Viele der 57 anwesenden Stimmberechtigten kamen wegen den Anpassungen der Reglemente und Gebühren. Zu reden gab insbesondere die Einführung einer neuen Gebühr für Brunn- und Quellwasser. Die Gemeinde muss ab 1. Januar 2015 dem Zweckverband Abwasserregion Unterer Leberberg (ZAUL) eine Gebühr für Fremdwasser entrichten. Die Gemeinde will diese Gebühr abwälzen an die Verbraucher. Dabei muss unterschieden werden. Wer sein Brunnenwasser versickern lässt, zahlt nichts. Wer das Wasser in die kürzlich von der Gemeinde erstellte Sauberwasserleitung leiten kann, zahlt 100 Franken pauschal pro Jahr.

Bleiben diejenigen übrig, die ihr Brunnenwasser in die Kanalisation abführen müssen. Hier wird die Gebühr auf 120 Franken jährlich pro Minutenliter angesetzt. 77 000 Franken muss Flumenthal an ZAUL entrichten, 47 000 Franken ohne Fremdwasser. Bleiben 30 000 Franken, die bei einem angenommenen Gesamtvolumen von 250 Minutenliter für Flumenthal die Gebühr bestimmten. Die Gebühr führte natürlich bei den Brunnenbesitzern zu Aufruhr.

Manche müssten bei 15 Minutenliter plötzlich 1800 Franken Gebühr bezahlen. Natürlich wurden die Zahlen infrage gestellt, nicht zuletzt vom Brunnenmeister Erhard Schnider.

Die Versammlung genehmigte aber die neue Gebühr, wobei die erste Rechnung erst nach einer Messung im Mai gestellt werde. Da bleibe noch etwas Zeit die Ergiebigkeit der Brunnen zu reduzieren. «Auch 1 bis 2 Minutenliter ergeben einen rechten Wasserstrahl», erklärte Ueli Steiner, Präsident der Bau- und Werkkommission. Alle Anpassungen der Reglemente und Gebühren wurden von den Versammelten gutgeheissen.

Ebenso das Budget 2015, das bei unveränderten Steuerfüssen gar ohne Gegenstimme passierte. Gemeindepräsident Christoph Heiniger nannte es ein «vernünftiges Budget».

Beschwerden hängig

Das Projekt der Aare Seeland mobil in Flumenthal mit dem Deal des Gemeinderates war an der gut besuchten Gemeindeversammlung nur am Rande ein Thema. Der Deal des Gemeinderates besteht darin, dass mit dem Projekt der Gemeinde keine Kosten anfallen, dafür muss Aare Seeland mobil nur noch ein Bahnübergang im Dorf betreiben, und Gemeinde auf eine Einsprache verzichten.

Gemeindepräsident Christoph Heiniger orientierte über den aktuellen Stand. Hängig sind nach wie vor zwei Beschwerden beim Kanton. Eine richtet sich gegen den Deal direkt. Beanstandet wurde, dass der Gemeinderat auf eigene Faust ein Abkommen mit der Aare Seeland mobil (ASM) unterzeichnet hatte. Die zweite Beschwerde erfolgte, nachdem der Gemeinderat die Forderung nach einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung ablehnte. «Ich bin nach wie vor überzeugt, wir haben rechtens gehandelt», erklärte den Stimmberechtigten, «ob richtig gehandelt wurde, muss jeder für sich selber entscheiden.»