Finanzplan

Erste Stufe zu einer Steuersenkung

Gerlafingen will Gewerbesteuer auf 105 Prozent senken und so Firmen in den Bolacker locken.

Der Finanzplan zeigt eine positive Tendenz. Deshalb schlägt die Strategiekommission nach Konsultation der Parteien eine Steuersenkung vor.

Gerlafingen kann das Motto «Kopf runter und durch» vergessen. Man könne endlich strategisch handeln und finanzpolitische Überlegungen anstellen, sagt Gemeindepräsident Philipp Heri. Denn der Finanzplan zeige eine positive Tendenz. Das sind für die Gemeinde, die mit über 4,5 Mio. Franken nach Trimbach den höchsten Beitrag aus dem kantonalen Finanz- und Lastenausgleich erhält, gute Nachrichten.

Die Strategiekommission hat die Fraktionen darum gebeten, ihre Prioritäten im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Finanzplans anzugeben. «Nun liegt ein Kompromiss vor, der im Wissen darum erarbeitet wurde, dass die bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat diesen kippen könnte», so Heri. Dabei soll der Finanzplan mit drei wesentlichen Parametern gefüttert werden.

Der Steuerfuss für natürliche Personen wird von 130 auf 125 Prozent gesenkt. Ziel sei es, Gerlafingen für Zuzüger attraktiver zu machen und nicht mehr mit einer hohen Steuerprozentzahl abzuschrecken.

Da kam die Kenntnisnahme der Wohnbaustatistik gerade zur rechten Zeit. Laut dieser befinden sich aktuell 133 Wohnungen in Bau und 65 Wohnungen in Planung. Der Leerstand in Gerlafingen beträgt 63 Wohnungen.

Steuergeschenk für Gewerbe und Industrie

Radikal will der Gemeinderat beim Steuerfuss für juristische Personen vorgehen. Um den gleichen Steuerfuss wie die Nachbargemeinde Obergerlafingen zu erhalten, soll dieser von 130 auf 105 Steuerprozente gesenkt werden. Damit gewänne Gerlafingen an Standortattraktivität und gleich lange Spiesse im Gewerbegebiet Bolacker wie die Nachbargemeinde. Die Mindereinnahmen von rund 100 000 Franken beurteilt der Gemeindepräsident im Vergleich zur Wirkung als moderat.

Der dritte Parameter betrifft die Investitionen, die im Volumen konstant gehalten werden sollen. Flankierende Massnahmen betreffen die Mehrzweckhalle und das Standortmarketing. Für die Halle sollen zuerst für 40 000 Franken eine Bedürfnisabklärung und eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Und im Standortmarketing schlägt die Strategiekommission den Einsatz von 50 000 Franken vor, um gute Konzepte für ein aktives Marketing zu erarbeiten.

Im Gemeinderat wurde der Finanzplan positiv gewürdigt und einstimmig verabschiedet. Nun wird das kommende Budget mit den neuen Zahlen berechnet und dem Gemeinderat sowie der Gemeindeversammlung vorgelegt.

Aufstockung Schulleitung und Schulsekretariat

Der Rechenschaftsbericht der Schule fand im Gemeinderat nur lobende Worte. Schwierigkeiten bereite, laut Bericht, die Zusammenarbeit des Kollegium Oberstufe und der Schulleitung. Als gewinnbringend habe sich der Beizug eines Supervisors herausgestellt. Türen seien geöffnet worden. Das Zusammenspiel Schulleitung/Kollegium soll in den nächsten Monaten konstruktiv weiterentwickelt werden.

Der Gemeinderat sah sich in einem weiteren Traktandum mit einer Pensenerhöhung um 50 Stellenprozente für die Schulleitung und das Schulsekretariat konfrontiert. Laut Berechnung liege der derzeitige Stellenetat um 75 Stellenprozente unter dem Minimalpensum gemäss Empfehlung der Verbände (der Einwohnergemeinden und der Schulleitungen). Die Zunahme der Aufgabengebiete der letzten Jahre bei gleichbleibenden Ressourcen habe dazu geführt, dass die Arbeit im Rahmen der aktuellen Pensen nicht mehr geleistet werden konnte. Folge davon seien Überstunden und nicht bezogene Ferien. Zudem hätten die Schulleiter in den letzten sechs Jahren viele Überstunden verloren.

Weiter wird der Antrag mit der Zunahme der Schülerzahl begründet. Heute hat die Schule Gerlafingen 671 Schülerinnen und Schüler sowie 84 Lehrpersonen. Mit zusätzlichen 50 Stellenprozenten (20% Schulleitung und 30% Schulsekretariat) würde man zwar immer noch unter dem vorgeschlagenen Minimalpensum bleiben, könne aber die Situation erheblich entschärfen. Die Erhöhung würde auf die bestehenden Pensen verteilt. Der Gemeinderat stimmte auch diesem Begehren einstimmig zu.

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