«Ich bin begeistert vom Projekt. Es sollte aber ohne Mitfinanzierung durch die Gemeinde realisiert werden», brachte Sabine Anderegg die mehrheitliche Ratsmeinung auf den Punkt. Denn durch eine mögliche Mitbeteiligung der Gemeinde würde ein Präzedenzfall geschaffen, auf den auch andere Buchegger Ortsteile bei ähnlichen Vorhaben Anspruch erheben könnten.

Um den Start des von der Bürgergemeinde Aetingen initiierten Wärmeverbundes zu erleichtern, stand nämlich der Antrag auf Gewährung eines Darlehens der Gemeinde in Höhe von 200 000 Franken im Raum.

«Diese Darlehenshöhe übersteigt unsere Ratskompetenz», verwies Gemeindepräsidentin Verena Meyer auf die notwendige Vollmacht, die nur die Gemeindeversammlung erteilen kann. Gemeindevizepräsident Thomas Stutz, Mitglied im Aetinger Gründungskomitee Wärmeverbund, erläuterte alle Fragen zur Finanzierung, bei der jetzt noch eine Lücke von rund 700 000 Franken klafft.

Gelder generieren

Der Gemeinderat wog verschiedene Möglichkeiten ab, wie das ökologisch sinnvolle Projekt, das in den Anlagekosten – ohne Hausanschlüsse – rund 1,05 Millionen Franken erfordert, zum nötigen Startkapital gelangen könnte. Empfohlen wurde, das pro gezeichnete Aktie mit je 5000 Franken gebildete Kapital durch weitere Emissionen an die Bevölkerung zu erhöhen und die Bankfinanzierung zu prüfen.

Bereits haben zwölf Immobilienbesitzer einen Wärmeliefervertrag mit einem für sie nötigen Volumen von jetzt 600 000 Kilowattstunden pro Jahr unterschrieben. Einvernehmlich bei einer Enthaltung wies der Gemeinderat den Antrag zwar zurück, will sich bei einer Klärung der Finanzierungswege aber nochmals damit befassen.

Als Eigentümerin des Aetinger Schulhauses nebst Kindergarten und anliegenden Parzellen wird sich auch Buchegg dem Wärmeverbund anschliessen. Ob allerdings das sportliche Ziel der Gründung als Aktiengesellschaft Wärmeverbund noch in diesem Frühjahr stattfinden kann, erscheint angesichts fehlender aktueller Finanzierung der Investition doch fraglich.

Lenkt Leuzigen ein?

Guido Frenzer informierte den Rat über ein Zerwürfnis mit der Gemeinde Leuzigen. Bisher war die Gemeinde wie Buchegg Mitglied in der seit 100 Jahren bestehenden und elf Mitglieder umfassenden Genossenschaft Energie Bucheggberg (GEB). Ihre operativen Aufgaben übertrug diese Körperschaft vor Jahren an die Gebnet AG.

Um nun von einer anderen Gesellschaft ihren Strom zu beziehen, kündigte Leuzigen die Mitgliedschaft in der Gebnet, blieb aber weiterhin GEB-Genossenschafterin mit allen statutarischen Verpflichtungen. Für die GEB zeichnet sich nun durch den Austritt und die Zahlungsverweigerung ein Schaden in Höhe von über 140 000 Franken ab, weil die für Leuzigen nötige Energiemenge bereits weit im Voraus mit eingekauft wurde.

Inzwischen haben laut Frenzer Aussprachen stattgefunden, die zur Klärung der auch juristisch verzwickten Lage wenig beitrugen. Der Gemeinderat Buchegg folgte mit 6:2 aus prinzipiellen Erwägungen der Empfehlung des beigezogenen Rechtsbeistands, an der ausserordentlichen Genossenschafterversammlung am 30. März den Ausschluss der Gemeinde Leuzigen wegen «unsolidarischen Verhaltens» und die Begleichung der ausstehenden Kosten durch sie zu beantragen.

Verkauf von gemeindeeigenem Besitz

Der vorgeschlagene Verkauf einer 1100 Quadratmeter grossen Baulandparzelle in Tscheppach «zum bestmöglichen Preis» setzte im Rat eine Diskussion in Gang. Kurt Stuber wünschte sich eine aussagefähige Aufstellung über das Eigentum an Bauland, Gebäuden, Wald und Landwirtschaftsland im Besitz der Gemeinde Buchegg.

«Wir sollten zurückhaltend sein mit Verkäufen von unserem Tafelsilber», regte er zur vorsichtigen Bewirtschaftung an. Bis eine derartige Gesamtliste vorliegt, votierte der Rat mit 5:2 für eine Sistierung von Geländeverkäufen. Bauverwalter Georg Baumgartner sicherte diese Zusammenstellung zu.