Er ist ein waschechter Heimweh-Bucheggberger. Simon Eberhard betreibt eine Marketingfirma in Biel und wohnt in Orpund. «Aber es ist immer wieder schön, zurückzukommen», schwärmt er über den Bezirk, in dem er aufgewachsen ist. Besonders gern mag er Schnottwil. Dort wuchs er auf, ging zur Schule, dort wohnen noch immer seine Eltern. «Eine Heimkehr in den Bucheggberg entschleunigt ungemein», weiss Eberhard. Allein: Von der Idylle der ländlichen Schönheit und der ruhigen Wohnlage können die Bewohner des kleinsten Solothurner Bezirks nicht leben. Im Gegenteil. Arbeitsplätze sind rar, es mangelt an Wohnungen für junge Leute und auch die einst gerühmte Beizenvielfalt ist etwas fader geworden.

Trübe Montage aufheitern

Das soziale Gefüge instand zu halten, sei eine Herausforderung, stellt Simon Eberhard fest. Nun könnte man dem Dorf den Rücken kehren und auf Nimmerwiedersehen in die Agglomeration ziehen. Oder Gegensteuer geben. Genau das macht der Schnottwiler mit dem Buechibärger-Talk. Am 30. Oktober findet erstmals das neue Gesprächsformat statt. Das Konzept dahinter: Während rund 45 Minuten diskutieren jeweils zwei Gäste unter der Leitung von Talkmaster Eberhard. Im Anschluss, und das ist ebenso wichtig, sollen das leibliche Wohl und der persönliche Gedankenaustausch im Zentrum stehen. Deshalb sei der Eintritt von 10 Franken ein Selbstkostenpreis, denn inbegriffen ist ein Mineral oder Bier sowie eine Bratwurst. Damit dieser zweite Teil nicht zu kurz kommt, finden die Anlässe jeweils an einem Montagabend statt. Erstens sind die Terminpläne dann weniger voll als sonst, zweitens könne der Talk so auch einen trüben Wochenauftakt aufheitern.

«Leute wie Du und Ich»

Dass sich unter den rund 8000 Bucheggbergerinnen und Bucheggbergern genügend Persönlichkeiten finden, die mit ihren Biografien Gäste unterhalten und Diskussionen bereichern können, bestreitet niemand, der sich im Bezirk auskennt. «Am Schluss will ich jeden Bucheggberger einmal interviewt haben, sie alle haben interessante Geschichten zu erzählen», äussert Eberhard seine nicht ganz ernst gemeinten Absichten. Was er damit andeutet: Neben Prominenten (auch solche wohnen im Dreieck zwischen Lüterkofen, Messen und Schnottwil) darf durchaus einmal ein Grosi aus ihrem Leben erzählen. Vielleicht trifft sie am Buechibärger-Talk auf jemanden aus der jüngeren Generation. «Leute wie Du und Ich, die von ihren Höhen und Tiefen erzählen» – diese findet Simon Eberhard oft noch fast spannender als Prominenten-Biografien. Inspiriert wurde er durch die SRF-Live-Radiosendung «Persönlich», der jede Woche eine halbe Million Zuhörer lauschen. «Ich will den Talk offen halten», sagt der Organisator. Einzige Voraussetzung: Die Gäste müssen einen Bezug zum Bezirk haben, aber nicht zwingend dort wohnen. Darauf, so glaubt Eberhard, würden sich die «weltoffenen Bucheggberger» durchaus einlassen.

Rominger und Reist zum Auftakt

Zum Auftakt eingeladen sind zwei Gäste, die sich weit über den Bezirk hinaus einen Namen gemacht haben. Tony Rominger und Marc Reist. Rominger, der ehemalige Spitzenvelorennfahrer, wohnt in Schnottwil. Von ihm will Simon Eberhard wissen, wann er zuletzt durch den Bucheggberg geradelt ist und welches Verhältnis er heute zur nicht immer lupenreinen Sportwelt pflegt. Der zweite Gast ist der bekannte Schnottwiler Bildhauer und Künstler Marc Reist. «Er ist ein Glücksfall für den Talk», sagt Eberhard, «weil er einerseits ein Handwerker alter Schule ist, daneben aber ein moderner Unternehmer, der sich hoch spannende Gedanken zum Leben an sich macht».

Diskutiert wird zweimal pro Jahr im Ischhof in Aetigkofen. Dieser liegt zentral, ist bekannt und verfügt über genügend Parkplätze. Der nächste Talk findet im März 2018 statt. Wer dann auf dem Podium sitzt, ist noch nicht bekannt. Doch ein Blick auf Simon Eberhards Auswahlliste zeigt: Sie ist reich bestückt.

Montag, 30. Oktober, ab 18.30 Uhr, Ischhof, Aetigkofen. Die Billette können reserviert werden auf www.ticket.so sowie auf www.buechibärger-talk.ch. Die Platzzahl ist limitiert, es gibt keine Abendkasse.