nun bezahlt», lobte er.

Die 56 anwesenden Stimmbürger und -bürgerinnen nahmen den Kredit und die Aufnahme von Fremdkapital ohne Gegenstimmen mit drei Enthaltungen an.