Helion Solar
"Es ist für unsere Firma der logische Schritt in die richtige Richtung"

Noah Heynen und Samuel Beer haben ihr Lebenswerk, die Firma Helion Solar mit Hauptsitz in Luterbach, an Alpiq verkauft. Im Interview erläutert Heynen wieso.

Franz Schaible
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Samuel Beer, links, und Noah Heynen, Gründer von Helion Solar

Samuel Beer, links, und Noah Heynen, Gründer von Helion Solar

AZ

Herr Heynen, warum verkaufen Sie Ihre Anteile an Alpiq?

Noah Heynen: Es ist für unsere Firma der logische Schritt in die richtige Richtung. Die Solartechnologie wird verstärkt in die Gebäudetechnik integriert. Und Alpiq In Tec ist der schweizweit grösste Anbieter im Bereich Gebäudetechnik und somit der optimale Partner. Wir werden auch mehr Möglichkeiten in der Forschung und Entwicklung im Bereich Smart-Energy-Produkte und insbesondere der Batteriespeicherung erhalten. Smart-Energy bedeutet Optimierung der Autarkie und des Energieverbrauchs.

Sie und Ihr Geschäftspartner Samuel Beer verkaufen mit der Helion AG Ihr Lebenswerk und Sie geben Ihre Selbstständigkeit auf. War das nicht ein schwieriger Schritt?

Das war emotional sicher kein leichter Entscheid. Aber wir sind noch jung,
27- und 28-jährig. Wir werden weiterhin mit voller Kraft für das Unternehmen tätig sein. Wir bleiben hoch motiviert, etwas in der Energielandschaft zu bewegen. Wir haben uns ausbedungen, weiterhin sehr unabhängig arbeiten zu können. Eigentlich bleiben wir nach wie vor Unternehmer. Eigenständigkeit heisst für mich, am Morgen aufzustehen, eine Idee zu haben und dann loslegen zu können.

Waren Sie aus finanziellen Gründen zu diesem Schritt gezwungen?

Nein, im Gegenteil. Die Geschäftstätigkeit läuft sehr gut, im vergangenen Jahr erwirtschafteten wir einen Umsatz von 40 Millionen Franken und erzielten einen guten Gewinn. Wir hätten also problemlos unabhängig weitermachen können. Für die Mitarbeitenden bedeutet die Integration in den Alpiq-Konzern aber auch grössere Sicherheit.

Warum haben Sie gerade an die Alpiq verkauft?

Wir haben mit allen grossen Gebäudetechnik- und Energiekonzernen gesprochen. Alpiq verspricht uns die grössten Freiheiten in unseren unternehmerischen Tätigkeiten. Und Alpiq ist im Bereich Gebäudetechnik, wie gesagt, die führende Firma. Das Geschäftsfeld Photovoltaik verschmilzt immer stärker damit. Nicht nur in der Planung und Installation von Photovoltaikanlagen, sondern beispielsweise auch im Bereich der Energiespeicherung oder der Energieverbrauchssteuerung. Zudem hat Alpiq erkannt, dass die Zukunft die erneuerbare Energie ist. Alpiq ist kein Finanzinvestor.

Hat Ihnen Alpiq am meisten für Ihre Anteile geboten?

Nein, überhaupt nicht. Allein wegen des Geldes etwas zu verändern, wäre der falsche Weg respektive die falsche Motivation. Jeder, der uns kennt, weiss, dass unsere Motivation nicht und niemals von Finanziellem getrieben ist, sondern wir der Überzeugung sind, für das Unternehmen das Richtige zu tun.

Vor zwei Jahren hat AEK Solothurn ein Drittel des Aktienkapitals an der Helion übernommen. Hat diese Beteiligung zu wenig gebracht?

Die AEK war ein guter Partner und hat uns sehr viel gebracht. Wir werden weiterhin sehr eng zusammenarbeiten. Damals war Helion fast ausschliesslich in der Region tätig, deshalb war der Zeitpunkt für einen regionalen Versorger als wichtiger Miteigentümer richtig. Aus dem regionalen Player Helion ist inzwischen ein schweizweit tätiger Photovoltaik-Spezialist entstanden. Und auch Alpiq ist ein nationaler Anbieter.