Messen

Erste Ladestation für Elektroautos im Bucheggberg

Gäste im «Löwen» in Messen können künftig ihr Elektroauto aufladen, während sie essen.

Wer im Bucheggberg ein Elektroauto laden möchte, der kann das neu im «Löwen» in Messen. Manuela und Sebastian Graber haben neun neue Parkplätze davon sieben für das Restaurant erstellt und gleichzeitig eine E-Ladestation mit zwei Anschlüssen installiert. Die erste und einzige im Bucheggberg. Der Hintergedanke ist klar: «Wir wollen eine weitere Dienstleistung und so evtl. auch neue Gäste gewinnen.» Der Bucheggberg sei eine schöne Region, und während das Auto aufgeladen wird, könne man etwas Feines essen.

In Messen sind öffentliche Parkplätze knapp. Wer ins Restaurant geht, möchte in aller Regel möglichst nahe parkieren können. «In erster Linie suchten wir nach einer Möglichkeit, mehr Parkplätze für unser Restaurant zu erstellen.» Das Grundstück, auf dem die Parkplätze realisiert wurden, gehört zum «Löwen». Die Idee, eine Ladestation für Elektroautos zu installieren, kam erst später dazu. Die Parkplätze bei der Ladestation sind darum gelb, und nicht grün markiert, wie das bei E-Parkplätzen normalerweise ist und dienen in erster Linie als Gästeparkplätze.

Muss bekannt werden

«Bisher hatten wir erst einen Kunden, der die Ladestation genützt hat», so Graber. Das Angebot müsse zuerst bekannt werden. Grabers sind zudem überzeugt, dass die Anzahl Fahrzeuge in Zukunft nicht abnehmen, die Anzahl Elektrofahrzeuge aber prozentual zunehmen wird. «Die Ladestation ist eine Investition in die Zukunft», so Manuela Graber. Grabers haben die Ladestation übrigens selbst finanziert. Und sollte der «Löwen» schon bald überrannt werden: Es ist alles vorbereitet, um eine zweite Station zu installieren.
Weil der «Löwen» in Messen in der Kernzone liegt, und es diverse stattliche und alte Häuser darum herum hat, musste der Parkplatz sorgfältig in die Umgebung eingepasst werden. «Es dauerte einige Zeit, bis wir die Bewilligung hatten, und auch der Ortsbildschutz das Okay gegeben hat.»

Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien sehr positiv, eine Aufwertung für das Dorfzentrum. Nur eines gab zu grossen Diskussionen Anlass. Die Ladestation, die ähnlich aussieht wie eine Parkuhr. «Einige unserer Gäste dachten, sie müssten auf dem neuen Parkplatz zahlen fürs Parkieren und fanden das nicht sehr lustig.»

Nur für Gäste

Die Ladestation steht nur Gästen des «Löwen» zur Verfügung. Wer sein Auto laden möchte, kann im Restaurant eine Karte beziehen, mit der das System aktiviert wird. «Wer das Auto eine Stunde lädt, zahlt dafür nur drei Franken», so Graber. «Wir haben uns dazu entschieden, nur den Strom weiter zu verrechnen, die Amortisation bleibt bei uns. Wenn unsere Gäste mit dem normalen Auto kommen, zahlen wir ihnen ja auch nichts an die Benzinkosten.» Um zwei Tesla komplett aufzuladen brauche es viereinhalb Stunden, so Grabers weiter. «Wir haben viel gelernt über Elektroautos. Auch, dass jeder Fahrzeughalter ein eigenes Ladekabel hat. Das stellen wir deshalb auch nicht zur Verfügung.» Die Tanksäule ist so konzipiert, dass alle Marken geladen werden können.

Fahren Grabers selbst ein Elektroauto? Zurzeit noch nicht, so Manuela Graber. «Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir ein Elektroauto kaufen, werden, wenn irgendwann die Null-Promille-Grenze eingeführt wird, und wir deshalb allenfalls Gäste zum nächsten Bahnhof chauffieren würden.»

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