Günsberg

Fernsehgenossenschaft aufgelöst und Aktien übernommen

Teil der Gemeinde Günsberg

Teil der Gemeinde Günsberg

Mit der Auflösung der eigenen Fernsehgenossenschaft übernimmt die Gemeinde Günsberg ein Aktienpaket an der «ggsnet Schwängimatt».

Martin Berger, Präsident des 37 Gemeinden und 24 000 Hausanschlüsse umfassenden Kabelverbundes ggsnet Schwängimatt, erläuterte, dass Nachfolgeprobleme zur Auflösung der örtlichen Genossenschaft führen. «Wir sind alle etwas amtsmüde geworden», begründete er den Rückzug jahrelang ehrenamtlich tätiger Genossenschafter.

Da Günsberg über ein modernes Kommunikationsnetz verfügt, schlug er vor, das Netz in die neugegründete ggsnetz ag einzubringen. Aus zwei Varianten entschied sich die 54-köpfige Gemeindeversammlung – bei sieben Enthaltungen – für die Vergütung mit einem Aktienpaket und gegen eine Barzahlung an die Einwohnergemeinde.

Die Netzbewertung inklusive vorhandenen Aktien ergibt einen Wert von 141 360 Franken. Die Aktien sind nicht frei verkäuflich, sichern aber der Gemeinde weiterhin ein Mitspracherecht und sorgen dafür, dass die monatlichen Abonnementsgebühren für fünf Jahre auf 18 Franken eingefroren bleiben.

1,25 Mio. Franken investieren

Vor dem eigentlichen Budget stellte Ronald Schütz namens der Baukommission die beiden wichtigen neuen Strassenbauvorhaben vor. Der Buchenrain braucht neue Leitungen für Kanalisation und Wasserversorgung. Den Strassenbau eingerechnet, wird die Sanierung 515 800 Franken kosten. Für die Anstösser fallen hier keine Perimetergebühren an. Die Versammlung unterstützte den Ratsantrag einstimmig. Das zweite Projekt betraf eine neue, 110 Meter lange Erschliessungstrasse im Buchweid. Vorgesehen ist, die Strasse nur 4,50 Meter breit, ohne Randabschlüsse auszuführen. Ob die dort liegende Kanalisation aus dem Jahr 1964 schadhaft ist, muss nochmals überprüft werden. Im Buchweid sind die Anlieger beitragspflichtig, weil es sich um einen Neubau handelt. Die Gemeinde trägt Kosten in Höhe von 185 000 Franken. Aus dem Plenum angeregt wurde, hier eine Einbahnregelung zu schaffen. Bei drei Enthaltungen waren die Stimmberechtigten mit der Ausführung einverstanden.

Finanzressortchef Andreas Bühler stellte diese Planungen in den Zusammenhang aller Investitionen, die gesamthaft 1,25 Mio. Franken ausmachen, zu rund 600 000 Franken aber von Spezialfinanzierungen getragen sind. Der Rest von 655 400 Franken ist indes steuerrelevant. Grosse «Brocken» sind die Kirchgasse und das Stapelbecken. Weitere umfangreiche Aufgaben warten laut Finanzplan in den Jahren 2016/17 mit der Sanierung des neuen Schulhauses für etwa 1 Mio. Franken.

Schöner Überschuss

Da die Laufende Rechnung ohne das positive Abstimmungsergebnis «Neuer Finanzausgleich» kalkuliert war, erhöht sich bei Ausgaben von 5,52 Mio. der Ertragsüberschuss von 32 700 auf über 100 000 Franken. Zudem ist die Gemeinde kein Einzahler mehr. Bühler hatte die Entwicklung wichtiger Kontenbereiche erläutert und festgehalten, dass die Aufwendungen in der Bildung und im Sozialen mit geplanter «Gegensteuer» beobachtet würden. Beim Steuervolumen von 4,1 Mio. Franken war zu hören, dass hier künftig weniger – die Rede war von fast 25 Prozent – zu erwarten sei, weil ein potenter Steuerzahler in den Ruhestand wechsle. Vorerst aber bleibt der Steuersatz auf 116/99 Prozent. Beide Voranschläge passierten einstimmig.

Die nach dem Ausscheiden von Niederwil nötige Revision von Vertrag und Reglementen der Gemeinsamen Feuerwehr Günsberg, die Balm und Kammersrohr einschliesst, erzielte in der Versammlung Zustimmung. Das Bausekretariat wird sich vom Jahresbeginn an wieder in der Gemeindeverwaltung befinden.

Zum Abschluss ereiferte sich ein Votant, dass es nicht im Sinn von Günsberg sei, wenn Spekulanten, wie gerade jetzt an der Fiechtlerstrasse, das Land aufkauften und so den Erwerb durch Einheimische verunmöglichten. Laut Jenni wird die ins Leben gerufene Planungskommission auch dafür sorgen, «...dass wir nicht wie wild wachsen».

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