Noch wirkt die riesige Halle etwas kahl. Doch schon bald geht es im Neubau auf dem Areal Attisholz Süd sehr geschäftig zu und her. Gestern Abend eröffnete die Firma CT-X Rail Service ihre neue Werkstätte für den Unterhalt von Bahnwagen. Punkt 17.28 Uhr fuhr der Sonderzug für geladene Gäste unter dem Zischen der Dampflokomotive ab Solothurn und bog in Luterbach in das Industriegebiet ein. Auf diesem Gleis werden auch künftig die Güterwagen in die CT-X Rail Service geführt. Die 2008 gegründete Firma hat sich auf Revisionen und Reparaturen von Rollmaterial spezialisiert. Seit 2010 ist sie auf dem Areal aktiv, bis vergangenes Jahr war die Werkstätte in der «Landi-Halle» eingerichtet.

Inzwischen erstellte die Firma einen 130 Meter langen und mit Annex 36 Meter breiten Neubau. Dort bestehen mehrere Gleise und zwei Doppelgruben für die Wagensanierungen. «Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der noch jungen Firma», sagt Rudolf Thomet, Verwaltungsratspräsident der CT-X Immobilien AG. Diese fungiert zusammen mit der CT-X Rail Service AG und der Logistikfirma ACTS AG unter dem Dach der CTX Holding AG mit Sitz in Bern. Thomet beziffert die Investitionskosten auf 11 Millionen Franken.

Schichtbetrieb möglich

Derzeit unterhält die CT-X neben den 250 eigenen Bahnwaggons solche von diversen privaten Güterwagenbesitzern. Darunter seien etwa die Post, die Armee oder die Hupac. Das Geschäft mit Drittkunden mache etwa die Hälfte des Umsatzes aus. «Die Auftragslage ist gut», sagt Guido Beer, Verwaltungsratspräsident der CT-X Rail Service. Dank der neuen Halle sei das Geschäft ausbaufähig, künftig wäre auch ein Schichtbetrieb möglich. 32 Mitarbeiter werden derzeit in Luterbach beschäftigt.

Weil die bisherige Unterhaltsstätte noch nicht abgebrochen ist, konnten die Gleise in den Neubau nicht verlegt werden. Im Dezember soll es laut Rudolf Thomet so weit sein, damit im Januar 2018 der Betrieb in der neuen Werkstätte an der Aarestrasse aufgenommen werden kann.

Eng begleitet wurde der Neubau auf dem Attisholz Süd vom Kanton. «Ohne dessen Unterstützung hätten wir den Neubau nicht so schnell realisieren können», sagt Thomet. Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli bezeichnet den raschen Fortschritt als «Win-win-Situation». Einziger Wermutstropfen: Für die kürzlich abgebaute «Landi-Halle» konnte kein Abnehmer gefunden werden. Das Gebäude war nach der Landesausstellung 1939 von Zürich nach Luterbach verfrachtet und genutzt worden. Nun wird die Halle fachgerecht entsorgt.