Derendingen

Erste Solisten- und Chorprobe für die Operette «Der Vogelhändler»

Unter der Regie von Melanie Gehrig (vorne links) wird eifrig geprobt.

Unter der Regie von Melanie Gehrig (vorne links) wird eifrig geprobt.

Ab Ende Mai soll die Operette «Der Vogelhändler» das Publikum in Scharen nach Burgäschi locken. Nun wurde die musikalische Schatzkiste bereits ein wenig geöffnet.

Eine konzentrierte Arbeitsstimmung herrschte in der Aula des Oberstufenzentrums Derendingen-Luterbach. Für die diesjährigen Aufführungen der Carl-Zeller-Operette «Der Vogelhändler» setzten 40 Mitwirkende der Bühne Burgäschi gerne ihren freien Ostermontag ein. Ihre künstlerische Leiterin Melanie Gehrig fest im Blick probten Solistinnen und Solisten, die Gruppe der Chorsolisten und etliche Chormitglieder erstmals gemeinsam die Aufstellungen und die Gesangsteile der Partitur. Die musikalische Leitung liegt bei Reimar Walthert, dem für die Vorbereitungszeit in Kathrin Hartmann eine versierte Klavierbegleiterin zur Seite steht. Der Dirigent und alle Verantwortlichen schienen mit dem an dieser ersten Probe Gehörten schon sehr zufrieden zu sein.

Für die Choreinstudierung war Hermann Gehrig zuständig, der als Intendant dem gesamten Unternehmen «Operette Burgäschi» vorsteht. Sein Chor «Crescendo» ist bereits vertraut mit allen Einsätzen. Die in Musikstudien und ihren Engagements bei unterschiedlichen Bühnen ausgebildeten und geschulten Solostimmen sangen an ihre Partien bewundernswert sicher. «In unseren Vorbereitungen sind wir wirklich weit gediehen und verzeichnen sogar einen Vorsprung gegenüber unseren Planungen», freut sich Intendant Gehrig.

Ein «Dauerbrenner»

Seit 2009 sind auf der Bühne in Burgäschi schon fünf beachtete Aufführungen (Gräfin Mariza, Die lustige Witwe, Der schwarze Hecht, Die Fledermaus, Frau Luna) gespielt worden. Regisseurin Melanie Gehrig will das Märchenhafte in der von ihr bearbeiteten Fassung der Operette hervorheben. Ganz bewusst schiebt sie humorvolle Elemente des Stücks in den Vordergrund. Das Stück spielt in der Gegensätzlichkeit von Dorf- und Hofgesellschaft, junger und etwas verblichener Liebe sowie List und aufrechter Ehrlichkeit. Dies alles ist bei ihr eingebettet in die mit Tieren, Blumen, Pilzen und Bäumen ausgestattete Naturkulisse – demnächst freiluftig in Burgäschi. Sie verzichtet in ihrer Inszenierung auf alpenländische Merkmale, obwohl der Vogelhändler Adam (Roman Lauder) als eigentlicher Held dieses Musiktheaters ja aus Tirol kommt und mit seinem Lied «Grüss’ Euch Gott, alle miteinander» für fröhliche Stimmung in der Dorfbevölkerung sorgt.

Schauplatz der Operette ist die Rheinpfalz. Regisseurin Gehrig unternahm einen kurzen historischen Rückblick auf das in der Handlung sichtbare «Glanz und Gloria» damaliger deutscher Fürstentümer im 18. Jahrhundert, um allen Mitwirkenden dieser meisterhaften Operette einen Eindruck vom «Oben» und «Unten» der längst vergangenen Welt zu vermitteln. Sie selbst gestaltet die Rolle der Kurfürstin Marie, die sich im Spiel durch vielerlei Talente auszeichnet.

Den Zuschauern ans Herz wachsen wird im Kreis der passend besetzten Rollen die «Christel» (Anna Vichery), die für ihren Verlobten Adam fast ihren guten Ruf ruiniert. Nachgefragt, warum sie sich erneut nach mehreren Burgäschi-Auftritten auch diesmal engagiere, bekennt Anna Vichery, dass sie sich hier wie in einer musikalischen Familie wohl und aufgehoben fühle.

Wie ein Manöver

Diese erste Gemeinschaftsprobe, der noch viele weitere folgen, wird nur möglich durch die Unterstützung zahlreicher freiwilliger Kräfte. Den 23 Rollenträgerinnen und -trägern stehen zwölf Produktionsverantwortliche gegenüber. Nicht eingerechnet ist das Heer von Helfern namentlich in der Gastronomie angeführt von der gastgebenden Familie Aeschlimann.

Das von Melanie Gehrig und Meinrad Engesser entworfene Bühnenbild entsteht gegenwärtig in der Regiomech in Zuchwil. Eine für die Operette wesentliche Aufgabe übernehmen die Instrumentalisten des ad hoc Orchesters, die sich unter der Leitung von Reimar Walthert regelmässig treffen.

Nicht unerwähnt bleiben sollten die beteiligten Familien-«Clans», ohne die ein solches künstlerisches Manöver kaum durchführbar wäre. Als Beispiel: Rosmarie Gehrig verpflegte am Ostermontag kurzerhand 40 Mitwirkende mit ihrem «Chili con Carne»-Mittagessen. Auch das ist eben wichtig, um die musikalische Schatzkiste zu öffnen.

Ticketbestellungen über www.burg-aeschi.ch oder Telefon 032 674 42 82

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