Feldbrunnen-St.Niklaus

Finanziell nach wie vor rosige Aussichten

Das Schloss Waldegg in Feldbrunnen-St.Niklaus.

Das Schloss Waldegg in Feldbrunnen-St.Niklaus.

Der Gemeinderat von Feldbrunnen-St.Niklaus diskutiert Investitions- und Finanzplan sowie den Entwurf der Ortsplanungsrevision.

Die «Feldbrünneler» können sich wieder freuen. Gemäss Finanzplan, so Finanzverwalterin Isabella Howald, bleibt der Steuerfuss niedrig. 2017 ist mit 66 Prozent zu rechnen, im Folgejahr mit 70 und 2019/20 mit 73 Prozent. Wegen jährlich hoher Investitionen sind Schwankungen in den Haushalts-Fehlbeträgen zu erwarten. 

Aber die notwendige Fremdkapitalaufnahme hält sich in engen Grenzen von 1,9 Mio. (2016) bis 1,5 Mio. (2019), wobei ein auf rund 1,5 Mio. Franken bezifferter Landverkauf die Kreditaufnahme in der Balance hält.

Das Eigenkapital umfasst gegenwärtig 2,8 Mio. und wird entsprechend der Prognose bis 2021 auf einen laut Howald «anständigen» Sparbatzen von 3,6 Mio. Franken ansteigen. Wirklich gute Aussichten. Da im Finanzplan auch die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall berücksichtigt sind, diskutierte der Gemeinderat mögliche Gebührensenkungen wegen Ertragsüberschüssen. Für Abfall könnte dies um 5 Prozent 2017 geschehen und fürs Abwasser möglicherweise 2018.

Ist der Turnhallenneubau nötig?

Im Investitionsumfang von netto 4,1 Mio. Franken für die Periode bis 2021 ist ein geplanter Turnhallenneubau nur mit Vorprojektkosten enthalten. Doch Gemeinderat Thomas Schluep hinterfragte grundsätzlich, ob es im Rahmen des aufgelisteten «Wunschbedarfs» der Investitionsplanung einen Neubau der Turnhalle, die vor allem dem Schulunterricht dient, überhaupt brauche.

Natürlich sei die Turnhalle, die der Gemeinde auch als Mehrzweckhalle nützt, sanierungsbedürftig. In der Diskussion einigte man sich, zu den drei bereits gerechneten Varianten (Sanierung einfach für 45'000 Franken und optimiert für 500'000 Franken sowie Neubau-Vorprojekt für 690'000 Franken) die Zweitmeinung eines Fachgutachters einzuholen.

Keine Opposition entstand der Dachsanierung Schulhaus mit Solaranlage, die für 2017 mit Kosten von 142'000 Franken abzüglich Subventionen geplant ist. Die laufendende Sanierung Schulhaus wird in diesem Jahr abgeschlossen. Als sinnvoll wurde schliesslich auch der 65 000 Franken teure Heizungseinbau in das als Vereinslokal genutzte Magazin im kommenden Jahr erkannt.

Ortsplanungsrevision startet

Zur ersten Lesung des Entwurfs zur Ortsplanungsrevision erschienen die in der Ortsplanungskommission tätigen Mitglieder Theo Schnider, Heinrich Würgler und als externer Berater Martin Eggenberger. Schnider stellte Zonenreglement, Bauzonenplan und Baureglement vor.

Der Entwurf schlägt fünf Massnahmen zur Verdichtung nach innen vor: Die Erhöhung der Ausnützungsziffer in Wohnzonen, um in den Feldbrunner W2/W3-Gebieten rund 20 Prozent mehr Personen aufnehmen zu können. Dazu zählen ebenso die Aufhebung der Ausnützung in der Kernzone, die Reduktion der Baulinien auf 3 Meter zugunsten der besseren Überbaubarkeit der Parzellen und die Überprüfung der Gebiete mit Gestaltungsplanpflicht im Sinne einer angemessenen Dichte.

Von Interesse sind ausserdem noch Überbauungsverträge mit den Eigentümern der Einzonungsgebiete Steinenberg und Schützenstrasse und ein entsprechender Geländeabtausch, da Feldbrunnen keine grossen Baulandreserven mehr aufweise. Als wichtiges Ziel bezeichnet wird auch die Schaffung eines Bereichs «lebendige Dorfmitte» ohne bisher übliche Ausnützung und Baulinien beidseits der in ihrer Entwicklung geförderten Baselstrasse. Die Quartierkernzone St. Niklaus wird aufgehoben.

Änderungen im Zonenplan entsprechend der Kantonalen Bauverordnung sehen vor, dass bisherige Zonen umgerechnet werden: von W2B nach W3, von W2A nach W2B, wobei das entsprechende Reglement die jetzige Ausnützungsziffer in Geschossflächenziffer umdatiert, damit eine hohe Ausnützung von Bau und Grundstück erreicht werden kann. Das bekannte Problem nicht ausbaubarer Dachstöcke würde sich damit erledigen. In den jeweiligen Wohnzonen kann nur in der vorgeschriebenen Geschosshöhe gebaut werden.

Orientiert wurde auch zum Thema Schutzzonen, Grünzonen. So setzt sich der Gemeinderat zum Ziel, Fahrhof und Biedermanngrube aufzuforsten. Ergänzungsbauten in den Schutzzonen Schloss Waldegg, Villa Serdang und Villa Lueg sind nur in engster Zusammenarbeit mit der Gemeinde zulässig. Sorgen bereitet gegenwärtig die Schutzzone Allee. Künftig soll sie erweitert werden. Probleme sahen Ratsmitglieder auch in «Sichtweiten», die durch die Baulinienreduktion tangiert sind. Ein Hinweis im Baureglement soll mögliche Konflikte entschärfen.

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