Subingen

Flohmärkte machen Antiquitätenhändlern zu schaffen

Fredi Hegi mit einigen seiner Verkaufsobjekte.

Fredi Hegi mit einigen seiner Verkaufsobjekte.

Mitte August findet in Subingen die dritte Brocante statt. Fredi Hegi sucht noch Aussteller.

An mehreren Brocanten respektive Antiquitätenmärkten in der Schweiz bietet Fredi Hegi aus Subingen seit vielen Jahren regelmässig eigenhändig restaurierte Möbel aus Tannenholz zum Kauf an, ferner verschiedene Antiquitäten, Raritäten und Kuriositäten. Vor drei Jahren das erste Mal auch an der Subinger Brocante im Mehrzweckgebäude, die am 18. und 19. August zum dritten Mal stattfinden wird.

Fredi Hegi organisiert den Markt mit einem kleinen Team, zu dem Angehörige seiner Familie zählen. Vom Erfolg dieser dritten Auflage ist abhängig, wie es weitergehen wird. «Wir suchen noch Aussteller», sagt Hegi, «denn vierzig bis fünfzig sollten es schon sein, sonst ist der Anlass für Händler und Publikum zu wenig attraktiv und wir könnten nicht kostendeckend arbeiten.»

Grenzen sind verwischt

Wobei: Nicht nur die noch junge Brocante in Subingen muss um die Gunst von Ausstellern und Publikum kämpfen, sondern auch grosse, traditionsreiche Antiquitätenmärkte wie jene in Aarberg oder Le Landeron; beide sind markant verkleinert worden. Hegi sieht dafür zwei Hauptgründe: «Erstens ist jene Generation, die sich für Antiquitäten interessiert, bereits bedient oder sucht im Internet nach speziellen Stücken, und die jüngere Generation hat andere Vorlieben.»

Zweitens habe sich ein Mischmasch entwickelt, die Grenzen zwischen einem Floh- oder Gebrauchtwarenmarkt und einem Markt mit echten Antiquitäten und Raritäten – einer Brocante eben, wie er sie sehe – seien häufig nicht mehr vorhanden und somit könnten viele Leute nicht mehr erkennen, warum etwas einen bestimmten Preis hat.

In der Tat sind in letzter Zeit auch in unserer Region viele kleinere, aber auch sehr grosse Flohmärkte entstanden, wie zum Beispiel auf dem Parkplatz des Gäuparks in Egerkingen oder im Parkhaus des Wynecenters im aargauischen Buchs. Wer dort nach echten Antiquitäten oder Raritäten suchen will, braucht Glück und viel Zeit.

Platzmiete bezahlbar halten

Die Subinger Brocante ist aus jener in Wangen an der Aare hervorgegangen. Der dort zuständige Verein wollte den Anlass im Salzhaus aufgeben und bot ihn Hegi zum Weiterführen an. «Man hätte im Salzhaus bleiben können, aber die Miete war für uns zu hoch», berichtet Hegi. «Wir wollen den Ausstellern gut bezahlbare Platzmieten anbieten können.» In Subingen sei dies möglich, allerdings nur dank sehr viel idealistischem Einsatz seitens des Organisationsteams.

«Für die erste Subinger Brocante im 2015 sah es gut aus, was die Anzahl Aussteller anging. Bezüglich Publikum aber war es ein Flop», sagt Hegi. «Viele Leute wollten nicht verstehen, warum wir drei Franken Eintritt verlangen, so wie das in Wangen der Fall war und wie es an vielen Brocanten üblich ist, die in Hallen stattfinden.» Beim zweiten Mal blieb der Eintritt gratis, der Erfolg mässig. Nun hoffen Fredi Hegi und sein Team, dass es beim dritten Mal besser laufen wird.

Vom Metall zum Holz

Wie aber kam Fredi Hegi dazu, mit Antiquitäten zu handeln beziehungsweise alte Möbelstücke aus Tannenholz zu restaurieren, wo er doch als gelernter Décolleteur dem Metall nahesteht? «Ein Onkel, mit dem ich mich gut verstanden habe, hat mit Antiquitäten gehandelt», erzählt er. Besonders spannend sei gewesen, wie man zu diesen Stücken kommt. «Zum Beispiel bei Versteigerungen von Bauernhöfen, wie es sie in den 1970er- und 1980er-Jahren oft gab, das hat mich unheimlich fasziniert, man wird fast süchtig.» Hegi war damit nicht alleine.

Regelmässig traf er Gleichgesinnte auf Versteigerungen, namentlich bei solchen mit Alois Wyss als Gantrufer, sodass sich ein Alois-Wyss-Fanclub entwickelte. So kam Hegi zu einem beachtlichen Stock an Antiquitäten, vorzugsweise zu Möbeln aus Tannenholz, die er dann selber zu restaurieren begann. «Einiges hat mir mein Onkel beigebracht, oder ich fragte bei Spezialisten nach Tipps, das meiste aber brachte ich mir selber bei.»

Es fehlte etwas

Mit der Zeit habe sich herumgesprochen, dass Fredi Hegi «mit alten Möbeln macht», und so bekam er vermehrt auch Aufträge zum Restaurieren. Vom Baustelleninventar der Bahn 2000 hatte er zwei Container gekauft, sie neben sein Wohnhaus in Subingen gestellt und darin eine Werkstatt eingerichtet, in der er fortan viel Zeit verbrachte.

«Nach vierzig Jahren in der Scintilla in Zuchwil konnte ich mich mit sechzig Jahren pensionieren lassen, da wurde für mich meine Nebenbeschäftigung zur Hauptsache. Schon bald aber», erklärt der 68-Jährige, «hat mir etwas gefehlt. In meiner Berufszeit war ich nämlich in der Qualitätssicherung tätig und hatte dadurch stets mit Leuten zu tun. Nun war ich allein in meinem Container.»

Deshalb fuhr Hegi auf mehr Märkte als bisher und bot seine Möbel an, musste aber schnell einmal feststellen, dass die guten Zeiten für Möbel vorbei waren. «Wenn ich an jene Zeiten denke, als die Bauernmalerei Hochkonjunktur hatte, da konnte man praktisch alles verkaufen, was aus altem Holz und einigermassen geeignet zum Bemalen war. Vor einigen Jahren ist der Markt für antike Möbel völlig eingebrochen, die Standmieten an den Märkten hingegen sind mehr oder weniger gleich hoch geblieben.» Trotzdem will Fredi Hegi weitermachen auf den Brocanten in Thun, Burgdorf, Bremgarten bei Bern und eben in Subingen. «Aber nur noch hobbymässig.»

Aussteller können sich bis Ende Juli bei Fredi Hegi melden unter 079 256 20 94.

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