Asylkreis

Faire Aufteilung oder Austritt – Biezwil stellt Nachbargemeinden vor die Wahl

An der Gemeindeversammlung Biezwil wurde über einige wichtige Themen debattiert.

An der Gemeindeversammlung Biezwil wurde über einige wichtige Themen debattiert.

Neben dem Budget und dem Geld für die Drainagensanierung wurde an der Gemeindeversammlung auch über einen Alleingang im Asylwesen sowie die kommenden Rücktritte im Gemeinderat diskutiert.

Nachdem das Budget bewilligt und das Geld für die Drainagensanierung gesprochen waren, erst dann ganz am Schluss der Gemeindeversammlung wurde über die Asylsuchenden diskutiert. Ein älterer Mann aus der Versammlung wollte wissen, wer im Asylkreis mit Biezwil zusammengeschlossen sei.

Es war eher eine rhetorische Frage. Er ärgerte sich darüber, dass Biezwil im Vergleich mit Lüterswil-Gächliwil und Schnottwil die Hauptlast trägt. Von 31 dem Asylkreis zugewiesenen Asylsuchenden leben rund 20 Personen in Biezwil. Schnottwil dagegen, so Gemeindepräsidentin Rita Mosimann, beherberge keine Asylbewerber, Lüterswil in geringerer Zahl.

«Die Anzahl muss sich für Biezwil verringern», forderte sie. Kämen die anderen Gemeinden in Verhandlungen nicht entgegen, ziehe man die Konsequenzen. «Dann treten wir aus dem Asylkreis aus und organisieren uns selber. Das ist gesetzlich möglich.» Zuvor wurde mit Herbert Nagel der neue Ansprechpartner im Asylkreis vorgestellt. Für die Betreuung zuständig ist Silvia Stöckli.

Männer gesucht

Mit den Rücktritten aus dem Gemeinderat wurde auch das zweite prägende Thema erst nach dem offiziellen Versammlungsteil angesprochen. Thomas Ritz und Mike Zumbach werden nicht mehr zu den Wahlen im kommenden Frühling antreten. Auch Gemeindeschreiber Werner Isch denkt über einen Rücktritt nach.

Damit verbleiben Claudia Fringeli und Marlise Tüscher. Gemeindepräsidentin Rita Mosimann wird nach der Hälfte der Legislatur ebenfalls zurücktreten. Dann soll die oder der neu zu wählende Vize das Präsidium übernehmen. «Wir suchen also Leute für die Gemeindeämter», rief Mosimann auf.

Damit die Bevölkerung im Rat ausgeglichen vertreten sei, seien explizit Männer gesucht. Die Gemeindepräsidentin rief in Erinnerung, dass das Dorf nur so lange eigenständig bleiben könne, wie Personal für Ämter zur Verfügung steht. Ansonsten bleibe nichts anderes als eine Fusion.

Das Budget sieht bei einem Aufwand von rund 1,27 Millionen Franken ein Defizit von 22 000 Franken vor. Zusammen mit dem budgetierten Aufwandüberschuss von 2016 bleiben noch 160 000 Franken Eigenkapital. Derzeit ist dieses noch doppelt so hoch. Trotzdem wird nicht am Steuerfuss gerüttelt. Er beträgt weiterhin 125 Prozent. Gleich bleiben auch die Wasser- und Abwassergebühren.

Karl Mosimann regte an, wegen des Defizits in der Abwasserrechnung eine Gebührenerhöhung ins Auge zu fassen. Es sei besser, jetzt ein bisschen mehr zu bezahlen als später auf einen Schlag eine happige Erhöhung schlucken zu müssen. Ausserdem sei das Abwasser in Biezwil mit Fr. 1.30 pro Kubikmeter vergleichsweise spottbillig.

Rita Mosimann entgegnete, dass unter anderem durch die Überbauung der Lätsmatt die Bevölkerungszahl und damit die Einnahmen steigen würden. Man rechne mit einem Bevölkerungswachstum von 3 Einwohnern pro Jahr. Einen Antrag zur Gebührenerhöhung stellte Karl Mosimann nicht.

Seit 60 Jahren nie gespült

Einstimmig von den 25 Stimmberechtigten bewilligt wurde, wie erwähnt, die Sanierung der Drainagen für 75 000 Franken. Das Netz umfasst zwischen 7 und 10 Kilometer und stammt von 1956. Es wurde seither nie komplett gespült. Nächstes Jahr soll laut Thomas Ritz das Kanalfernsehen die Leitungen untersuchen. «Wir hoffen, dass das Netz nach der Spülung wieder in einem guten Zustand ist.» Bis im Herbst 2018 soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Meistgesehen

Artboard 1