Steinhof
Feuchtigkeit führt zu Problemen bei der Marienkapelle-Sanierung

Trotz Probleme mit der Feuchtigkeit läuft die Sanierung der Marienkapelle genau nach Zeitplan.

Rahel Meier
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Probleme bei der Sanierung macht die Feuchtigkeit, die die Wände hochkriecht.

Probleme bei der Sanierung macht die Feuchtigkeit, die die Wände hochkriecht.

Rahel Meier

Die Restaurierungsarbeiten an der Kapelle im Steinhof laufen plangemäss. Der Baubeginn wurde leicht vorgezogen, damit das braune Langohr, eine seltene Fledermausart, die das Dach, den Turm und den Estrich der Kapelle als Sommerquartier nutzt, möglichst wenig gestört wird.

Braunes Langohr ist gefährdet

Das «braune Langohr» ist in der ganzen Schweiz verbreitet. In den letzten Jahren wurde aber ein massiver Bestandesrückgang verzeichnet, da immer weniger reich strukturierte Landschaften mit Obstbäumen und Hecken vorkommen, in denen die Fledermäuse ihre Nahrung finden. Bei Umbauten und Renovationen wurden zudem viele geeignete Verstecke und Lebensräume zerstört. Langohren hängen meist unsichtbar in Dachstöcken. Sie verkriechen sich auch gerne in Ritzen und Spalten. Im Winterhalbjahr sind die Fledermäuse nicht in der Kapelle, sondern verkriechen sich in Baum- und Felsenhöhlen oder in Kellern mit Naturböden. Zirka Mitte Mai kehren die Fledermäuse in die Kapelle zurück. Weil die Langohren sehr störungsanfällig sind, wurde bei der Renovation darauf geachtet, die Arbeiten am Dach möglichst termingerecht abschliessen zu können. Fledermäuse sind bedroht und geschützt. Deshalb wurde das Vorgehen mit dem kantonalen Fledermausschutz-Beauftragten abgesprochen. (rm)

Tatsächlich strahlt das Dach seit wenigen Tagen in neuem Glanz. Der Unterbau wurde erneuert. Teilweise kamen bei der Abdeckung des Daches auch Schäden an der Holzkonstruktion zum Vorschein, die behoben werden mussten.

Die Arbeiten am Turm sind bereits ausgeführt.

Die Arbeiten am Turm sind bereits ausgeführt.

Rahel Meier

Die Ziegel wurden rechtzeitig geliefert und das Dach neu eingedeckt. Zierwerk und Zifferblatt wurden zur Restaurierung in eine Werkstatt transportiert und sind teilweise bereits wieder montiert.

Im Innern der Kapelle ist das Fresko an der Decke bereits restauriert worden. Die Wände sind grösstenteils frisch gestrichen. Probleme macht die Feuchtigkeit, die die Wände hochkriecht. Darum soll entlang der Aussenfassade eine Sickerleitung erstellt und eine Sickerpackung gelegt werden.

«Wir hoffen, dass das den gewünschten Erfolg bringt», erklärt Heinz Kaufmann. Er begleitet als Architekt die Sanierung der Kapelle. Das Vorgehen sei so mit der Denkmalpflege abgesprochen worden.

Einweihung im Herbst

Die Kulturgüter der Kapelle wurden durch die regionale Zivilschutzorganisation Wasseramt Ost inventarisiert und fachgerecht zwischengelagert. Die Statuen sind in der Werkstatt der Restauratoren. Auch die Bänke und die Lampen werden aufgefrischt. Ebenso der Holzboden.

Der Altar ist zurzeit noch eingepackt, wird aber schon bald direkt vor Ort fachgerecht saniert. Kaufmann hofft, dass alle Arbeiten im Juli abgeschlossen sind. Im September oder Oktober soll die Kapelle dann mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht werden.

Trotz einiger unvorhergesehener Probleme, dürfte die Sanierung im Rahmen des Budgets bleiben. Die Kapelle gehört der Bürgergemeinde Aeschi, die eine Spendenaktion lanciert hat, um die benötigten 300'000 Franken aufzutreiben. Rund 200'000 Franken sind bereits eingegangen.

Die Marienkapelle auf dem Steinhof – genannt «Chüuchli» – wurde 1720 erbaut, 1911 renoviert und 1970 letztmals renoviert.