Buchegg
Etliche Mitwirkungs-Eingaben der Anstösser wurden im Gestaltungsplan Cutohof berücksichtigt

Der Gemeinderat entschied Umsetzung der Mitwirkung zum Gestaltungsplan des Pferdehofs am neuen Ort.

Urs Byland
Drucken
Teilen
Institutionen wie das Blumenhaus Buchegg, Rodania Grenchen, alte Schmitte Lohn oder Discherheim Solothurn nutzen das Angebot des Cutohofes in Kyburg-Buchegg.

Institutionen wie das Blumenhaus Buchegg, Rodania Grenchen, alte Schmitte Lohn oder Discherheim Solothurn nutzen das Angebot des Cutohofes in Kyburg-Buchegg.

Thomas Ulrich

«Einsprachen sind leider so sicher, wie das Amen in der Kirche.» Diese Aussage des Raumplaner Heinrich Schachenmann stimmt bedenklich. Denn laut Gemeindepräsidentin Verena Meyer verdient die Mitwirkung im Zusammenhang mit dem Gestaltungsplan für den Cutohof in Küttigkofen ihren Namen. «Die Mitwirkenden wurden ernst genommen. Viele Eingaben aus der Mitwirkung wurden berücksichtigt.» Und der Pferdehof ist mit seinen sonderpädagogischen Angeboten nicht etwa ein Fremdkörper. So quittierte die Gemeindepräsidentin Schachenmanns Zwischenbemerkung, der Pferdehof biete im Bucheggberg ein attraktives Angebot, mit: «Das ist doch klar.»

An seiner Sitzung hatte der Gemeinderat nun die Umsetzung der Mitwirkungseingaben zu entscheiden. Abgehalten wurde zuvor ein Mitwirkungsanlass, an dem Kritikpunkte gesammelt wurden, zudem wurden weitere Eingaben schriftlich eingereicht. Um Klarheit zu schaffen in Bezug auf die Anzahl Tiere, welche auf der künftigen Anlage unterhalb des Blumenhauses Buchegg eine Heimat haben werden, ist in den Sonderbauvorschriften nicht mehr von 14 Pferden, sondern von 10 Grossvieheinheiten (GVE) die Rede. Ein Pferd entspricht etwas weniger als einer GVE.

Ausdrücklich wird festgehalten, dass der Betrieb zur Hauptsache therapeutischen Zwecken dient. Diese Aussage in den Sonderbauvorschriften werde die unternehmerische Freiheit zu sehr einschränken, wandte ein Gemeinderat ein. Die Gründerin des Cutohofes, Jeanne Bessire, erklärte aber, dass sie dies in Kauf nehme. Man wolle auch in Zukunft auf dem Cutohof nur vor allem therapeutische Arbeit mit Pferden für Menschen leisten. Nicht in die Sonderbauvorschriften aufgenommen, wie von Mitwirkenden angeregt, wurden die Betriebszeiten auf dem Cutohof. Diese sind aber im begleitenden Raumplanungsbericht aufgeführt.

Wohin «fliessen» die Gerüche

Auf dem Gelände sind im Gestaltungsplan drei Baubereiche für die Hauptbauten (Bestehende Liegenschaft, Betriebsgebäude und Reitstall sowie Pferdestall) bezeichnet. Eingeschossige Kleinbauten wie Gerätehäuschen etc., aber keine weiteren Pferdeställe, sind auch ausserhalb der Baubereiche zulässig. Um gewissen Befürchtungen von Mitwirkenden entgegenzutreten, wurde die Fläche dieser Kleinbauten von 30 auf 20 Quadratmeter verringert.

Ein spezielles Kapitel sind die zu erwartenden Geruchsimmissionen. Es ist bekannt, dass sich Anwohner vor allem deswegen gegen den neuen Standort des Cutohofes wehren, der aktuell weiter westlich im Dorf Kyburg-Buchegg gelegen ist, dort aber aus allen Nähten platzt. Die Berechnungen ergaben, dass der Pferdestall mindestens 25 Meter Abstand zu bewohnten Zonen haben muss. Diese Distanz wird deutlich eingehalten. Bleibt der sogenannte Kaltluftabfluss. An windstillen Tagen, so die Befürchtung, werde die Kaltluft mit unangenehmen Geruch in Richtung Wohnzone im Süden der Anlage abfliessen. Aufgrund der Topografie wird aber ein Kaltluftabfluss in die entgegengesetzte Richtung angenommen.

Einige Kritikpunkte aus der Mitwirkung erwiesen sich als unbegründet, etwa in Bezug auf die vorhandene Weidefläche oder die Parkplätze. Andere Punkte haben nicht direkt etwas mit der Vorhaben zu tun, etwa der Wunsch, den Verkehr des Blumenhauses mit einer Ringstrasse am Cutohof vorbeizuführen. Dies müsse in einem separaten Geschäft zu einem späteren Zeitpunkt erwogen werden.

Auch dem Wunsch, Nachbarflächen in Mühledorf auszuzonen, wurde nicht entsprochen. Dort soll als Kompensation zur Einzonung in Küttigkofen Gewerbeland im Besitz von Jeanne Bessire ausgezont werden. Der Gemeinderat verabschiedete in der Folge die Teilzonenplanänderungen in Mühledorf und Küttigkofen sowie den Gestaltungsplan einstimmig zur öffentlichen Auflage. Diese startet am Donnerstag 9. November und endet am Samstag 9. Dezember. Gleichzeitig wird in dieser Sache ein Waldfeststellungsplan aufgelegt.

Budget im Minus

Definitiv verabschieden will der Gemeinderat das Budget 2018 an der nächsten Sitzung. Die Auswirkungen der an der Sitzung geänderten Punkte müssen noch einbezogen werden. Laut Vizegemeindepräsident Thomas Stutz wird ein Minus von etwa 470'000 Franken erwartet, das aber, falls die Prognosen eintreffen, mit dem vorhandenen Eigenkapital gedeckt werden kann. Eine Steuererhöhung sei nicht nötig.

Die Gemeindeversammlung wird einige Verpflichtungskredite für Investitionen entscheiden müssen. Neben diversen Strassenbauten und Vorhaben in den Spezialbereichen Wasser, Abwasser müssen 185'000 Franken für die Breitband-Erschliessung von Aetingen und Brügglen bezahlt werden. Saniert werden zudem die Reservoirs in Brügglen und Küttigkofen für je 100'000 Franken.

Der Gemeinderat hat

- den Planungskredit für die Erschliessung der alten Schulanlage Aetingen genehmigt. 87'000 Franken können von einem Restkredit entnommen werden. 13'000 Franken mussten genehmigt werden. Fragen zur weiteren Zukunft des Projekts werden in naher Zukunft erörtert;

- einem ausserordentlichen Bachunterhaltsprojekt im Höllgraben, Ortsteil Kyburg über 20'000 Franken zugestimmt;

- der Anfrage für 20'000 Franken für den Einbau eines Rechens im Mülibach bei Küttigkofen wegen dem Biberdamm nicht entsprochen. Die «Biberschützer» sollen aufgefordert werden, diesen Rechen zu bauen, um eine allfällige Überschwemmung von Küttigkofen zu verhindern;

- die Notfalltreffpunkte in Buchegg bestimmt. Die Bevölkerung wird informiert, wo sie sich im Notfall, wenn Radio und mobile Kommunikation ausfallen, treffen soll, und wo im Notfall Wasser abgegeben wird. (uby)

Aktuelle Nachrichten