Hilari

Fertig Winterschlaf: Der Biberister Schnägg ist aufgewacht

Einen berauschenden Abend mit italienischem Charme genossen die Fastnachtsbegeisterten am Hilari im vollbesetzten Saal der Biberena. Für den «Schnägg», Biberists fasnächtliches Wahrzeichen, endete der lieb gewonnene Aufenthalt beim Herbergsvater.

Punkt 18.30 Uhr war es mit dem Winterschlaf des «Schnäggs» vorbei. Böllerschüsse weckten ihn beim Herbergsvater Uriel Kramer. Miterleben durfte er aber anschliessend das spritzige Hilari-Programm auf der Bühne der Biberena. Die Tambouren eröffneten in gewohnt rhythmischer Perfektion und mit Showblocks den Hilari. «Wie hesches?», fragt das diesjährige Fasnachtsmotto. Das Sujet der Plakette mit dem einäugig zwinkernden «Schnägg» zeichnete Claudio Knörr, das Motto stammt von Irene Orschel.

Gut geht es sicher dem neuen Gemeindepräsidenten, Stefan Hug-Portmann, die kommenden 32 Tage. Kaum im Amt, wurde er nämlich seines Amtes enthoben. Das Zepter übernehmen die Narren mit Ehrenobernarr Werner Jäggi. «Ich freue mich auf die zusätzlichen Ferientage», bekundete der «freigestellte» Boss. Er informierte schalkhaft über seine effiziente Gemeinde. So sei für den Bleichenberg extra eine neue Putzmaschine angeschafft worden, die, um den Verkehr nicht zu behindern, mit 50 Stundenkilometern fahre.

«Schnäggs» Wahrnehmungen

Den ein Jahr lang gehegten «Schnägg» wieder hergeben musste Herbergsvater Uriel Kramer. Heiteres und Bedenkliches erlebte das fasnächtliche Tier im letzten Jahr. Gewundert hat es sich laut Uriel Kramer über das Tempogestürm im Bleichenberg. Mysteriös empfand es das Verschwinden und wieder Auftauchen des neuen Velos von Bauverwalter Nicolas Adam.

Im neuen Bücherschrank schmökerte der «Schnägg» in speziellen Publikationen wie «Die letzten Tage» von Martin Blaser, «Das kleine Buch der Mode» von Susanne Mollica, «Verschmähte Träume» von Simon Bürki und «Abgewählt» von Stephen Vögeli und Stefan Bühler. Erfreuliches erlebte er an der GEWA in der Papieri und an der Kilbi mit dem abtretenden Richard Kopp.

Italiener als Lieblingsausländer

Zwerchfellerschütternde Lacher rief Comedian Sergio Sardella hervor. Der Secondo widerlegte in seiner Sprachgewandtheit die Redeweise: «Früher war alles besser». Voller Entsetzen erinnerte er sich an die weichen Päckchen seiner Grossmutter zu Weihnachten. Eine ganze Schafherde habe sie nacktgestrickt. Wenn er an die wollenen Unterhosen und Rollkragenpullis denke, bekomme er heute noch einen Hautausschlag.

Er stellte fest, dass sich, im Gegensatz zu früher, die Italiener zu den Lieblingsausländern gemausert haben. «Wir sind so nett, dass wir die Schweizer sogar an die Fussball-WM lassen. Wir aber bleiben zu Hause», verkündete er. Er sprach von «Niedergaren», wenn die Familie in der Sommerhitze mit dem Fiat in die Ferien fuhr. «Höret mir uf mit früecher isch alles besser gsi», meinte er zu den gut gelaunten «Ragazzi» im Saal.

Schnäggelied bewahrheitet sich

Zur ausgelassenen Stimmung verhalfen die sechs Guggen. Viel Anerkennung erheischte die Kindergugge «Note-Tschauper» von den spontan klatschenden und mitschunkelnden Zuschauern. Gefällig gekleidet und geschminkt elektrifizierten die beiden Solothurner Guggen «Aare-Jätter» und «Konfettistampfer», die Recherswiler «Jguschränzer», die «Baukebieger» aus Kriegstetten und natürlich die einheimischen «Ventil-Blöterler».

Zu einem Biberister Hilari gehört laut Sven Düscher, der durchs Programm führte, das «Schnäggelied». Der Refrain «Schnägge-Schnägge-Hüsli, mir si scho fescht im Schuss», lauthals mitgesungen, war keineswegs übertrieben. Den Schluss mit «Higgi, häggi hü, es bombe Fescht bis morn am drü», hat sich so mancher Fasnächtler an der Bar zu Herzen genommen.

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