«Was hängt alles mit Strom zusammen?», will Sandra Nachtigal vom mobilen Lernlabor «MobiLab» von der Klasse 6c im Mühlemattschulhaus wissen. Die Antworten kommen spontan: «Backofen, Waschmaschine, Kühlschrank, Computer, TV, Keyboard, Ampel, Zug.» Viele Dinge, die die Schulkinder sehr gerne haben, gebe es ohne Strom nicht, verdeutlicht sie.

Wie wirkt der Strom? Wie bewegt sich der Strom? Was ist elektrische Ladung? Die drei Fragen an der Wandtafel zeigen, was am heutigen Tag für die Schülerinnen und Schüler zu beobachten, experimentieren, erklären und schliesslich auf den Forschungsblättern zu protokollieren ist.

Die Experimentierkästen, beschriftet mit Elektrizität, machen allein schon wegen ihrer Inhalte neugierig: Lineal, Stahlwolle, Glühbirnen, Nägel, Schrauben, Kabel, Solarzelle, Propeller, Kompass, isolierter Draht, Radiergummi, Schalter.

Genau hinsehen ist angesagt

Mit über 150 Experimenten zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen wie Wasser, Luft, Schall, Optik, Magnetismus ist das «MobiLab» jeweils unterwegs. Betrieben wird es vom gleichnamigen privaten, gemeinnützigen Verein zusammen mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und mit Unterstützung von vielen Gönnern. Sandra Nachtigal, wissenschaftliche Mitarbeiterin der FHNW, begleitet die jungen Forscherinnen und Forscher in Biberist, die das Thema Energie vorgängig im Unterricht behandelt haben. Auch die beiden Lehrpersonen Christine Stucki und Marianne Jost stehen behilflich zur Seite.

Die Klasse experimentiert genau. So spielt das Lineal von Janis in den Haaren von Aaron Friseur. Serafine und Jael wissen nun, wie ein einfacher Stromkreis funktioniert. «Wichtig ist, dass die Verbindung von Batterie, Büroklammern sowie Schalter mit Lämpchen nicht unterbrochen wird», so ihre Erklärung.

Mia und Simone tüfteln, wie sie einen Elektromagnet bauen können. Dass das Ganze fasziniert, ist auch Cyril und Aron anzusehen. Sie bringen einen Summer zum Klingen. «Manchmal ist es schwierig, sich an die vorgeschriebenen Experimente zu halten», verraten die beiden verschmitzt. Nicht umsonst trägt wohl Cyril, der Wissenschaftler der Klasse, den Übernamen «Zweistein».

Verrückter Kompass

Die Experimente tragen Namen wie «Der verzauberte Wasserstrahl», «Der fliehende Ballon», «Elektrisches Feuerwerk», «Verrückter Kompass». «Die Idee dabei ist, dass die Schüler beobachten und selber zur Auflösung kommen», sagt Sandra Nachtigal. Für die Lehrpersonen ist ganz klar, dass sie mit der Klasse auch in Zukunft experimentieren werden.