Bellach
Fluchtverkehr bereitet dem Gemeinderat Sorgen

Der Stau auf der Bielstrasse in Bellach in Richtung Solothurn ist alltäglich und ein Ärgernis für viele Autofahrer. Der Gemeinderat muss aber Massnahmen wegen des Fluchtverkehrs anordnen.

Urs Byland
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Der Gemeinderat will die bisher geplante Polleranlage auf der Erschliessungsstrasse Bellach Ost einbauen. (Archiv)

Der Gemeinderat will die bisher geplante Polleranlage auf der Erschliessungsstrasse Bellach Ost einbauen. (Archiv)

Der Verkehr auf der Hauptstrasse in Bellach kommt zu Stosszeiten zum Erliegen. Autos stauen sich Richtung Solothurn bis zum Tellkreisel. Verantwortlich dafür ist der Verkehrsfluss auf der Westtangente. Dort soll der Verkehr fliessen und nicht stauen. Das System kommt aber an seine Grenzen.

Der Kanton will am System schrauben und hat 31 Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation auf der Hauptstrasse H5 Solothurn Bellach beschrieben. Eine der Massnahmen, die Pförtneranlage westlich des Turbenkreisel, die den Rückstau bei der Lichtsignalanlage Wildbach in Solothurn an den westlichen Ortseingang in Bellach verschoben hätte, wird zunächst nicht umgesetzt.

Der Kanton will zuerst in Langendorf am System schrauben und dort einen grösseren Widerstand aufbauen, damit der Verkehr auf der H5 in Richtung Osten besser abfliessen kann.

Gemeinderat will neue Lösung suchen

Der Kanton subventioniert seit 1. Januar nicht mehr das Angebot Mutter/Kind-Deutsch-Kurse. Nach einer hälftigen Finanzierung durch Kanton und Gemeinden übernahm der Kanton gar eine Weile die Finanzierung selber. Das ist nun vorbei. Die Gemeinde muss sich fragen, ob sie Muki-Deutsch-Kurse selber anbieten will.

Nach diversen Rückfragen will Gemeindepräsident Roland Stadler (FDP) vom Gemeinderat einen Entscheid. Fritz Lehmann (SVP) bemängelte die fehlende Erfolgskontrolle. Der Gemeindepräsident hält dagegen. Ihm sei erklärt worden, dass in Zuchwil die Muki Deutsch-Kurse zu nachweislich weniger Deutschzusatzstunden in der Primarschule geführt hätten. «Allerdings hat Zuchwil die Kurse auch nicht mehr im Angebot, seit diese der Kanton nicht mehr finanziert.»

Für die 80 Lektionen pro Semester will der bisherigen Anbieter 38'000 Franken. In Bellach will der Gemeinderat das Angebot erhalten. Dies bei 5 Ja zu 3 Nein und 4 Enthaltungen. Er will aber nicht mit dem bisherigen Anbieter weiterarbeiten, sondern eine günstigere Lösung suchen. (uby)

Zwei Massnahmen betreffen den Fluchtverkehr in Bellach. Hier hat die Bauverwaltung eine Analyse mit nochmals verfeinerten Massnahmenvorschlägen in Auftrag gegeben. An der Gemeinderatssitzung galt es die Vorschläge zu entscheiden.

Poller wird installiert

Der Fluchtverkehr lässt sich schwer eindämmen. Schnell weichen die Fahrzeuglenker aus und suchen neue Wege. Mit der durchgängigen Rechtsvortrittsmarkierung und weiteren Eingriffen seien bereits verkehrsberuhigende Massnahmen angewendet worden, so der Analysebericht.

Auf der Römerstrasse, laut Bauverwalter Jürg Vifian eine der am stärksten von Fluchtverkehr belasteten Strasse, wäre eine Einbahnregelung die wirkungsvollste Massnahme. Der Gemeinderat genehmigte einstimmig den Vorschlag, zuerst eine Erhebung durchzuführen.

Die bisher geplante Polleranlage auf der neuen Erschliessungsstrasse Bellach Ost, soll nun wirklich eingebaut werden. Der Poller soll verhindern, dass Fluchtverkehr über die Markstrasse Richtung Franziskanerkreisel gelangen kann. Der Gemeinderat genehmigte die Massnahme mit 7 Ja zu 3 Nein bei 2 Enthaltungen.

Die Flurstrasse, eine enge Verbindung zwischen Bellach und Selzach nördlich der Bielstrasse, soll nicht ab Brunnmattstrasse Richtung Selzach mit einem Fahrverbot für Motorwagen belegt werden. Dagegen stimmten 7 Gemeinderäte, 4 unterstützen die Massnahme und 1 Gemeinderat enthielt sich der Stimme.

Der Gemeinderat hat

- hat einen Vorbericht zum Gestaltungsplan Bellach Ost zu Kenntnis genommen. Statt jeweils für maximal 100 Personen, sollen neu Bauetappen für 100 bis 200 Personen ausgelöst werden;

- vier Kreditabrechnungen (Wasserleitung Bahnhofstrasse, Buswendeschlaufe Breitefeld, Sanierung Selzachstrasse, Webereistrasse) genehmigt, die insgesamt mit einer Kreditunterschreitung von 244 430 Franken schliessen;

- eine Kreditabrechnung (Ersatz Wasserleitung Marktstrasse) zu Kenntnis genommen, die im Rahmenkredit der Wasserversorgung verbucht wurde. Der Ersatz kostete netto 171 308 Franken. (uby)

Die bestehenden Verkehrsmassnahmen auf der Gewerbestrasse wurden hingegen wieder einstimmig befürwortet. Sie sollen unverändert belassen werden.

Reine Zwängerei

Kein Erfolg war Gemeinderat Felix Glatz-Böni (Grüne) beschieden, als er versuchte, mit der vorgeschlagenen Massnahme gleich Tempo 30 in ganz Bellach zu ermöglichen. Wie im Analysebericht beschrieben, müsste jeweils für jede Strasse ein Gutachten verfasst werden, weil die Fluchtverkehrsproblematik alleine die Einführung von Tempo 30 nicht rechtfertige. Felix Glatz Böni beantragte ein Gutachten für das gesamte Dorfgebiet, «damit wir bei möglichen Anfragen gewappnet sind». «An der Gemeindeversammlung wurde das Konzept für eine Verkehrsberuhigung abgelehnt. Dein Antrag wäre jetzt eine Zwängerei», beschied ihm Linda Walter (FDP). Das sah auch Felix Glatz-Böni ein und zog seinen Antrag zurück.

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