Lüsslingen-Nennigkofen
Es gibt keine Deponie auf dem Rüembergacker

Auf dem Rüembergacker in der Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen war eine Deponie für Inertstoffe geplant. Nun hat der Regierungsrat den Gestaltungsplan aufgehoben.

Urs Byland
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Der Rüembergacker wird keine Deponie.

Der Rüembergacker wird keine Deponie.

geoweb.so.ch

Im Zusammenhang mit der Genehmigung der Erweiterung der Deponie Attisholzwald konnte ein anderer Standort ad acta gelegt werden. Die Rede ist vom Standort Rüembergacker in Lüsslingen-Nennigkofen, der sich ausgangs Nennigkofen in Richtung Leuzigen rechts zwischen Autobahn und Hubel-Wäldchen befindet.

Dort hätte nach dem Willen des Kantons eine Inertstoffdeponie eingerichtet werden können, wenn die Deponie Attisholzwald nicht realisiert worden wäre. Weil mit der nun vorliegenden kantonalen Nutzungsplanung «Deponie Attisholzwald» für die nächsten Jahre genügend Deponievolumen des Typs B im oberen Kantonsteil geschaffen wird, sei die Beibehaltung des Standortes «Rüembergacker» nicht mehr erforderlich, so der Bescheid des Regierungsrates.

Weiter entspreche die damals genehmigte Nutzungsplanung nicht mehr den heutigen Anforderungen, schreibt der Regierungsrat in seinem aktuellen Beschluss zur Genehmigung der Pläne für die Deponie Attisholzwald. Der kantonale Gestaltungsplan «Deponie Rüembergacker» mit Sonderbauvorschriften wird deshalb aufgehoben.

Hätte nicht lange gereicht

Der Gestaltungsplan aus dem Jahre 1994 (RRB Nr. 2636 vom 6. September 1994) nahm die Planung einer Inert- und Reaktordeponie am Jurasüdfuss auf und legt den Standort und die wichtigsten Elemente der Deponie fest. Das Wort «Reaktor» kommt von «reagieren» (chemisch oder biologisch, eventuell auch physikalisch), Stoffe werden abgebaut oder verändert, wobei sich verschmutztes Sickerwasser und Gase entwickeln können.

Die Deponie sollte rund 500'000 Kubikmeter Reaktorstoffe auf einer Fläche von zirka 4,8 Hektaren, sowie rund 180'000 Kubikmeter Inertstoffe auf einer Fläche von zirka 2,8 Hektaren aufnehmen. Zum Vergleich: Die Erweiterung der Deponie Attisholzwald sieht auf einer Fläche von rund 20 Hektaren ein Deponievolumen von etwa 3,5 Mio. Kubikmeter Inertstoffen vor. Das durchschnittliche Auffüllvolumen soll bei einer Betriebsdauer von 30 Jahren etwa 80'000 Kubikmeter pro Jahr betragen.

Das Deponievorhaben im Rüembergacker wurde bis heute jedoch nicht realisiert und ist inzwischen auch nicht mehr Gegenstand des Kantonalen Richtplanes. Anders sieht es einige Hundert Meter weiter westlich aus. Dort liegt auf Leuziger Boden nur wenige Meter von der Autobahn entfernt eine riesige Aufschüttung. Eine Heimat gefunden hat dort der Ausbruch aus dem Autobahntunnel in Biel.

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