«Und täglich grüsst das Murmeltier», kommentierte CVP-Gemeinderat Martin Reber die seit Jahren immer wiederkehrende Diskussion über die Schulraumknappheit. Vermisst wird vom CVP-Mann eine Planungsgrundlage des Zweckverbandes Gemeinsame Schule Unterleberberg (GSU). FDP-Gemeinderat und GSU-Vorstandsmitglied Michael Järmann entgegnete, dass der Schulraum alleinige Sache der Gemeinde und nicht etwa des Zweckverbandes sei.

«Die GSU kümmert sich um das Sekundarzentrum, aber alle Schulen vor Ort liegen in der Hoheit der Gemeinden», so Järmann. Die Gemeinde müsse die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, und die GSU miete diese anschliessend. Dies bestätigte auch Gemeindepräsidentin Jasmine Huber: «Die GSU hat den Auftrag die Kinder optimal auszubilden, und wir müssen die Infrastruktur bieten».

Was hingegen gemäss Statuten in der Kompetenz der GSU liegen würde, wäre die Schülerzuteilung. Der Vorstand des Zweckverbandes habe jedoch entschieden, dass er, wenn immer möglich, die Kinder in ihren Dörfern zur Primarschule gehen lassen möchte. Zudem stehe für die Verschiebung einer ganzen Klasse im gesamten GSU-Kreis ohnehin kein leeres Klassenzimmer zur Verfügung. Beat Graf (SP) ergänzte, dass man in der alten Gemeinderatszusammensetzung lange auch davon ausging, dass die Schüler zwischen den Gemeinden hin und her gefahren werden sollten. Dem habe die Bevölkerung aber klar einen Riegel vorgeschoben. Der Zweckverband schlägt daher vor, dass man zur Raumgewinnung den nördlichen Anbau des Schulhauses um eine Etage aufstocken würde – so, wie es bereits früher vorgesehen war.

Provisorium mit Containern

Bereits 2014 wurde die GSU beim Gemeinderat vorstellig, mit der dringlichen Bemerkung, dass mehr Schulraum benötigt wird. Doch das Vorhaben sei bereits im Vorfeld vom damaligen Gemeinderat abgewürgt worden. Der Elternrat habe schliesslich Einfluss genommen, sodass man heute im Minimum die Containerlösung habe. «Das Problem ist aber nicht gelöst, denn es steht klar im Bericht der GSU, dass wir zu wenig Raum haben», sagte Huber.

Oberste Priorität

Die Schulraumknappheit resultiert dabei nicht nur aufgrund der steigenden Schülerzahlen in den kommenden vier Jahren, sondern auch wegen der Schulreform, die einen erhöhten Raumbedarf mit sich bringt. «Heute benötigt man eineinhalb Schulzimmer pro Klasse, und da sind die Nebenräume noch nicht miteingerechnet», sagte Järmann. Die Schulbibliothek musste mittlerweile gar in die Schulhausgänge ausgelagert werden. «Es kann nicht sein, dass man bei den Räumen knausert, und unsere Kinder auf kleinstem Raum unterrichtet werden müssen», sagte die Gemeindepräsidentin.

Nach der teils emotional geführten Debatte wurde eins klar – die Zeit drängt. Aus diesem Grund wird die Schulraumerweiterung ein Kernthema an der Legislaturzieltagung des Gemeinderates Anfang Jahres sein. Gleich anschliessend soll der «Marschbefehl» an die Planungskommission erfolgen.