Derendingen
Es gibt keine Tempo-30-Zone

Der Derendinger Gemeinderat steht bei der geplanten Temposenkung auf der Hauptstrasse auf die Bremse.

Nadine Schmid
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Die Tempo-30-Zone im Bereich der Hauptstrasse zwischen Floraplatz und Gemeindehaus kommt nicht zustande.

Die Tempo-30-Zone im Bereich der Hauptstrasse zwischen Floraplatz und Gemeindehaus kommt nicht zustande.

Urs Byland

Das kantonale Amt für Verkehr und Tiefbau verlangt für die geplante Tempo-30-Zone im Bereich der Hauptstrasse vom Floraplatz (Einmündung Gartenstrasse) bis zum Gemeindehaus eine weitere Stellungnahme. Als Kostenträger verlange der Kanton vom Gemeinderat in diesem Thema Einstimmigkeit.

Bei der erneuten Abstimmung im Gemeinderat am Donnerstagabend wurde nun mit sechs zu fünf Stimmen eine knappe Entscheidung gegen die Temposenkung erreicht. Die Gegner der Tempo-30-Zone argumentierten, dass durch die baulichen Massnahmen ohnehin nicht mehr als 30 gefahren werden könne und dass die neue Beschilderung nur zu Verwirrung und höherem Gefahrpotenzial führe.

Fussballerinnen trainieren in Biel

Im Winter kann die Frauenmannschaft der Nationalliga A nicht auf dem Platz bei der Sportanlage trainieren. Die geplante Investition, um dort auch im Winter Trainings zu ermöglichen und für 230'000 Franken einen Kunstrasen für einen Trainingsbereich zu installieren, wurde gestrichen.

Der Gemeinderat ist sich einig, dass bei der Sportanlage weitere Sanierungen anfallen. Er will aber einen Flickenteppich vermeiden und es deshalb als Ganzes ansehen. Dafür brauche es zunächst aber ein Konzept. Die Gemeinde finanziert nun alle Trainings der Frauenmannschaft über den Winter. Diese werden voraussichtlich in Biel in der Tissot Arena stattfinden.

«Zeit, ein Zeichen zu setzen»

Der Gemeinderat verabschiedete das Budget 2017. Seit zehn Jahren schloss Derendingen nie negativ ab. «Das ist kein Zufall, sondern fusst auf harter Arbeit aller Beteiligten», so Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP).

Das Budget sieht einen Ertragsüberschuss von rund 109 200 Franken vor. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt wegen der hohen Nettoinvestitionen nur 6.6 Prozent. Ein solch tiefer Selbstfinanzierungsgrad sei ungenügend, aber geplant, denn durch das Bauprojekt Derendingen Mitte fliessen in diesem Jahr zum ersten Mal 10 Millionen Franken in die Investitionsrechnung.

Die FDP-Fraktion beantragte eine Steuersenkung um fünf Steuerpunkte für natürliche Personen von 133 auf 128 Prozent. «Es ist ehrliche Politik. Man sieht in der Rechnung, dass der Zeitpunkt dafür gekommen ist. Damit berücksichtigen wir die gute Arbeit der Gemeinde. Es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen», so Michael Käsermann. Urban Cueni (CVP) beantragte die Senkung auf 125 Prozent. «Es ist sehr erfreulich, dass wir trotz diesen grossen Investitionen über Steuersenkungen diskutieren können.» Markus Zürcher, Leiter der Finanzkommission fügte hinzu: «Momentan belegen wir bei den Steuern Platz 95 von 109 Gemeinden, was nicht gerade zur Attraktivität beiträgt.»

Skeptischer war Markus Baumann von der SP. «Man muss nicht mit Rankings argumentieren», fand er. «Ausserdem stöhnt im Dorf niemand und diese Senkung macht rund 150 Franken für den Einzelnen aus. Die Lage von heute hat sich verändert, Gewisses können wir heute nicht mehr so locker lösen wie früher. Auch mit der Unternehmungssteuerreform kommt eine Unsicherheit auf uns zu. Und es gibt mehrere Projekte, die noch anzugehen wären wie die Sportanlage und das Naherholungsgebiet.» Die Befürworter fanden aber dennoch, dass auch nach der Senkung nach wie vor genug Luft nach oben gegeben ist.

An der Gemeindeversammlung wird eine Steuersenkung auf 128 Prozent beantragt. Wenn diese angenommen wird, muss die Erfolgsrechnung 2017 noch entsprechend angepasst werden.

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