Die Solothurner Entsorgungsgesellschaft betreibt ein Zwischenlager für Boden-, Aushub- und Ausbruchmaterial, Rückstände von Bodenwaschanlagen sowie Betonabbruch. Ein Teil dieser Abfälle ist mit Schadstoffen belastet. Die Erden und Materialien seien aber nicht entzündlich, explosionsgefährlich, wassergefährdend oder radioaktiv, schreibt die Entsorgungsgesellschaft. «Sie haben Inertqualität», präzisiert Bruno Stettler von der Firma Vigier.

Die Materialien könnten also auf der Deponie in Riedholz entsorgt werden. Die Abfälle werden aber im Zementwerk der Ciments Vigier SA in Péry als Rohmaterialersatz verwertet. Sie werden verkleinert und mit Kalkstein und Mergel bei 2000 Grad zu Zement verarbeitet. Damit schone die Firma Vigier ihre Deponie und gleichzeitig den Abbau von Kalkstein und Mergel.

Bisher wird das Zwischenlager in der Kiesofenhalle auf dem ehemaligen Industrieareal Attisholz Nord betrieben. Das Zwischenlager soll später im geplanten Cleantechcenter in Luterbach einen definitiven Standort finden. Die Realisierung des Cleantechcenters wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb verlegt die Entsorgungsgesellschaft das Zwischenlager als Übergangslösung in das Areal der ehemaligen Papierfabrik Biberist.

Auf drei Jahre befristet

Zur Auflage des Vorhabens erfolgte eine Einsprache, die nach einer Einspracheverhandlung aber zurückgezogen wurde, nachdem die Betreiberin zwei Punkt im Sinne der Einsprechenden behandelte. Diese betrafen die Anzahl der LKW-Fahrten sowie die Dauer des Betriebs des Zwischenlagers auf dem Hiag-Areal. Der Mietvertrag ist auf 3 Jahre abgeschlossen, wobei aus Sicht der Betreiberin eine Verlängerung statthaft wäre, wenn die Firma Vigier das definitive Projekt (Cleantechcenter in Luterbach) noch nicht erstellt hätte. Die Baukommission von Biberist aber hält in ihrem positiven Entscheid fest, dass die Bewilligung bis 7. Dezember 2022 gilt und nicht länger.

Nun erfolgte eine weitere Auflage (nur im Amtsblatt) zum Projekt. Aufgelegt wurden der Umweltverträglichkeitsbericht, der Bericht des Amts für Umwelt sowie die Baubewilligung der Biberister Baukommission.

Bis 44 Lastwagenfahrten täglich

Das Annahmezentrum Erden soll nach dem Konzept des heutigen Zwischenlagers und den Auflagen der aktuellen Betriebsbewilligung betrieben werden. Zirka 80'000 Tonnen Abfälle jährlich sollen verarbeiten können. Rund die Hälfte der Abfälle wird mit der Bahn herangeführt, der Rest mit Lastwagen. Die Transporte ins Zementwerk erfolgen ausschliesslich mit Lastwagen. Bei voller Auslastung wird mit 44 Lastwagenfahrten täglich gerechnet.

Der nötig gewordene Umweltverträglichkeitsbericht fasst zusammen, dass die Umweltauswirkungen allgemein gering sein, da der Standort der Anlage bereits vorgängig als Betriebsareal genutzt worden ist. Einzig die Maschinen und Geräte in den Hallen sowie der Transportverkehr belasten die Umwelt. Im Fall von Lärmbeschwerden durch Anwohner soll eine Messung durchgeführt werden. Können die Planwerte nicht eingehalten werden, sind Massnahmen zu ergreifen.

Das kantonale Amt für Umwelt wiederum schreibt, dass der Umweltverträglichkeitsbericht korrekt erstellt worden sei. Das Projekt könne in Übereinstimmung mit den geltenden Umweltschutzgesetzen realisiert werden. Und die Bauverwaltung von Biberist bestätigt, dass die gesetzlichen Grundlagen lückenlos vorhanden und nachvollziehbar seien. Innerhalb der Frist ist zur Auflage keine Einsprache gemacht worden.