Am Sonntag versammelten sich die Aktionäre der Public Golf Bucheggberg AG. Neben Jahresbericht und Jahresrechnung war ein neuer Verwaltungsrat zu wählen. Dies nach dem überraschenden Verkauf eines Teils der Aktien von Rudolf Schnorf an die Genossenschaft Migros Aare (wir berichteten), die den Platz auf den 21. Juli übernehmen wird.

Laut Verwaltungsratspräsident Rudolf Schnorf sei die Aktionärsversammlung sehr gut besucht gewesen. «Es kamen einige Personen mehr als normal.» Sie wollten sich offenbar aus erster Hand berichten lassen, wie der Deal mit der Migros zustande kam und Kritik oder Lob anbringen. Schnorf hatte dieses Geschäft eingefädelt und ohne Absprache mit den Mitaktionären durchgezogen. Er begründet dieses Vorgehen damit, dass die Familie Schnorf die Mehrheit der Aktien besitzt. «Das ist eine interne Angelegenheit.»

Zu diesem Mehrheitsaktienpaket gehören alle 5010 Stimmrechtsaktien (je 400 Franken) sowie 44 der 500 Spielrechtsaktien (je 4000 Franken). Jede Aktie zählt eine Stimme. Insgesamt wechselten mit dem Verkauf aller Aktien der Familie Schnorf 2,18 Millionen Franken Aktienkapital (54,4 Prozent) sowie 5054 Stimmen (91,7 Prozent) den Besitzer. Zudem wird die Golf Limpachtal Betriebs- und Verwaltungs-AG mit Personal und Maschinenpark den Besitzer auf Anfang Juli zu 100 Prozent wechseln.

Schnorf bleibt Verwaltungsrat

Von den 500 Spielrechtsaktien sind 450 im Umlauf und 400 aktiv. Insbesondere aus den Reihen dieser Aktionäre sei Kritik aufgekommen, berichtet Rudolf Schnorf von der Versammlung. «Die Anträge wurden aber mit grossen Mehrheiten jeweils bei 10 bis 20 Enthaltungen und Gegenstimmen gutgeheissen.» Auch die Wahl des Verwaltungsrates, der neu aus Rudolf Schnorf, Marco Fumasoli als Golfclub-Vertreter, sowie den Migros-Vertretern Beat Zahnd CEO Migros Aare, Anton Gäumann und Jochen Müller, beide Mitglieder der Geschäftsleitung Migros Aare, besteht.

Die Kritik habe sich auf zwei Themen konzentriert. Die Mitaktionäre wollten bei der Nachfolgelösung mitreden. «Das ist aber, wie erwähnt, eine private Angelegenheit», so Schnorf. Andererseits werde ein Identifikationsverlust befürchtet. «Man kennt von der Migros nur die grossen Golfpärke. Aber hier in Aetingen ist die Genossenschaft Migros Aare einen neuen Weg gegangen. Sie kauft alles, inklusive des Kundenstamms, also der DNA des Betriebes, und sie geht damit auch ein Risiko ein.»

Es habe an der Versammlung auch positive Voten zum Verkauf gegeben, fügt Rudolf Schnorf an. «Erfreut zeigte man sich, dass die Preise nicht steigen sollen, und dass ich eine nachhaltige Lösung gefunden habe.» Insider bestätigen, dass die Wellen in Aktionärskreisen nicht mehr so hoch gehen, wie zum Zeitpunkt, als der Deal bekannt wurde. Man habe in Migros einen seriösen Partner vorgesetzt erhalten.