Wegen einer ganzen Reihe von Delikten musste sich der ehemalige Geschäftsleiter der Sicherheitsfirma SAS Group AG, über die 2007 Konkurs eröffnet wurde, diese Woche vor Amtsgericht verantworten. Ihm werden ungetreue Geschäftsbesorgung, Betrug, Betrügerischer Konkurs, Misswirtschaft und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Das Urteil wurde diesen Freitag verkündet. Der Angeklagte D.A* wird zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Zudem hat der ehemalige Geschäftsführer die gesamten Verfahrenskosten zu übernehmen, so Gerichtspräsident Derendinger.

D.A sei Risiken eingegangen, die ein umsichtiger Geschäftsleiter nie in Kauf genommen hätte. Zudem habe sich der Verurteilte am Vermögen der Firma bereichert, und Zahlungen für Firmenaufträge auf sein Privatkonto fliessen lassen. Auch habe der 46-Jährige den Verwaltungsrat hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit der Firma angelogen.

Privatkläger erhält 70 000 Franken

Ein Verwaltungsrat, der ehemalige Vermieter der Büroräume an die SAS Group AG, machte kurz vor Konkurseröffnung eine «Anzahlung» von 70 000 Franken, damit ausstehende Mitarbeiterlöhne gezahlt werden konnten. D.A versicherte dem Verwaltungsrat damals, dass die Firma bald Geld für bereits getätigte Aufträge erhalten würde, und sich die finanzielle Situation somit bald wieder zum Guten wende.

Dies war jedoch nicht der Fall: Die SAS Group AG wurde kurz darauf zahlungsunfähig und das Betreibungsamt wurden eingeschaltet. Die «Anzahlung» erhielt der Verwaltungsrat und Privatkläger in diesem Fall nicht zurück. «Der Beschuldigte hat den Privatkläger arglistig in die Irre geführt», erörterte Derendinger an der Urteilsverkündung. D.A hat somit auch für die 70 000 Franken, inklusive Zinsen, aufzukommen. (nka)

*Namen der Redaktion bekannt

Betrugsprozess um Solothurner Sicherheitsfirma

Prozessauftakt am Montag(Archiv)