Architekturwettbewerb
«Fenster in eine andere Welt»: So soll das Pflegezentrum in Bellach einmal aussehen

In Bellach wollen die Pflegezentren Forst und Magnolienpark einen gemeinsamen Neubau realisieren. Nach einem Architekturwettbewerb wurde das Projekt «Fenster in eine andere Welt» als Sieger auserkoren.

Fabio Vonarburg
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So stellen sich die siegreichen Architekten den Aussenbereich des geplanten Pflegezentrums in Bellach vor.

So stellen sich die siegreichen Architekten den Aussenbereich des geplanten Pflegezentrums in Bellach vor.

Visualisierung/gsj architekten ag

Beschwerlich, dieses Adjektiv beschreibt den bisherigen Weg zu einem neuen Pflegezentrum in der Region sehr passend. Rund acht Jahre ist es her, als die beiden Pflegezentren Forst und Magnolienpark die ersten Schritte unternahmen, um einen gemeinsamen Neubau realisieren zu können.

Der Grund: An beiden bestehenden Standorten besteht erheblicher Sanierungs- und Erneuerungsbedarf. Doch die Suche nach einem gemeinsamen Standort verlief harzig. Der Plan A, den Neubau auf dem jetzigen Gelände Magnolienpark zu errichten, verlief in einer Sackgasse. Plan B, das Projekt auf dem Areal Weitblick umzusetzen, hätte zu viel Zeit in Anspruch genommen und so wird derzeit Plan C verfolgt, auf dem Gelände Hofgarten in Bellach, und endlich geht es vorwärts.

Bedürfnisse der Bewohner stehen im Fokus

Nach einem Architekturwettbewerb wurde das Projekt «Fenster in eine andere Welt» von Graf Stampfli Jenni Architekten als Sieger auserkoren. Diese haben das Projekt gemeinsam mit dem Innenarchitekturbüro Grego und der David & Vonarx Landschaftsarchitektur GmbH aufgegleist.

Das Projekt sei auf die Wohnbedürfnisse der Bewohnenden ausgerichtet, hält die Jury in der schriftlichen Würdigung des Siegerprojekts fest. «Dem Team gelingt es, in den beiden langgezogenen Gebäudetrakten eine reiche atmosphärische Wohnwelt zu gestalten.» Dies dank des geplanten Wohnkorridors, «der sich zu Aufenthaltsräumen, Nischen und Essräumen ausweitet».

Man hätte sich stark an den Bedürfnissen der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner orientiert, führte Andrea Stampfli, vom siegreichen Architekturteam, bei der Präsentation in Bellach aus. «Für uns war zentral, dass das Leben im Pflegezentrum nicht nur auf den Zimmern stattfindet, sondern auch auf dem Korridor.»

Ein Punkt, der dem Geschäftsführer der Stiftung Fomaso wichtig war, wie er an der Präsentation des Siegerprojekts, ausführte. Denn eines hätte ihm Ansporn gegeben, wie Markus Rusterholz erzählte: «Ich wurde von mehreren Bewohnerinnen und Bewohnern des Magnolienparks gefragt, ‹wenn wir nach Bellach zügeln, ist es dort dann noch immer so wohnlich und familiär?›»

Fuktionalität wichtiger als Design

Daneben hob Rusterholz zwei Punkte heraus, die der Bauherrschaft wichtig war. Erstens: Die Funktionalität und die Kosten sind wichtiger als das Design des Gebäudes. Zweitens: Das künftige Pflegezentrum muss modular sein, sich verändern können, um sich den Bedürfnissen in der Zukunft anpassen zu können. «Wir wissen noch nicht, welche Krankheitsbilder wir in zwanzig Jahren begleiten dürfen», sagte Rusterholz. Darum müsse man etwa Räume grösser und kleiner machen können. «Corona ist das beste Beispiel, wie die Pflege plötzlich vor einer neuen Herausforderung steht, auf die man reagieren muss.»

Nun steht der Beginn des Vorprojekts an. Derzeit ist die Absicht, dass das fertige Pflegezentrum Herbst 2023 bezugsbereit sein soll. Entstehen sollen gemäss jetzigem Plan 100 Zimmer und 28 Wohnungen, die auf das Wohnen im Alter ausgerichtet sind. Im künftigen Pflegezentrum, das auch ein Begegnungsort sein soll, soll es aber auch eine Arztpraxis, eine Kindertagesstätte und ein öffentliches Restaurant geben.