Die Regionalband Gibberish konnte am Freitag in der vollen Thomaskirche mit ihrem Konzert im Angebot «Die Kirche rockt» ein Heimspiel feiern: Vor neun Jahren gründeten Romy David (Percussion), Regula Senn (Bass), Anja Meyer (Gitarre) und Maja Krämer (Gitarre) ihre Band in Biberist. In ebendieser Kirche gaben sie auch schon vor mehreren Jahren ein Konzert.

In der Musik zu Hause

Die vier Frauen überzeugten auf der ganzen Linie auf ihren Instrumenten und mit ihrem Gesang und konnten mitreissen. Bereits nach den ersten Klängen war klar, dass sie in ihrer Musik zu Hause sind. Bei den meisten Liedern übernahm eine der Bandmitglieder gesanglich den Lead, während die anderen passend mit stimmigen und feinfühligen Vocals untermalten und in Passagen treffend mitsangen. Auf dem Programm standen Eigenkompositionen und Covers. Für Letztere verfasste die Band eigene Arrangements.

Der Konzertabend gestaltete sich als eine Art Zeitreise, die mit altbewährten und neuen Stücken durch die Bandgeschichte führte. Mit «Ring of Fire» (Johnny Cash) wurde der gut gewählte Auftakt gegeben, der von der ersten Minute an fesselte. Das leicht schnellere Tempo, der Beat der Instrumente und Senns kräftiger Gesang versetzten in Country-Atmosphäre.

Biberister Band Gibberish singt Lady Gagas Song «Telephone»

Gibberish singt Lady Gagas Song «Telephone»

Bei der darauffolgenden groovigen Eigenkomposition «Lifetime of a Hiking Boot» konnte man sich gut vorstellen, gemeinsam gemütlich auf einen Berg zu wandern, wobei die rhythmischen Schläge auf dem Cajón von David die Füsse darstellten, die Schritt um Schritt den Weg nach oben vollführten. Schnelle, packende Songs wie «Shake it off» von Taylor Swift wurden von sanften, gefühlvollen Balladen wie «Under the Bridge» (Red Hot Chili Peppers) abgelöst und waren gleichermassen spannend.

Die Begeisterung unter den Zuschauern war gross, die nach jeder Darbietung lautstark applaudierten und pfiffen. Eifrig wurde während Darbietungen mitgeklatscht und am Schluss konnten so zwei Zugaben ergattert werden. Auch der Band war die Freude anzusehen. «Es ist praktisch das ganze Dorf hier, trotz des Regens, das ist super», so David, als sie sich nach den ersten musikalischen Leckerbissen ans Publikum richtete.

Biberister Band Gibberish singt «Royals» von Lorde

Gibberish singt «Royals» von Lorde

Eine CD-Taufe in der Kirche

An diesem Abend wurde auch das erste, neu erschienene Album getauft. Sue Sturzenegger, Verantwortliche von «Die Kirche rockt» und Diakonin der reformierten Kirchgemeinde Biberist-Gerlafingen übernahm die Durchführung dieser Zeremonie. «Ich habe darüber nachgedacht, wie ich diese CD taufen soll, denn wir sind ja nicht in einem Club», erklärte sie und fuhr lächelnd fort: «Schliesslich habe ich mich entschieden, es so zu tun, wie man es in einer Kirche eben tut.» Sie goss Wasser in ein Becken und tauchte die CD feierlich hinein.

Taufe des ersten Albums von Gibberish mit Sue Sturzenegger (Diakonin und Verantwortliche Kirche rockt)

Taufe des ersten Albums von Gibberish mit Sue Sturzenegger (Diakonin und Verantwortliche Kirche rockt)

Bei der Gründung Schülerinnen

«Gibberish» ist Englisch und heisst auf Deutsch so viel wie «Kauderwelsch». Als Meyer, Senn, David und Krämer die Band Ende Januar 2007 ins Leben riefen, gingen sie noch zur Schule, genauer in die Oberstufe. Damals lag der Fokus noch im Rockgenre und nur auf Covern. Nun hingegen ordnen sich die drei Lehrerinnen und die Arztgehilfin dem akustischen Pop zu. Gesamthaft hatten sie schon neunundsechzig Auftritte, so mehrmals im Kofmehl, in der Reithalle und auch am Märet-Fest.

Zum passenden Ambiente trug ebenfalls die Dekoration und die Einrichtung in der Thomaskirche bei: Alle Bänke waren herausgeräumt und mit Stühlen und ein paar Tischen ersetzt worden. Die Bühne schmückten ein paar Schuhe, Blumen und brennende Kerzen.

Am Ende der Aufführung gab es das Album kostenlos mit Signatur zu ergattern und man spendete für die Band.