Auch am Donnerstag konnte auf dem Golfplatz Limpachtal nicht gespielt werden. Die heftigen Regenfälle haben da und dort auf der Anlage Seen hinterlassen. Noch mehr interessieren dürfte die Golferinnen und Golfer die Zukunft der Anlage. Die Verhandlungen von Golfplatz-Mehrheitsaktionär Rudolf Schnorf (Uetikon) mit der Migros haben in den Aktionärsreihen und beim Golfclub für Unruhe gesorgt. Einer der wichtigsten Mitstreiter von Schnorf, Karl Studer (Solothurn), ist aus dem Verwaltungsrat der Besitzerin Public Golf Bucheggberg AG zurückgetreten.

Er sei aus Enttäuschung über das Vorgehen von Schnorf aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten, erklärt Karl Studer. «Wir waren jahrelang gute Kollegen, aber diese Geschichte hat er hinter meinem Rücken durchgeführt.» Die persönliche Verletzung sei der eine Grund für den Rücktritt, mitgespielt habe aber auch die Wahl von Migros als möglicher Käufer. Mit der Migros würde sich die Qualität des Golfplatzes verändern. «Es wäre ein Niedergang», sagt Karl Studer. Bisher habe man genug Platz für das eigene Spiel vorgefunden. «Als Migros-Golfplatz wird der Golfplatz im Limpachtal an den Wochenenden von Golferinnen und Golfern überschwemmt», befürchtet er.

Zu teuer für den Golfclub?

Karl Studer will weiterhin dem Golfplatz zur Verfügung stehen. So ist er Vizepräsident des Golfclubs Limpachtal. Aber auch der Golfclub mit seinen 800 Mitgliedern wird von Mehrheitsaktionär Rudolf Schnorf präsidiert. An der Sitzung des Vorstandes des Golfclubs am Mittwochabend, der Karl Studer fernblieb, sind die Anwesenden Golfclub-Mitglieder also direkt vom Mehrheitsaktionär informiert worden.

Anwesend war auch Ursula Küffer, Sekretärin des Golfclubs. «Ich kann auch nicht mehr sagen, als was schon bekannt ist.» Die Möglichkeit, dass der Golfclub mit seinen 800 Mitgliedern selber Besitzer der Golfanlage wird, sei Wunschdenken. Laut Handelsregister beträgt alleine das Aktienkapital 4,004 Millionen Franken. «Da geht es um zu viel Geld», so Küffer. «Den Platz erhält, wer zahlen kann. Das ist der Markt.» Der Golfclub müsse sich fügen. «Aber wir wollen nicht untätig bleiben. Wir wollen, dass etwas Gutes entsteht», sagt sie stellvertretend für den Golfclub-Vorstand.

Delikate Doppelrolle

Die Situation, dass der Mehrheitsaktionär auch den Golfclub präsidiert, sei aktuell zwar eine ungeschickte Sache. «Wir wussten von Anfang an, dass diese Doppelaufgabe in bestimmten Situationen nicht optimal sein kann. Aber er ist Profi genug, das auseinanderhalten zu können», sagt Ursula Küffer. Sie glaube, dass es Rudolf Schnorf wirklich darum gehe, eine nachhaltige Lösung für den Golfplatz zu finden (wir berichteten). «Man kann hoffen, dass sich nicht allzu viel ändert.»

Der orange Riese mischt im Golfgeschäft ganz vorne mit. In der Schweiz betreibt Migros sechs Golfplätze und zwei Golfcampus. Darunter auch den Golfpark Moossee, der die 9-Loch- , die er neben einer 6-Loch-Anlage hat, zu einer 18-Loch-Anlage ausbauen will. Damit ist die Migros laut eigenen Angaben die grösste Anbieterin von öffentlichem Golf in der Schweiz. Andrea Bauer, Mediensprecherin der Migros Aare, bestätigt das Interesse der Migros an der Anlage im Limpachtal. «Es finden Gespräche statt.»