Bellach
Fit für die Zukunft: «Aarewerft Lehmann» soll erweitert werden

Marcel Lehmann will seine Aarewerft in Bellach erweitern. Mit einer Erweiterung der bestehenden Halle, einer Anhängerhalle und weiteren Neubauten sollen die Betriebsabläufe verbessert werden.

Urs Byland
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Für den Gestaltungsplan hat Bootsbauer Marcel Lehmann die Bauten ausgesteckt, die seinen Betrieb mit acht Mitarbeitern erweitern sollen.

Für den Gestaltungsplan hat Bootsbauer Marcel Lehmann die Bauten ausgesteckt, die seinen Betrieb mit acht Mitarbeitern erweitern sollen.

Urs Byland

«Dass wir bauen, ist klar. Der Zeitpunkt ist einfach eine Frage der Finanzierung.» Aarewerft-Besitzer Marcel Lehmann will seinen Betrieb erweitern. Der sich abzeichnende Generationenwechsel soll gesichert werden. Sein 22-jähriger Sohn Akim, ebenfalls Bootsbauer soll in 3. Generation den Betrieb übernehmen. «Aktuell ist er Werkstattchef. Wir wollen aber relativ schnell die Nachfolge regeln», so der 54-jährige Lehmann.

Grundsätzlich verbessert werden soll auf der Schiffswerft Lehmann der Betriebsablauf. Dies ist auch aus der Auflage des Zonen- und Gestaltungsplan «Aarewerft Lehmann» ersichtlich. Die Pläne bedeuten nicht, dass mit deren Annahme bereits gebaut werden kann. Konkrete Bauten werden später mit Baupublikationen angezeigt. Aber die Pläne zeigen auf, wo und wie die Aarewerft Lehmann erweitert werden darf.

Wird der neue Zonen- und Gestaltungsplan genehmigt, wird der alte, heute noch gültige erste Zonen- und Gestaltungsplan aus dem Jahr 1993 aufgehoben. Diesem war im Übrigen ein über 25 Jahre langer Erarbeitungsprozess vorausgegangen, noch unter der Regie von Marcel Lehmanns Vater.

Die Überarbeitung des alten Gestaltungsplans ist aber auch im Sinne der Planungsbehörde von Bellach. Der alte Gestaltungsplan sah beim Hauptgebäude ein Satteldach mit 38 Grad Dachneigung vor. Dieses wuchtige Gebäudevolumen gefalle Kanton und Gemeinde an dieser Stelle nicht. «Mir wurde vorgeschlagen, auf diesen Dachaubau zu verzichten. Anstelle des seinerzeit bewilligten Volumens soll dieses unten auf dem Areal in Neubauten, alle mit Flachdach verteilt werden.» Lehmann spricht von einer Win-win-Situation. «Ich erhalte die Chance, Ordnung zu schaffen und den Betriebsablauf für die Zukunft zu verbessern.»

Immer grössere Boote

Das Herz der Aarewerft ist das Hauptgebäude mit Schreinerei, Montagehalle, Kranhalle und einem Lagerraum mit Büro und Bootsbedarf-Laden. Im Obergeschoss soll künftig Wohnraum mit einer maximalen Bruttogeschossfläche von 275 Quadratmetern gestattet sein.

Die Erweiterung des Hauptgebäudes nordöstlich hat mehrere Gründe. So wird angeführt, dass die Ansprüche der Kunden in den letzten 20 Jahren stark angestiegen seien. Waren die Boote früher durchschnittlich 8,5 Meter lang seien sie heute 13 Meter lang. Das Gewicht der Boote hat sich verdoppelt bis verdreifacht. Daher müsse auch die Infrastruktur angepasst werden. Dazu gehört an der nordöstlichen Arealgrenze ein gut 70 Meter langer und 6 Meter hoher Flachdachbau, der als gedecktes Aussenlager für Anhänger und Boote dienen soll. Im Sommer werden die leeren Anhänger gelagert und im Winter die Boote mit Anhängern. Die Nachfrage nach Winterlagerplätzen sei hoch. «Wir können aktuell von 100 Booten nur sechs unter Dach lagern.»

Südöstlich vom Hauptgebäude sind zwei weitere Bauten in der Nähe des Wassers geplant. Der eine Neubau dient der Überholung und Lackierung von Motorjachten. Der Standort nahe der Auswasserungsstelle garantiere kurze Wege. Marcel Lehmann erwartet einen hohen Renovationsbedarf, weil in den letzten 20 Jahren viele Boote vorwiegend in Stahl gebaut wurden. Der Kunde kaufe nicht mehr ein neues Boot, sondern überhole sein altes. Der zweite ähnlich grosse Neubau soll das alte «Benzinhüttli» ersetzen und dient der Versorgung und Entsorgung der Hafenanlage.

Im Nordwesten ist zudem ein Flachdachgebäude für private Zwecke geplant. Es soll auf dem bestehenden Fundament der Aernihütte gebaut
werden.

Spezialzone Werftanlage

Nicht zugelassen sind laut Zonenvorschriften (Spezialzone: Werftanlagen) neue Nutzungen, insbesondere Ausstellungsräume. Sollte die Nutzung des Areals als Bootswerft dahinfallen, besteht kein Anspruch auf eine Umnutzung oder Zweckänderung der Anlage. Das Areal würde wieder dem Landwirtschaftsgebiet beziehungsweise der Uferschutzzone zufallen. Für die
Spezialzone Werftanlage besteht
Gestaltungsplanpflicht.

Die Zonenvorschriften regeln auch die Bepflanzung. So muss das Areal nord- und ostseitig durch eine geeignete Bepflanzung abgeschirmt werden. Die Bepflanzung ist eine Voraussetzung für eine Baubewilligung für die Erweiterung beziehungsweise Sanierung der bestehenden Gebäude.

Gemeinderat gab Zustimmung

Die zulässige Nutzung bleibe eng auf den Bedarf der Bootswerft beschränkt, deren Bedürfnisse würden langfristig abgedeckt. Zudem würden Bedingungen geschaffen, welche eine wesentliche Aufwertung des gesamten Erscheinungsbildes des Areals ermöglichen, schreibt die Spezialkommission Ortsplanungsrevision im Bericht. Der Gemeinderat hat dem Zonen- und Gestaltungsplan Aarewerft Lehmann zugestimmt. Die Auflage dauert noch bis
31. Oktober.