Frank Buchser (1828 bis 1890) war nicht nur ein weit gereister Maler, sondern auch Ammann in Feldbrunnen und Sohn eines Gastwirtes. So wurde der wohl berühmteste Einwohner der Gemeinde zum Namensgeber für das neue Restaurant im Dorf, das morgen eröffnet wird. Tatsächlich ziert Frank Buchser nicht nur die Speisekarte: Er prangt selbst im Grossformat an der Wand und begrüsst die Gäste, die hereinkommen, sozusagen persönlich. Buchser fühlt sich dort sicher wohl, sein Geburtshaus steht nur wenige Meter vom Restaurant entfernt. Der Namenswechsel des Restaurants vom «Durstigen Wanderer» zu «Buchser, Bar und Chuchi», ist nicht das Einzige, das auffällt. Gaststube, Säli und die Toilettenanlagen wurden saniert, eine Wand herausgerissen, der Boden komplett erneuert und die einzelnen Räume einem Facelifting unterzogen.

Viel Rückhalt

So überraschend und faszinierend wie die Bilder von Frank Buchser sind, soll auch das Buchser Restaurant werden. Esther Luterbacher Graf ist Vorstandsmitglied der Genossenschaft zum Durstigen Wanderer, die den Restaurantbetrieb neu trägt. «Die Räumlichkeiten gehören weiterhin der Gemeinde. Die Genossenschaft hat sie gepachtet. Wir haben zudem eine Geschäftsleitung engagiert, die den Betrieb für uns überwacht», erklärt sie das Konstrukt. Das Restaurant soll gleichzeitig Dorfbeiz, Weinbar und gutes Speiserestaurant sein. Ein Spagat, der nicht einfach zu bewerkstelligen ist.

Esther Luterbacher Graf und Christoph Maurer (Präsident Genossenschaft zum durstigen Wanderer) sind zuversichtlich, dass dieser Spagat funktioniert. «Die Idee für die Gründung der Genossenschaft entstand an einem Quartierfest», so Luterbacher Graf. Ein grosser Teil der Bevölkerung stehe hinter der Idee. «Wir spüren viel Unterstützung», so Christoph Maurer. Die Genossenschaft hat in der Zwischenzeit schon über 150 Mitglieder, die meisten davon sind aus Feldbrunnen-St. Niklaus. Fast täglich melden sich weitere Interessierte. Man freue sich aber auch, wenn künftige Gäste oder Einwohner aus Nachbardörfern Genossenschaftsmitglied werden.

Unterstützung durch Gemeinde

Der Umbau der Räumlichkeiten wurde durch die Gemeinde bezahlt. «Das war entscheidend für uns. In den alten Räumlichkeiten wollten wir kein Restaurant führen.» Der Genossenschaftsvorstand hat sich viele Gedanken zum neuen Restaurant gemacht. «Wir haben verschiedenste Varianten durchgerechnet und einen Businessplan erstellt.» Der Betrieb des Restaurants müsse selbsttragend sein, einen grossen Gewinn erwartet man aber nicht.

Das Buchser Restaurant soll zu einem Treffpunkt für die Dorfbevölkerung werden. Der Stammtisch lädt dazu ein, sich gemeinsam hinzusetzen. Oder einen Jass zu klopfen. Hier kann man eine normale «Stange» trinken, aber auch diverse Spezialbiere. Wer lieber ein Glas Wein trinkt, der findet eine gut ausgestattete Weinkarte und eine kleine Snack-Karte. Dazu einen Bereich mit hohen Tischen und Stühlen. Die Speisekarte präsentiert sicht klein, aber fein. Verarbeitet werden auch regionale Produkte, etwa Tagliatelle vom Fluryhof oder Gommer Pilzravioli. Aber es gibt auch einen Buchser Burger oder Chef’s Rindstatar.

Im Restaurant finden 70 bis 80 Personen Platz. Im Sommer hat es ebenso viele Plätze auf der Terrasse. Das Buchser Restaurant ist jeden Tag von 9 bis 23 Uhr geöffnet. «Wir haben in der Küche insgesamt vier Leute und auch im Service haben wir mehrere Mitarbeitende eingestellt», so Luterbacher Graf. Als Hauptgastgeber sind Chefkoch Jürgen André und Restaurantleiterin Melanie Häfner für das Wohl der Gäste zuständig. Beide seien «jung an Jahren, aber reich an Erfahrung», wie es Kommunikationsfachfrau Luterbacher Graf formuliert.

Gastspiel für Gastköche

Neben den fest angestellten Köchen lockt das Buchser Restaurant mit Spezialabenden, die von bekannten Köchen aus der Region bestritten werden. So ist bereits klar, dass Fritz Haudenschild, ehemaliger Wirt und Chef de Cuisine des Restaurants «Zum Fritz» sein «s’bescht Entrecôte vor Wäut!» vier Mal zelebrieren wird.

Auch Urban Schiess wird seine Kochkünste in Feldbrunnen vorführen. Und Ende Oktober ist eine Serata Siciliana mit Donna Maria und Pasta, Pesce und Pasticceria geplant.

«Bei uns sind auch Vereine und Laien herzlich eingeladen zu kochen.» So sei beispielsweise ein Abend mit hausgemachtem typisch italienischen Essen in Planung. Weiter kann sich der Vorstand der Genossenschaft durchaus vorstellen, dass im Restaurant auch Konzerte oder Lesungen stattfinden. «Von vielen wird zudem ein Jassabend gewünscht.»

Das Restaurant Buchser eröffnet morgen Dienstag offiziell, es ist täglich von 9 bis 23 Uhr geöffnet. Warme Küche gibt es bis 21.30 Uhr.

Infos unter www.restaurant-buchser.ch