207'533 Franken betrug der budgetierte Ertragsüberschuss nach der ersten Lesung der Erfolgsrechnung. Bei genauer Gewichtung und Sichtung der Ausgaben in der zweiten Lesung und bei erwarteten Einnahmen von 4,4 Mio. Franken schmolz dieses Plus auf 131'033 Franken.

Der Steuerfuss verbleibt für beide Kategorien auf 105 Prozent. Mit dem Schulhausbau, der die Gemeindefinanzen im Vorjahr und in dieser Periode mit insgesamt 5,8 Mio. Franken belastet, sieht die Obergerlafinger Lage etwas angespannter und nicht mehr ganz so komfortabel wie in Vorjahren aus. Aber, so Gemeindepräsident Beat Muralt: «Das ist kein Grund zum Hyperventilieren.»

Noch Ende 2017 verfügte die Gemeinde über ein Eigenkapital von mehr als 4 Mio. Franken, und auch über die für 2019 prognostizierten Steuererträge von 3,6 Mio. Franken dürfe man zufrieden sein. «Der Steuersatz für Unternehmen könnte für 2020 nochmals eine Betrachtung wert sein», so der Gemeindepräsident. Er wies darauf hin, dass der Kanton einen Unterschied der Steueranlage beider Kategorien von bis zu 30 Prozent erlaubt. Interessant im Budget ist der «Transferaufwand», der Entschädigungen und Beiträge an Dritte wie etwa Zweckverbände betrifft und für Obergerlafingen 3 Mio. Franken umfasst.

Schäden am Wassernetz

Investiert werden soll in Obergerlafingen für 851'000 Franken. Länger diskutierte der Rat das in die Jahre gekommene Leitungsnetz für Frischwasser. Laut Ratsmitglied Stefan Krieg hat die diesjährige Trockenheit im Erdreich in der letzten Zeit zu vier Leitungsbrüchen geführt.

Offenbar entstehe durch die fehlende Feuchtigkeit im Boden mehr Druck vom Strassenverkehr auf Leitungen. Dies könnte, wenn sich der Zustand nicht ändert, auch das 60 Jahre alte Netz an der Hauptstrasse betreffen. Angekündigt ist, dass der Kanton diese, seine Kantonstrasse voraussichtlich 2020 mit einem Flüsterbelag ausstatten will.

Die Erneuerung der Frischwasserleitungen sollte also vorher oder gleichzeitig im Jahr 2020 stattfinden. «Es wäre dann doch schade, die schöne Strassendecke später wieder aufreissen zu müssen», sprach sich der Rat ebenso für kontinuierliche Sanierungen aus. «Wir wollen unser Geld aber nachhaltig verlochen», meinte Reto Dubach humorvoll. Mit einer erfreulichen Kapitaldecke der Spezialfinanzierungen Wasser (650'000 Franken) und Abwasser (1 Mio. Franken) ist die Gemeinde auch für nötige Leitungserneuerungen wie am Ahornweg gerüstet. Kein Tabu sei es, die günstigen Wassergebühren etwas anzuheben.

Der Rat entschied grundsätzlich, dass Obergerlafingen für das neue Mobiliar im örtlichen Kreisprimarschulstandort im Umfang von 100'000 Franken selbst aufkommt. Ohne Öffentlichkeit hatte der Gemeinderat vorher Teuerungsausgleich, Stufenanstieg und Pensen des Gemeindepersonals diskutiert. Er stellt an der Gemeindeversammlung vom 12. Dezember den Antrag, das Arbeitspensum von Gemeindeschreiberin Iris Kerschbaum von jetzt 20 auf 50 Prozent zu erhöhen. Der finanzielle Mehraufwand ist laut Rechnungsführer Ruedi Ziegler im Budget schon enthalten.

Aufbau von Tagesstrukturen

Der Gemeinderat befürwortete den Antrag von Claudia Müller, das wegen Umzugs ins neue Schulhaus demnächst leer stehende Kindergartengebäude ab 1. August 2019 der Spielgruppe Zauberzwärgli zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig diskutierte der
Rat den Aufbau von Tagesstrukturen für Heranwachsende, wie sie eine Arbeitsgruppe vorgeschlagen hat. Wie könnte ein Betreuungsangebot mit Mittagstisch, das offenbar in der Bevölkerung erwünscht ist, unkompliziert realisiert werden? Der Gemeinderat sprach sich für die Ausarbeitung von Details aus.
Weiter informierte er sich über den neuen Zusammenarbeitsvertrag in der Sozialregion Wasseramt-Süd und den Stand der Dinge zur möglichen Fusion dieser Institution mit der Sozialregion Wasseramt-Ost. Ein Verwaltungs-Standort für beide Sozialregionen erschien den Ratsmitgliedern als vernünftig. Man erwartet den Bericht der eingesetzten Spurgruppe.