Jubiläum

Erst die zweite Gründung der «Naturfreunde Langendorf» führte zum Erfolg

Sie haben Werbung für die Naturfreunde in Langendorf gemacht, denn Nachwuchs wird gesucht (von link nach rechts): Rita Egger, Horst Leinhaas, Barbara Geiser, Christine Wälchli, Armin Elsener und Bruno Geiser (Ehrenpräsident).

Sie haben Werbung für die Naturfreunde in Langendorf gemacht, denn Nachwuchs wird gesucht (von link nach rechts): Rita Egger, Horst Leinhaas, Barbara Geiser, Christine Wälchli, Armin Elsener und Bruno Geiser (Ehrenpräsident).

Die Sektion der «Naturfreunde Langendorf» feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Sie wurde 1944 gegründet und zählt aktuell rund 150 Mitglieder.

Genau genommen handelte es sich 1944 um die zweite Gründung, denn am 29. Oktober 1920 fand eine erste Gründung statt. Im Zusammenhang mit negativen Auswirkungen der grossen Wirtschaftskrise in der Zwischenkriegszeit musste die Sektion 1933 wieder aufgelöst werden.

Erst mit der zweiten Gründung begann die erfolgreiche Geschichte der Organisation. Bruno Geiser, während 17 Jahren Präsident und heute Ehrenpräsident, erinnert sich und hat die Veränderungen im Laufe der Zeit miterlebt. «Entwickelt hat sich die Organisation aus der Arbeiterbewegung mit der Idee, Ferien auch für Leute mit kleinem Budget zu ermöglichen», führt Geiser aus. Der Verband hat in der Folge mit ihren Naturfreundehäusern günstige Ferien für Familien in der ganzen Schweiz ermöglicht. Gegenwärtig betreiben die «Naturfreunde Schweiz» als Landesverband 70 Ferienhäuser. Die Sektion Langendorf verfügt über kein Haus.

Gestiegene Anforderungen

In Laufe der Jahre hat die Ausbildung immer mehr an Bedeutung gewonnen. In den Kernbereichen wie Bergsport, Wandern, Schneesport, Naturkunde oder Ökologie und auch der Erlebnispädagogik werden Kurse angeboten. Heute dürften Organisationen wie die «Naturfreunde» nicht mehr ohne ausgebildete Leitungspersonen Freizeitangebote zur Verfügung stellen, erklärt Geiser. «Nach einer einwöchigen Grundausbildung zum Wanderleiter beispielsweise müssen alle zwei Jahre Wiederholungskurse besucht werden», fügt er weiter an.

Je nach Leitungsfunktion seien verschiedene Ausbildungen gefragt. Diese werden angeboten vom Bundesamt für Sport über das Sportförderprogramm ESA (Erwachsenensportarten Schweiz). Grössere Unfälle in der Vergangenheit hätten zu diesen Auflagen geführt. Gegenwärtig sind in der Sektion Langendorf acht Personen mit entsprechender Ausbildung in verschiedenen Disziplinen leitungsberechtigt.

Keine Eliteorganisation

Barbara Geiser, Vorstandsmitglied, hält fest, dass die «Naturfreunde» für alle offen seien. Um einzelne Aktivitäten mitzumachen, sei nicht zwingend eine Mitgliedschaft erforderlich. Die Offenheit für alle zeigt sich auch durch das breit gefächerte Freizeitangebot im Jahreskalender. Da finden sich nicht nur für toptrainierte Alpinisten Hochtouren. Die Angebote richten sich vor allem auch an Familien, Kinder und ältere Menschen. Beispielsweise mit dem Seniorennachmittag zwei Mal im Monat, geleitet von Barbara Geiser. Dieser endet jeweils mit einem gemütlichen Höck.

Ein tragendes Element für den Zusammenhalt ist neben Aktivitäten auch das Gesellschaftliche. Schon manche Freundschaft entwickelte sich so und ist sinnbildlich zu einer lebenslangen Seilschaft geworden. In ihrem Faltblatt mit Kurzporträt betonen die «Naturfreunde Langendorf» entsprechend, dass der Spass bei der Sache im Vordergrund stehe und nicht sportliche Höchstleistungen.

Die Zeichen der Zeit verändern auch die aktuellen Themen der «Naturfreunde» der Sektion Langendorf. Während weiter günstige Familienferien ein Ziel bleiben, haben umweltpolitische Themen insbesondere unter dem Klimawandel in den Alltag gefunden. So erfolgen beispielsweise klare Stellungnahmen betreffend Fragen zur Raumplanung oder Biodiversität. Obschon die «Naturfreunde Schweiz» und somit auch die Sektion Langendorf politisch und konfessionell neutral sind, drängen sich in der Umweltpolitik überparteiliche Stellungnahmen in der Sache auf.

Lokal werden sich die «Naturfreunde Langendorf» weiter für Wanderwege, Radwege oder Naturlehrpfade einsetzen und möchten so zu einem sanften Tourismus und Naturschutz ihren Beitrag leisten. Eine zunehmende Herausforderung für die Weiterentwicklung wird es für den Vorstand sein, einer langsamen Überalterung entgegenzuwirken und junge Mitglieder und Familien für die Aktivitäten und Ziele der «Naturfreunde» zu finden.

Von der Aufnahme jüngerer Mitglieder hängt beispielsweise die Ausbildung von Personen für Tourenleitungen und entsprechend den Angeboten ab, die in Zukunft gemacht werden können.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1