Auf dem Gemeindeland südlich des Dorfplatzes sollen erschwingliche Wohnungen für ältere Einwohnerinnen und Einwohner sowie für Familien entstehen. Nachdem ein erstes Projekt letztes Jahr abgebrochen wurde, weil sich die Gemeindebehörden und die Architekten wegen Kostenüberschreitungen in die Haare gerieten, liegen nun zwei neue Projekte von neuen Verfassern vor.

Diese wurden an der Gemeinderatssitzung vom Montagabend erstmals öffentlich diskutiert. Ein neutraler, unabhängiger Architekt hat im Auftrag der Gemeinde beide Varianten begutachtet und dem Gemeinderat seine Stellungnahme präsentiert.

Das eine Projekt stammt aus der Feder von René Garo und Pascal Steiner. Es umfasst 16 altersgerechte Wohnungen in einem L-förmigen Gebäude, dies in zwei Vollgeschossen plus Attika. Unter dem Motto «von der Gemeinde – für die Gemeinde» wäre die Finanzierung durch eine Aktiengesellschaft mit Aktionären aus Feldbrunnen-St. Niklaus vorgesehen.

Als Vorteil erschien bei diesem Projekt die durch die L-Form entstehende Terrassensituation, durch die ein Innenhof kreiert würde. Der beratende Architekt machte aber auch auf Nachteile aufmerksam.

Diese bestünden darin, dass fast das ganze Grundstück gebraucht werde, weil der Bau nur zweigeschossig ist und damit viel Fläche in Anspruch nehme. So bliebe wenig Platz für die Erschliessung. Ausserdem sei es im Treppenhaus sehr dunkel und eng und Balkone zum Teil nach Norden ausgerichtet, was ebenfalls nicht ideal sei.

Pavillon mit Sitzgelegenheit

Das andere Projekt stammt von ZSB Architekten mit Sitz in Oensingen und ist ein Stockwerk höher. Es handelt sich dabei um zwei einzelne Baukörper, die aber etwa so gross seien wie die umliegenden Gebäude und sich somit gut einfügen würden. Der Zugang zum Dorfplatz sei sehr direkt vorhanden und rund um die Gebäude gebe es grosszügige Abstellflächen, was ein Vorteil zum ersten Projekt sei.

Besonders gelobt wurde der Platz zwischen den einzelnen Gebäuden, wo ein Pavillon mit Sitzgelegenheiten errichtet würde. «Dieser Pavillon kann sich zu einem extremen Pluspunkt entwickeln», so Gemeindepräsidentin Anita Panzer. Wer Kontakt suche, könne sich dort aufhalten. In diesen zwei Gebäuden wären allerdings nur 14 Wohnungen enthalten, nicht 16 wie beim Projekt von Garo und Steiner.

Dies wurde aber vom Gutachter nicht wirklich als Nachteil beurteilt, weil die Wohnungen dafür umso grösser seien und mehr Fenster hätten. Als voraussichtlicher Investor gilt bei diesem Projekt die Pensionskasse Kanton Solothurn (PKSO). Die Bruttorendite beträgt 5,03 Prozent und ist damit quasi identisch mit der Bruttorendite des L-förmigen Projekts, welches eine Rendite von 5 Prozent aufweist.

Beide Gebäude seien alters- und behindertengerecht, wobei das Projekt von ZSB laut Gutachter klare Vorteile aufweise. Zwar war sich der Rat nicht einig, ob überhaupt eine Empfehlung abgegeben werden soll. Nachdem aber die Mehrheit für die Empfehlungsabgabe stimmte, sprach sich der Rat ohne Gegenstimme für das Projekt von ZSB aus. Das letzte Wort wird die ausserordentliche Gemeindeversammlung Ende April haben. Dort werden beide Projektverfasser ihre Varianten vorstellen. Die jetzigen Vorschläge werden nicht mehr verändert.

So sähe der alternative Vorschlag aus.

So sähe der alternative Vorschlag aus.

Überschuss zeichnet sich ab

Diskutiert wurde am Montagabend auch die Rechnung 2015. Diese ist zwar noch nicht ganz abgeschlossen und laut Finanzverwalterin Isabella Howald fehlen noch einige grössere Beträge, doch es zeichnet sich ein erfreulicher Rechnungsabschluss ab. Die Rede ist von einem Ertragsüberschuss von rund 300 000 Franken.

Grund dafür sei insbesondere, dass man höhere Steuereinnahmen verzeichnen konnte, und zwar seien dies vorwiegend ausserordentliche Einnahmen, die der Kanton eingezogen habe, so etwa Grundstückgewinnsteuern und Quellsteuern. Während die laufende Rechnung erst nach dem Abschluss Ende März genehmigt und diskutiert werden soll, hat der Rat am Montag bereits die Investitionsrechnung behandelt.

Bei der Abwasser- und Abfallbeseitigung sind die Zahlen so gut, dass die Gebühren auf das Jahr 2017 angepasst werden können. In der Abfallrechnung kann ein Eigenkapital von rund 47 000 Franken verzeichnet werden.