«Die Veranstaltungen sollen in erster Linie verbinden», erklärt Angela Sauser, Betreiberin des Schalterbuffets in Oberdorf. Mit «Veranstaltungen» meint sie Kulturabende, an welchen Flüchtlinge und Asylsuchende Spezialitäten aus ihrem Heimatland kochen und ihre Kultur vorstellen.

Angela Sauser hatte schon länger die Idee, kulinarische Abende mit Asylsuchenden und Flüchtlingen zu gestalten. In Zusammenarbeit mit drei Studentinnen der Hochschule Luzern, konnte sie diese Idee nun verwirklichen. Es gehe darum, den Austausch zwischen Kulturen zu fördern, um Vorurteile gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden abzubauen, heisst es in der Projektskizze der jungen Studentinnen.

Der erste Abend war ein Erfolg

Der erste der vier Kulturabenden ging bereits erfolgreich über die Bühne. «Der Anlass war sehr schön, die zwei Frauen aus Eritrea haben alles gegeben und sind sogar in ihren Trachten erschienen», schwärmt Angela Sauser. Die Besucher seien sehr interessiert gewesen, auch wenn die Anmeldungen eher spärlich ausgefallen sind. «Wir haben den Anlass leider viel zu spät kommuniziert», sagt sie bedauernd. Der Abend, an welchem die tibetische Kultur vorgestellt werde, sei hingegen schon fast ausgebucht.

Es sei schwierig vorausschauend zu planen, denn im Asylwesen seien die Dinge sehr dynamisch. Die Familie aus dem Iran, welche Sauser eigentlich für die letzte der Veranstaltungen eingeladen hatte, durfte leider nicht länger in der Schweiz bleiben. Es könnte also sein, dass am 1. Juli anstatt die iranische, die irakische oder die syrische Kultur vorgestellt wird.

«Froh um jede Beschäftigung»

Grundsätzlich findet Angela Sauser, dass es in der Schweiz mehr solche Kooperationen geben sollte. Es bestehen viele Möglichkeiten, nur seien eben alle mit einem gewissen Aufwand verbunden. «Ich würde es begrüssen, wenn motivierte Asylsuchende auf Bauernhöfen mithelfen könnten», nennt Angela Sauser ein Beispiel. Nicht alle Asylsuchenden und Flüchtlinge seien kooperativ. «Aber viele von ihnen sind motiviert und froh um jede Beschäftigung», erzählt die hauptberufliche Asylkoordinatorin.

Sie hätte schon oft mit Tibetern zusammen gearbeitet, welche ihr mit grosser Freude im Beizli halfen. Es sei spannend zu sehen, wie plötzlich ein neues Selbstwertgefühl entsteht. Zudem sei es für Flüchtlinge und Asylsuchende eine wunderbare Chance, einen ersten Einblick in den Schweizer Arbeitsmarkt zu erhalten. «Warum motivierten Asylsuchenden nicht unter die Arme greifen, bis sie alleine klarkommen?», findet Angela Sauser.

Der nächste Kulturabend findet am 27. Mai im Schalterbuffet in Oberdorf statt. www.schalterbuffet.ch