Bellach
Firmensteuern nehmen um 871'000 Franken ab

Der Bellacher Gemeinderat verabschiedet eine äusserst positive Rechnung 2017. Dies, obwohl die Steuern der juristischen Personen stark zurückgegangen sind.

Gundi Klemm
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Die Einnahmen durch Firmen sind eingebrochen. (Archiv)

Die Einnahmen durch Firmen sind eingebrochen. (Archiv)

Urs Byland

Mit insgesamt 1,68 Mio. Franken verzeichneten die Steuern der juristischen Personen einen Rückgang um 871'000 Franken gegenüber 2016. «In dieser Periode waren die Firmensteuern mit 2,55 Mio. Franken, verglichen mit dem Durchschnitt der letzten Jahre von 1,75 Mio. Franken, auch extrem hoch», relativierte Finanzverwalter Dieter Schneider im Gemeinderat den Ausfall.

Die Gesamtbetrachtung der Jahresrechnung sei demgegenüber erfreulich. Bei einem Aufwand von rund 22 Mio., einem Überschuss von 1,14 Mio und einer Gesamtbilanzsumme von 36,5 Mio. Franken «geht es grundsätzlich bei uns wieder aufwärts», betonte Schneider.

Den Gemeinderat, der die Rechnung einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung vom 27. Juni verabschiedete, interessierte ebenso das Steuervolumen der natürlichen Personen. Zwar waren im Fiskal-Gesamtbetrag von 15.7 Mio. die natürlichen Personen mit 12.6 Mio. beteiligt, doch das Plenum vermisste eine deutlicher erkennbare Zunahme als nur ein Plus von 78'000 Franken. «Wir erlebten in Bellach viele ‹gute› Wegzüge und Zuzüge, die das Steuersubstrat verändern», analysierte der Finanzverwalter, der ebenso Pensionierungen und steuerlich wirksame Investitionen in Eigenheime ins Feld führte.

Insgesamt betrachtet seien aber alle Kennzahlen besser, und die Pro-Kopf-Verschuldung konnte von rund 3000 auf 2800 Franken durch Schuldenabbau gesenkt werden. Die langfristigen Forderungen betragen gegenwärtig noch 31,7 Mio. Franken.

Seit 2013 wurden 3,6 Mio. Franken zurückbezahlt. Allerdings: «Hätten wir nicht den Beitrag aus dem Finanz-und Lastenausgleich in Höhe von 1,6 Mio. Franken, wäre unser Rechnungsresultat rot gefärbt.» Schneider, der laut Finanzplan für die nächsten fünf Jahre positive Zahlen erwartet, warnte indes vor Gelüsten, den Steuerfuss von jetzt 125 Prozent senken zu wollen.

Eigenkapital gestärkt

Zum guten Ergebnis trugen Minderaufwände in etlichen Ressorts wie etwa der Bildung oder in der Sozialen Wohlfahrt bei. In beide Konten fliessen 81 Prozent der Bellacher Steuereinnahmen. Investiert wurden 1,8 Mio. Franken und damit etwa die Hälfte des Vorjahresbetrages. Bedingt ist diese Minderung durch tiefere Kosten, noch nicht abgeschlossene Projekte und vor allem erfreulich hohe Erschliessungsbeiträge.

Die Spezialfinanzierungen (Abwasser/Wasser und Abfall) stehen mit reichlichem Eigenkapitalpolster besser als budgetiert da. «Wir haben grossen Erneuerungsbedarf und müssen alte Leitungen ersetzen», mahnte eine Ratsstimme eine Strategie zur Netzsanierung gegenüber Bauverwalter Jürg Vifian an.

Das Eigenkapital der Gemeinde wuchs gegenüber 2016 um 1 2 Mio. auf 3 67 Mio. Franken inklusive Spezialfinanzierungen an. Der Gewinn von 1 14 Mio. wird zur Tilgung des Bilanzfehlbetrages bis auf eine Restsumme von 83'000 Franken verwendet. Ein einstimmiger Beschluss des Gemeinderates ermöglicht dem Finanzverwalter, auf die Nennung von Kleinstbeträgen unter 10'000 Franken bei den Nachtragskrediten zu verzichten. Er führt in der öffentlichen Rechnung nur die Gesamtsumme auf.

Der Gemeinderat hat

den Gestaltungsplan Tellstrasse zum Bau eines Achtfamilienhauses in der Zentrumszone mit Sonderbauvorschriften zur Kantonalen Vorprüfung verabschiedet. Bereinigt sind mögliche Konflikte um die Ausfahrt. (gku)

Lärmsanierungsprojekt

Der Kanton machte vor etlicher Zeit den Vorschlag, lärmbelastete Liegenschaften an der Lommiswilerstrasse (Kantonsstrasse) mit Lärmschutzwänden zu versehen. Damit konnte sich der Gemeinderat damals nicht einverstanden erklären. Als der Kanton daraufhin das gesamte Projekt strich, setzte sich ein Grundeigentümer mit einer Einsprache zur Wehr. Aus diesem Grund behandelte der Gemeinderat nun ein Wiedererwägungsgesuch, dem er mit einer Enthaltung zustimmte.

Auf Wunsch des Bewohners wird der Kanton die Liegenschaft mit einer Lärmschutzwand in einem Kostenrahmen von rund 150'000 Franken schützen. Bellach übernimmt voraussichtlich einen Drittel der Kosten. Eine finanzielle Beteiligung von Liegenschaftsbesitzern an derartigen Massnahmen lehnte der Rat mit 8 zu 3 als «kaum durchsetzbar» ab.