Gerlafingen
Erster Kredit für die kommende Ortsplanung vergeben

Der Gerlafinger Gemeinderat setzte einen Markstein in der Vergabe der Planerleistungen für die Ortsplanung. Die zuständige Arbeitsgruppe hatte fünf Angebote beurteilt. Der Zuschlag erhielt das Planteam S AG in Solothurn.

Gundi Klemm
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Das Bahnhofsquartier, im Hintergrund der Bahnhof Gerlafingen, könnte in den nächsten Jahren zu einem Schwerpunkt der baulichen Entwicklung werden.

Das Bahnhofsquartier, im Hintergrund der Bahnhof Gerlafingen, könnte in den nächsten Jahren zu einem Schwerpunkt der baulichen Entwicklung werden.

Hanspeter Baertschi

Zehn Jahre ist die aktuelle Ortsplanung alt. Doch seit 2005 haben sich derart viele Rahmenbedingungen verändert, dass der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Bauverwalter Ewald Kaiser und mit Susanne Asperger als externer Spezialistin für Architektur- und Planungsfragen einsetzte.

Das Kantonale Bau- und Planungsgesetz schreibt vor, dass Ortsplanungen in der Regel alle 10 Jahre revidiert werden sollen. Schon im Sommer wurden acht Büros eingeladen, ihre Offerte zur Erarbeitung des Räumlichen Leibildes, das von der Gemeindeversammlung zu genehmigen ist, und zur konzeptionellen Gestaltung des Bahnhofsareals einzureichen. Das mit dem neuen S-Bahn-Anschluss zunehmend interessante Bahnhofsquartier unterliegt seit 2012 einer Planungszone.

Zentrumslasten: Diskussion über den neuen Verteilschlüssel

Die Regionalplanungsgruppe Repla Espace Solothurn hatte eine Arbeitsgruppe berufen, die sich dem Thema Zentrumslasten in der Stadt Solothurn widmete und nun einen neuen Verteilschlüssel für die Kosten von sieben Institutionen entwickelt hat. Der Repla-Vorstand hat der differenzierten Beitragsberechnung für die Regionsgemeinden kürzlich zugestimmt und hofft, dass die Repla-Delegiertenversammlung am 21. März den neuen Kostenteiler genehmigt. Ziel ist es, die vollständige Deckung der Zentrumslasten auf diesem Weg «freiwillig» zu erreichen. Im Gerlafinger Gemeinderat warben Repla-Präsident Roger Siegenthaler und Repla-Geschäftsführer Reto Vescovi für das Vorhaben, das der Finanzierung von Altes Spital, Kunsteisbahn Zuchwil, Naturmuseum, Stadttheater, Velostation, Zentralbibliothek und dem Projekt Landschaftsqualität und Vernetzung dienen soll. Beide Referenten machten den breiten Nutzen deutlich, den die vielgestaltigen Angebote dieser Institutionen für die gesamte Region erbringen. Bis jetzt trägt die Stadt Solothurn die Hauptlast, die gemäss einer Studie im Rahmen des Neuen Finanzausgleichs einen Gesamtumfang von 5,1 Mio. Franken umfasst. Der bisherige Anteil der Regionsgemeinden lag bei 1,6 Mio. Franken, von denen aber nur 1,06 Mio. Franken tatsächlich eingezahlt wurden. Gerlafingen, das sich wegen knapper Kasse und Förderung der lokalen Veranstalter, wie etwa 25 000 Franken für den Kulturkeller, laut Budget 2016 mit 12 000 statt eines Sollbeitrags von 69 000 Franken beteiligte, sollte künftig 71 745 Franken überweisen. «Das ist ein happiger Sprung für uns», machte Gemeindepräsident Jordi geltend. An seiner nächsten Sitzung wird der Gemeinderat das Stimmverhalten seiner beiden Repla-Delegierten Jordi und Gemeindevizepräsident Christian Holderegger für die Repla-DV beschliessen. (gku)

Fünf Büros haben fristgerecht ihre Angebote abgegeben, welche durch die Arbeitsgruppe beurteilt wurden. Eine Rangierung stellte Susanne Asperger dem Gemeinderat ausführlich vor. Auf Vorschlag der Arbeitsgruppe erteilte der Gemeinderat einstimmig den Auftrag zur Bearbeitung von Räumlichem Leitbild und Quartierkonzept Bahnhof an das Planteam S AG in Solothurn für gesamthaft 68 216 Franken.

Betont wurde die «Zweietappigkeit» des Auftrags. Denn dessen Fortführung in der eigentlich Ortsplanungsrevision mit der Aktualisierung aller Grundlagen, der Vorprüfung und Auflage ist erst im zweiten Schritt vorgesehen. Dies wurde dem Planteam S AG so in Aussicht gestellt.

Mosimann-Areal

Schon lange Zeit beschäftigte den Rat das an die Parzelle Schulhaus Gländ angrenzende Grundstück «Mosimann» an der Schulhausstrasse, weil verschiedenste Planungsvorhaben im Raum standen. Da beide Areale in der Zone für öffentliche Bauten lagen, konnte jetzt durch Umzonung des Grundstücks Mosimann und mittels Arrondierung durch wertgleichen Geländetausch ein Schlussstrich unter die Verhandlungen gezogen werden.

Die öffentliche Auflage ergab keinerlei Einsprache. Deshalb stimmte der Rat der Zonenänderung in W2 und dem Tauschgeschäft zur Optimierung der Grundstücksgrenzen mit 6 Stimmen, bei zwei Enthaltungen, zu.

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