Bellach sucht eine Gemeindepräsidentin oder einen Gemeindepräsidenten. Die wurde nötig, weil der bisherige Gemeindepräsident Roland Stadler (FDP) am Sonntag, 11. März, überraschend verstorben ist.

In den Startlöchern bereit steht schon längere Zeit die FDP, die in den letzten Jahrzehnten als stärkste Partei jeweils das Gemeindepräsidium im 5300-Seelen-Dorf für sich beanspruchte. Gleich zwei Kandidaten stellen sich einer parteiinternen Ausmarchung, die am Donnerstagabend an der Generalversammlung der FDP durchgeführt wird. Nominiert wurden vom Vorstand der Ortspartei Linda Walter-Naef und Beat Späti.

Eigentlich hatte man von einer spannenden, offenen Wahl innerhalb der FDP geträumt, wenn da nicht die SVP-Ortspartei diese Träume torpediert hätte. Deren Vizegemeindepräsident Fritz Lehmann hatte vorübergehend bis zur Wahl einer neuen Gemeindepräsidentin oder eines neuen Gemeindepräsidenten die Leitung der Gemeinde übernommen.

Der SVP-Politiker, der viele Jahre im Kantonsrat sass, wurde nun von seiner Partei auch zum Kandidaten fürs Gemeindepräsidium nominiert. Der über die Parteigrenzen hinaus beliebte Politiker könnte für die SVP eines der raren Exekutivämter einheimsen.

In der FDP dürfte man deshalb eher zusammenrücken, um den SVP-Angriff abzuwehren, und der vermeintlich sichereren Variante (Späti) gegenüber der überraschenden Variante (Linda Walter) den Vorzug geben.

SP bleibt Gewehr bei Fuss

Noch offenbleiben will die SP. «Die Generalversammlung der SP-Ortspartei hat keine Nominierung durchgeführt», erklärt Co-Präsidentin Heli Schaffter. Der Vorstand hat aber die Berechtigung erhalten, falls sich eine geeignete Person melden würde, dies auch nachzunominieren. «Ich kann keine Namen nennen, aber ich kann auch nicht sagen, dass wir nicht antreten werden», so Heli Schaffter. Bei geeigneten Personen scheitere es aber oft daran, dass diese ihren Beruf mit dem 60-Prozent-Pensum für das Gemeindepräsidium nicht kombinieren könnten.

«Die Grünen von Bellach werden keine eigene Kandidatur ins Rennen schicken», schreibt Felix Glatz-Böni. Es seien glücklicherweise genügend andere dazu geeignete Personen im Rennen. «Ich erhoffe mir eine Entwicklung hin zu einem aktiven, vorausschauenden und ökologisch sozial und wirtschaftlich nachhaltig orientierten Bellach.» In diesem Sinne würden die Grünen nach der Nomination aller Parteien eine entsprechende Wahlempfehlung abgeben.
Auch die CVP Bellach wird keine Kandidatur zur Wahl des Gemeindepräsidiums nominieren. «Wir sind hingegen froh, dass es für das Amt zu ‹echten› Wahlen kommen wird», erklärt Gemeinderat Stefan Mollet.

Der Wahltag der neuen Gemeindepräsidentin oder des neuen Gemeindepräsidenten ist auf den 23. September angesetzt. Deadline für Anmeldungen ist der 6. August um 17 Uhr. Wählbar ist, wer in der Einwohnergemeinde Bellach stimmberechtigt ist. Wählbar ist auch, wer sich verpflichtet, vor Amtsantritt die Stimmberechtigung in der Gemeinde und die Wählbarkeitsvoraussetzungen zu erwerben. Ein Wahlvorschlag muss von mindestens 10 in Bellach Stimmberechtigten unterzeichnet sein. Ein allfälliger, zweiter Wahlgang ist auf den 3. November angesetzt.