Dienstagmittag kurz nach 12 Uhr: Normalerweise sitzen um diese Zeit 16 Kinder am Mittagstisch in der Mehrzweckhalle in Lüterkofen. Dieses Mal sind es allerdings etwas weniger, da einige Kinder krank sind. Dafür setzt sich eine Lehrerin spontan hin.

Nach den Sommerferien ist das Pilotprojekt Mittagstisch in Lüterkofen gestartet. Eine Bedürfnisabklärung zeigte auf, dass es Eltern gibt, die den Mittagstisch für ihre Kinder in Anspruch nehmen möchten. «Knapp zwei Drittel derer, die ihr Interesse bekundet haben, haben ihr Kind nun auch effektiv angemeldet», sagt Regina Keller (Schulleiterin Lüterkofen). Sie selbst besuche den Mittagstisch auch ab und zu und weiss, dass auch Lehrpersonen gerne zwischendurch in der Mehrzweckhalle essen würden. «Das Echo ist allgemein positiv», so Keller.

Zwei Mal mittags

Der Mittagstisch wird am Dienstag (16 Kinder) und am Donnerstag (19 Kinder) angeboten. Insgesamt acht Aufsichtspersonen helfen abwechslungsweise mit. «Wir sagen den Helfern mit Absicht Aufsichtspersonen. Sie haben keine pädagogischen Aufgaben», so Keller. Die Aufsichtspersonen animieren die Kinder zum Händewaschen vor dem Zmittag und zum Zähneputzen nach dem Essen. Sie vermitteln den Kindern auch die Regeln, die am Mittagstisch gelten. Die Schulkinder sind den ganzen Mittag über beaufsichtigt. Eine Lehrkraft begleitet die Kinder vom Schulhaus bis zur Mehrzweckhalle und übergibt sie dort an die Aufsichtspersonen. Um 13 Uhr laufen diese dann mit den Kindern zurück ins Schulhaus. Dort teilen sich die Kinder in aller Regel auf. Einige spielen draussen, bis der Unterricht um 14.10 Uhr wieder beginnt. Andere verweilen lieber drinnen. Die Aufsichtspersonen sind auch hier immer vor Ort und zur Stelle, sollte es Streit oder sonst ein Problem geben.

Verbunden mit anderen Angeboten

«Seit es den Mittagstisch gibt, bieten wir in Zusammenarbeit mit der Pro Juventute zusätzlich auch am Dienstagmittag eine Aufgabenhilfe an», erklärt Regina Keller. Die Aufgabenhilfe könne zudem wie bis anhin am Dienstag- oder Donnerstagnachmittag zwischen 16 und 17 Uhr besucht werden. Einige Kinder besuchen zudem am Dienstag- oder am Donnerstagmittag den Instrumentalunterricht. Am Donnerstagmittag finden auch die Proben des freiwilligen Schülerchores immer am Mittag statt.

Das Essen wird vom Blumenhaus Buchegg geliefert. Auch Geschirr und Besteck kommen vom Blumenhaus – so entfällt das Abwaschen für die Aufsichtspersonen. Das Blumenhaus liefert auf Wunsch laktose- oder glutenfreie Mahlzeiten und selbstverständlich vegetarische Menüs. Das Essen wird in der Pilotphase für 12 Franken abgegeben, das entspreche in etwa den Preisen, die auch andernorts verrechnet würden.

11 Franken werden für das Essen selbst verwendet, ein Franken für die übrigen Kosten, was nicht kostendeckend sei. Zu den übrigen Kosten gehören unter anderem die Löhne für die Aufsichtspersonen, die nach Dienst- und Gehaltsordnung des Schulverbandes angestellt sind. Lüterkofen stellt im Übrigen das Foyer der Mehrzweckhalle und die Küche für das Pilotprojekt
gratis zur Verfügung.

Die Anmeldeformulare für das zweite Halbjahr werden nächste Woche verteilt, so Regina Keller, die gespannt ist, wie viele Kinder sich anmelden. «Die Bedürfnisse der Eltern im Bucheggberg sind sehr unterschiedlich. Viele Kinder fahren am Mittag nach Hause, wo auch heute noch alle gemeinsam essen.» Andere Eltern sind froh, dass ein Mittagstisch angeboten wird, weil sie auswärts arbeiten, und am Mittag nicht gekocht wird.

Das Pilotprojekt wird nach einem Jahr ausgewertet. Dann müssen die Bucheggberger Gemeinden und der Schulverband entscheiden, ob der Mittagstisch weitergeführt wird und ob er allenfalls auch in Messen oder in Schnottwil eingeführt werden soll.