Ausstellung
Farbenprächtige Prunkstücke locken Pilzsammler nach Biberist

Der Verein für Pilzkunde präsentierte an einer Ausstellung trotz des trockenen Sommers über 170 verschiedene Pilzarten.

Agnes Portmann-Leupi
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Pilze in prägnanten Farben.

Pilze in prägnanten Farben.

Was gibt es besseres, als sich kulinarisch in die Welt der Pilze einzuführen. Bereits die feinen Pastetchen, welche der Verein für Pilzkunde mit Koch Marcel Rohner in der Militärküche anbietet, lassen die Vielfalt erahnen.

Perfektioniert wird der Genuss mit einem Glas «Pilzler-Wy» und abgerundet mit einem «Pilzler-Kaffee». «Es war in diesem Jahr sehr, sehr schwierig, Pilze zu finden», betont Kurt Rohner, Präsident des Vereins für Pilzkunde.

Biberister und Solothurner Mitglieder hätten zusätzlich Exemplare im Wallis und im Jura gesammelt. Trotzdem zeigt die Ausstellung einen schier unerschöpflichen Reichtum.

Rund 170 verschiedene Arten präsentieren sich wunderschön, auf Zahnstochern aufgesteckt und auf Moos angeordnet.

Pilze in Grüppchen, einzeln, mit glänzenden, trockenen, klebrigen, glatten, glanzlosen, schuppigen Hüten und in den unterschiedlichsten Formen und Farben.

Vorsicht – Verwechslungsgefahr

Rote, grüne und gelbe Farbtafeln informieren, ob die Pilze essbar, ungeniessbar oder giftig sind. So macht der Sammler mit Vorteil einen grossen Bogen um Pilze wie «Spitzschuppiger Schirmling», «Grünblättriger Schwefelkopf», «Stachelbeer-Täubling» oder «Bitterer Schleimkopf».

Besser wendet er sich den essbaren Exemplaren wie «Gepanzerter Rasling», «Braunscheibiger Schneckling» oder «Fuchsiger Röteltrichterling» zu.

Aufliegende Karten – mit der Gegenüberstellung von Speisepilzen und ihren gefährlichen Doppelgängern – verdeutlichen die Wichtigkeit der Pilzkontrolle.

Der essbare Pfirsichtäubling etwa kann leicht mit dem Grünen Knollenblätterpilz verwechselt werden.

Bereits Bruchstücke seines Fruchtkörpers sind lebensgefährlich. Gefahr besteht auch zwischen dem essbaren Perl- und dem Pantherpilz, der schon oft Todesfälle verursacht hat.

Gut hinzuschauen gilt es ebenfalls beim jungen schmackhaften Steinpilz und dem sehr bitteren Gallenröhrling. Nur ein Stückchen davon kann das ganze Gericht verderben.

In einer Ecke begeistern – einem Kunstwerk gleich – die Pilze auf Totholz, welches einen idealen Nährboden bildet. Aus dem Fruchtkörper des «Echten Zunderschwamms» wurde früher Zunder zum Feuermachen sowie blutstillender Verbandsstoff hergestellt.

Faszinierend sind die Zeichnungen der Erst- bis Sechstklässler, welche die Wände schmücken und einer fantasiereichen Märchenwelt ähneln.

109 Unikate haben die Buben und Mädchen eingereicht. Kommende Woche werden alle mit einem kleinen Preis belohnt.

Junge Pilzsammler sind rar

Unter den Besuchern sind jüngere Pilzsammler beinahe nicht auszumachen. Auch um die Nachfolge im Verein ist es nicht unbedingt rosig bestellt.

Dominik Tanner, als neues, jüngeres Vereinsmitglied, begründet seine Motivation: «Für mich ist Pilze sammeln ein Grund, um in die Natur zu gehen. Der Reiz dabei ist das Suchen und Finden.»

Ausstellungsbesucher Ruedi Affolter meint: «Es muss nicht jeder Pilze sammeln, man kann sie auch einfach betrachten und sich darüber freuen.»

In der Tat bietet der Wald momentan jedem Spaziergänger sein eigenes Bilderbuch, wenn vielleicht auch nur von weniger gefragten Pilzen.

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