Recherswil hat zu wenig Schulraum und ein Schulhaus, das Sanierungsbedarf aufweist. Schon seit längerem ist eine Spezialkommission daran, Lösungen zu erarbeiten. Im November 2014 lagen zwei Varianten vor. Die eine schlug den Neubau eines Doppelkindergartens auf dem Schulareal vor. Die Kosten wurden auf rund 4,5 Mio. Franken beziffert. Mit dieser Variante hätte Recherswil genügen Schulraum für die Zukunft.

Pädagogisch gesehen wäre zudem die Nähe des Kindergartens zur Schule sinnvoll. Die zweite Variante sah den Ausbau des Standortes Winkel vor. Damit wären zwei Kindergärten extern. Die Kosten werden hier mit 3,6 Mio. Franken berechnet.

Zwei weitere Varianten

Der Gemeinderat erteilte der Spezialkommission den Auftrag, noch weitere Varianten zu suchen. Diese wurden am Donnerstagabend durch Matthias Reitze (Kontextplan) und Architekt Boris Szelpal präsentiert. Die günstigste Variante wurde unter dem Titel «Zitrone auspressen» präsentiert. Dabei würden zwei Kindergärten ins Erdgeschoss des heutigen Schulhauses integriert. 

Die Schulleitung müsste ausgelagert werden, das Dachgeschoss würde neu für die Bibliothek und Lehrerzimmer gebraucht. «Der Raum würde optimal ausgenützt», so Reitze. Der Raumbedarf wie er ursprünglich vorgegeben wurde, wäre aber mit dieser Variante nicht erfüllt.

Die Kosten werden mit rund 3 Mio. Franken beziffert. Mit der vierten Variante könnte ein Reserveklassenzimmer geschaffen werden, aber auch hier müsste die Schulleitung ausgelagert werden. Zudem würde der Kindergarten im Winkel bleiben. Kostenpunkt: 3,7 Mio. Franken. Je nach Variante könnte zudem der Kindergarten Winkel verkauft werden, was Einnahmen bringen würde.

Mit Modulen arbeiten

Szelpal erklärte, dass bei der Planung mit Modulen gearbeitet werde. Beim Umbau würden die Räume auch saniert. «Was nicht eingerechnet ist, sind die Fenster und die Fassade», erklärte er. «Es ist nun am Gemeinderat zu entscheiden, was er will. In Recherswil fehlt Schulraum. Wir können 200 oder 500 Quadratmeter generieren.»

Es sei durchaus auch möglich, die Aus- und Umbauten zu etappieren. Eine Variante wäre zudem, dass der Verbindungstrakt zur Mehrzweckhalle genützt wird. Dieser ist so konstruiert, dass ein Aufbau möglich ist. So könnten vier Klassenzimmer geschaffen werden.

Daniel Murer brachte es auf den Punkt. «Die Frage ist nicht nur, wie viel Schulraum wir brauchen, sondern auch, was wir finanziell tragen können. Ausserdem sollten wir nicht in fünf Jahren schon wieder in Raumnot sein.» Der Gemeinderat beschloss deshalb, dass die Finanzkommission aufgrund der Budget- und Finanzplaneingaben berechnen soll, welche finanziellen Auswirkungen die verschiedenen Varianten haben. Danach will der Gemeinderat weiterdiskutieren.