Selzach
FDP will einen fünften Sitz – und warnt vor Steuerverlust

Die SVP tritt nicht an den Gemeinderatswahlen in Selzach an. Ein Sitz wird frei – und die anderen Parteien wollen ihn. Für wen wird sich das Stimmvolk entschieden?

Rahel Meier
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Selzach wird sich am 21. Mai für die Besetzung des Gemeinderats entschieden. Wer den SVP-Sitz bekommt, ist noch nicht klar.

Selzach wird sich am 21. Mai für die Besetzung des Gemeinderats entschieden. Wer den SVP-Sitz bekommt, ist noch nicht klar.

Oliver Menge

Elf Sitze gibt es in Selzach zu verteilen. Vier hält bisher die FDP, vier die CVP und zwei die SP. Der elfte Sitz wanderte in den letzten acht Jahren zwischen der Liste von Peter Brudermann und der SVP hin und her. Die SVP tritt nun aber nicht mehr an. Dass die SVP keine Liste mehr eingereicht hat, ist nicht ganz unverschuldet passiert. Die Parteileitung hat den Abgabetermin verpasst. «Wir haben allerdings auch keine Kandidaten gefunden», erklärt Robin Grabherr. Er hat das Parteipräsidium zurzeit noch inne, obwohl er im Verlauf der Legislatur aus der Gemeinde weggezogen ist und deshalb auch aus dem Gemeinderat
zurücktrat.

Die Kandidierenden der FDP

Michael Bur (1982, Unternehmensberater), Max Heimgartner (1967, Leiter Implementation, bisher), Fabian Hugi (1984, Chauffeur), Beat Kohler (1960, Informatiker), Aldo Mann (1986, Landwirt), Christoph Scholl (1984, Informatikleiter, bisher), Silvia Spycher (1968, Gemeindepräsidentin, bisher).

Bürgerlich bleiben

Für FDP-Parteipräsident Christoph Scholl ist klar, dass seine Partei den Sitz der SVP holen sollte, damit er in bürgerlicher Hand bleibt. «Vor 12 Jahren hatten wir diesen fünften Sitz noch», so Scholl. Er ist zuversichtlich, denn vor vier Jahren war die FDP die einzige Partei in Selzach, die ihre vier Sitze ohne ein Restmandat holen konnte. Zudem kann die FDP mit drei Bisherigen, unter anderem Gemeindepräsidentin Silvia Spycher antreten. Einzig Peter Däster tritt nach zwei Legislaturen als Gemeinderat zurück.

Themen gebe es für die FDP sicher genug, so Scholl. Weiterhin will die Partei gegen die flächendeckende Einführung von Tempo 30 kämpfen. Auch die Ortsplanung wird den Gemeinderat in den nächsten Jahren stark beschäftigen. Die Integration der Kinderbetreuung in die Gemeinde will die FDP aktiv begleiten. «Unsere Finanzen im Lot zu halten, wird sicher ebenfalls eine grosse Herausforderung», so Scholl. Selzach habe in den letzten Jahren stark von den Steuereinnahmen der Medtech-Firmen profitiert. Diese würden künftig nicht mehr gleich fliessen.

Die Kandidierenden der CVP

Viktor Brotschi (1988, Landschaftsgärtner), Brigitte Danz (1961, Teamleiterin), Hans-Peter Hadorn (1964, Schulleiter/Lehrer, bisher), Sven Mehlhase (1975, IT System Engineer), Bianca Steiner (1978, Personalfachfrau/Mutter), Thomas Studer (1964, Förster, bisher), Norbert Ziegler (1961, Gebietsverkaufsleiter).

Thomas Studer (Parteipräsident CVP) ist etwas weniger forsch, wenn es um die Wahlziele geht. «Wünsche hat man immer. Natürlich würden wir einen fünften Sitz nehmen», meint er. Dazu brauche es aber auch ein bisschen Glück. Andreas Altermatt (8 Jahre) und Andreas Zuber (12 Jahre) treten als Gemeinderäte zurück. Die Partei habe eine ausgewogene Liste, so Studer. «Extreme Freude habe ich an den beiden Frauen, die wir gewinnen konnten. Es sind nicht nur einfach Quotenfrauen, sondern zwei Personen, die ein gutes Potenzial haben und einen guten Rucksack mit sich bringen.» Die CVP will sich weiterhin für die Naherholungsgebiete in der Gemeinde einsetzen, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und für eine gesunde
Finanzpolitik.

Die Kandidierenden der SP

Peter Bichsel (1972, Vertriebsingenieur), Stephan von Büren (1964, Informatiker), Carmen Zeller (1969, Kauffrau, bisher).

Schulweg sicherer machen

Auch die SP steckt die Ziele nicht allzu hoch. «Wir haben nur drei Kandidaten. Da wäre es etwas vermessen, wenn wir auf den dritten Sitz spekulieren würden», so Parteipräsident Stephan von Büren. «Schön wäre es natürlich. Immerhin hatten wir bis vor acht Jahren jeweils noch drei Sitze.» Die SP muss den Rücktritt von Franziska Grab (nach acht Jahren) verkraften, kann aber mit Carmen Zeller eine Bisherige portieren, die weitermachen möchte.

Die SP möchte sich weiterhin für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Tagesstrukturen im Dorf einsetzen. Viel habe man bereits erreicht, nun gehe es darum die Angebote weiterzuführen und sie zu verankern. Im Bereich Verkehr sieht die SP Schwachstellen auf dem Schulweg, die verbessert werden sollten. «Unserer Meinung nach gibt es hier noch einiges zu tun.» Schliesslich will die Partei aktiv in der Ortsplanung mitarbeiten. Selzach solle seinen Dorfcharakter behalten. «Wachstum soll weiterhin möglich sein, aber nicht so stark wie in den letzten Jahren.»