Am Nachmittag des 18. Mai 2017 kommt es in Zuchwil zu einem Verkehrsunfall mit Folgen: Die Ladung eines litauischen Sattelschleppers bleibt an der Eisenbahnbrücke hängen und gerät in Schieflage. Als der Chauffeur auf das Trottoir ausweicht, fällt ein Teil der geladenen Fensterscheiben gegen einen vorbeifahrenden Lieferwagen. Die Folge: Verkehrschaos und Stau im Raum Zuchwil.

Per Strafbefehl wird der rumänische LKW-Fahrer nun verurteilt – zu einer Busse von 500 Franken wegen Strassenverkehrswiderhandlungen. Die Strafe mag angesichts viel höherer Bussen, die im Verkehrsbereich ausgesprochen werden, milde erscheinen – ist laut Anwalt Kenad Melunovic aber angemessen, wie er gegenüber "Tele M1" sagt. Der Fahrer – er war mit bewilligter Überhöhe unterwegs – habe die Route nicht richtig berechnet und sei in die Brücke gekracht. Aber nicht absichtlich. Das ist der entscheidende Punkt. Absichtliches Vorgehen hätte die Strafe wohl ebenso erhöht wie wenn eine Person verletzt worden wäre. Das sei in diesem Fall aber reine Spekulation, sagt Melunovic. "Im Strafrecht gilt das sogenannte Verschuldensprinzip. Man schaut: Was hat sich der Fahrer im strafrechtlichen Sinne zuschulden kommen lassen?"

Nicht ins Gewicht fällt der Schaden, den der Fahrer angerichtet hat. Er wird laut dem Aarauer Rechtsanwalt zivilrechtlich abgehandelt, in diesem Fall über die Haftpflichtversicherung. (mwa)

Bilder von der Unfallstelle: