Nidwalden

Erneuter Zwischenfall auf der Bannalp: Kuhherde greift Solothurner Wandererpaar an

Eine Kuhherde auf der Bannalp im Kanton Nidwalden hat erneut Wanderer angegriffen. (Symbolbild)

Eine Kuhherde auf der Bannalp im Kanton Nidwalden hat erneut Wanderer angegriffen. (Symbolbild)

Eine Gruppe Solothurner Wanderer mit einem Hund wurde von einer Kuhherde angegriffen. Es ist nicht das erste Mal. Die Gemeinde Wolfenschiessen bleibt nicht untätig. 

Auf der Bannalp ob Wolfenschiessen lassen viele Bauern ihre Kühe sömmern. Das Gebiet ist aber auch bei Wanderern beliebt. Und das führt zu Konflikten. In einem E-Mail an die Gemeindeverwaltung Wolfenschiessen, das auch unserer Redaktion vorliegt, schildern David und Simone Brenn aus dem solothurnischen Hüniken von einer ziemlich unliebsamen Begegnung mit Kühen, auf ihrer Wanderung von der Chrüzhütte zum Chaiserstuel. Eine Herde mit etwa fünf Kühen und einem bis zwei Jungtieren habe sich am vergangenen Samstag dem Paar mit dem Hund genähert. «Als wir bemerkten, dass die Kühe es auf unseren Hund abgesehen haben, liessen wir ihn von der Leine. Er suchte aber Schutz bei mir, was die Kuh noch aufgebrachter machte», schreibt David Brenn weiter. Aus einem ihm unerklärlichen Grund seien die Kühe auf seine Frau losgegangen und hätten sie zu Boden gestossen. Beide hätten Prellungen und Blessuren davongetragen. 

Wanderweg führt durch Kuhweide

Von der Gemeinde Wolfenschiessen erwarte er, dass Kuhweiden und Wanderwege getrennt würden, was in diesem Gebiet leider nicht immer der Fall sei. Auf Anfrage präzisiert er, dass der Vorfall auf jenem Abschnitt des Wanderweges passiert sei, der mitten durch eine Kuhweide hindurch führe. «Ich wünsche mir von der Gemeinde, dass die Wanderer besser vor Kühen geschützt werden.» Entweder müssten die Wanderwege während der Weidezeit gesperrt oder durch Zäune geschützt werden. «Da zwei Wege zum Chaiserstuel führen, hätte man den einen Weg sperren können – Fall erledigt.» Er sei froh, dass seiner Frau und ihm nicht mehr zugestossen sei. «Das hätte böse enden können.» 

Der Bannalpasse mit Blick Richtung Chaiserstuel (ganz hinten links).

Der Bannalpasse mit Blick Richtung Chaiserstuel (ganz hinten links).

Tatsächlich verletzten Kühe im vergangenen Jahr in diesem Gebiet zwei Wanderer. Einen Monat zuvor, im Juli, wurde im gleichen Wandergebiet ein Hund von einer Kuhherde zu Tode getrampelt und der Hundehalter dabei verletzt. Aus Sicherheitsgründen und auch zur Beruhigung der Viehherde wurde der Weg einige Tage gesperrt und ein Hundeverbot ausgesprochen. 

Der Gemeinderat überlege sich zusammen mit dem Älpler und Fachleuten Massnahmen für diesen Sommer, um unliebsame Begegnungen zwischen Wanderern und Kühen künftig zu vermeiden, sagte er damals gegenüber unserer Zeitung. 

Für 60'000 Franken Wanderwege verlegt und Weiden eingezäunt

Die Gemeinde sei nicht untätig gewesen, sagt der Wolfenschiesser Gemeindepräsident Wendel Odermatt, auf den jüngsten Vorfall angesprochen. «Für rund 60'000 Franken haben wir Wanderwege verlegt und Weiden zusätzlich eingezäunt, allerdings weiter oben, auf der Alp Räckholteren, wo sich die Vorfälle in den vergangenen Jahren ereignet hatten.» Dass es im unteren Bereich zu einem Kuhangriff gekommen sei, überrasche ihn. Der Gemeinderat wolle zusammen mit dem Älpler nach einer Lösung suchen. Ob die Sperrung des Weges eine Lösung sei, müsse man untersuchen. 

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