Biberist

Erste Mieter ziehen Anfang August in die Überbauung im Schöngrün ein

In der neuen Überbauung im Schöngrün auf Biberister Boden ziehen Mitte August die ersten Mieter in das Generationenhaus ein.

Im August ziehen die ersten Mieter in der Überbauung im Schöngrün ein. Auch Monika Christen und Marcel Friedli bekommen dann die Schlüssel für ihr neues Zuhause. Sie sind zwei der Bewohner des Generationenhauses. Axa, die Bauherrin, lanciert damit ein spezielles Wohnangebot. Das Generationenhaus liegt mitten in der Überbauung, direkt beim Quartierplatz, wo das Café und das Lädeli sind.

Im Parterre des Hauses 64 befinden sich die Gemeinschaftsräume: Eine grosse Küche, ein Essraum, eine Gartenterrasse mit Feuerstelle, ein Vorratsraum mit Kühl- und Gefrierschränken und eine Waschküche. In den drei oberen Stockwerken sind elf 2,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen. Diese sind normal ausgestattet – ausser der Küche. Diese ist etwas kleiner als üblich, hat beispielsweise nur zwei Herdplatten und nur einen kleinen Kühlschrank.

Gemeinsam wohnen und auch alleine sein können

Monika Christen ist seit zwei Jahren pensioniert und zieht aus einer grossen Wohnung nun in das Generationenhaus. «Ich habe ganz bewusst nach einer neuen Wohnform gesucht. Eine WG in der alle alles teilen, kam für mich aber nicht infrage. Ich finde die Mischung mit den Gemeinschaftsräumen und der eigenen kleinen Wohnung, in die man sich nach Bedarf zurückziehen kann, perfekt.» Marcel Friedli (28 Jahre alt) freut sich darauf, dass er künftig nicht nur Nachbarn hat, sondern diese auch kennt und sich mit ihnen zum Essen oder zum Plaudern treffen kann. «Das fehlt mir an meinem jetzigen Wohnort.»

Wer in das Generationenhaus einziehen wollte, musste sich bewerben und in einem längeren Gespräch auch aufzeigen, wieso man sich diese Wohnform wünscht und wie man sich in die Gemeinschaft einbringen möchte. Es soll ein Miteinander entstehen. Gemeinsam kochen, gemeinsam essen, einen Spielabend organisieren, sich gegenseitig helfen. «Selbstverständlich heisst das nicht, dass alle jeden Tag dabei sein müssen. Aber die Idee im Generationenhaus ist nicht, dass man gemeinsam wohnt, Kosten spart und jeder wie in einer Studenten-WG für sich alleine lebt», erklärt Claudine Bichet (living solutions).

Sie hat Erfahrungen mit dem Generationenwohnen. In einer Überbauung der Axa in Gattikon, im zürcherischen Sihltal, gibt es ein ähnliches Projekt, das sie betreut. «Wir haben daraus gelernt und hier in Biberist einiges bewusst geändert.»

Zu Beginn ist ein Coach vor Ort

Das Bewusstsein für das Miteinander zu entwickeln, brauche zu Beginn Unterstützung. Zudem hätten alle Bewohner ihren eigenen Rhythmus und ihre Vorlieben – auch je nach Lebenssituation. «Eine Person kocht vielleicht lieber, die andere räumt eher auf.» Auch die Hausregeln sollen gemeinsam aufgestellt werden. Dazu gehört beispielsweise das Putzen der Gemeinschaftsräume. Will man das selbst regeln? Soll eine Reinigungskraft angestellt werden? Wie funktioniert es, wenn man Besuch von Freunden oder der Familie hat? Wo isst man dann? «Solche Fragen werden gemeinsam mit dem Coach ausdiskutiert.»

Neben Claudine Bichet unterstützt auch Petra Meier die Bewohner. Meier führt im Schöngrün-Quartier ein Bed&Breakfast. Gemeinsam mit Bichet war sie von Anfang an in den Auswahlprozess eingebunden. «Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles entwickelt», meint sie.

Die Gemeinschaftsräume wurden nach Gesprächen mit den künftigen Bewohnern und gemeinsam mit einer Hotelfachfrau eingerichtet. Die Bewohner werden Kochutensilien und Einrichtungsgegenstände mitbringen. Bewusst wurde der Gemeinschaftsraum in der Mitte des Hauses platziert. Wer nach Hause kommt, läuft automatisch daran vorbei und sieht, ob sich dort noch jemand aufhält. «Auch das soll die Gemeinschaft fördern. Dass man kurz ‹hallo› sagt oder allenfalls noch etwas zusammen trinkt, bevor alle sich in ihre eigenen Wohnungen verabschieden.»

Gruppenbildung hat im Februar begonnen

Schon seit Anfang Mai sind die Wohnungen im Generationenhaus vergeben. «Wir nehmen die künftigen Bewohner ab und zu zusammen, sodass sie zu einer Gruppe zusammenwachsen können», erklärt Bichet. Ihr sei zudem aufgefallen, dass sich die Bewohner ganz bewusst Gedanken über ihre Wohnform gemacht haben und gezielt nach einem Angebot wie dem Generationenhaus gesucht hätten.

Die Durchmischung ist denn auch bunt: So zieht eine Mutter mit einer 18-jährigen Tochter ein. Die restlichen Wohnungen werden von Einzelpersonen belegt. Vier Bewohnern sind zwischen 20 und 30 Jahre alt; eine zwischen 30 und 40; eine weitere zwischen 40 und 50; zwei zwischen 50 und 60 und drei Personen sind über 60.

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