Oberdorf

Entscheidung nach knappem Resultat vertagt — Gemeinde wartet weiter auf neuen Präsidenten

Marc Spirig und Ueli Kölliker wollen beide Gemeindepräsident werden.

Marc Spirig und Ueli Kölliker wollen beide Gemeindepräsident werden.

Oberdorf muss sich weiter auf einen neuen Gemeindepräsidenten gedulden. Es braucht einen zweiten Wahlgang.

«Sie rufen wegen der unglaublichen Patt-Situation an», sagt Ueli Kölliker, kurz nachdem die Gemeinde das Wahlresultat publik gemacht hat, das beide potenziellen künftigen Gemeindepräsidenten von Oberdorf in Erstaunen versetzt hat. Wie wohl das gesamte Dorf. Denn anstatt einen Gewinner und Verlierer und damit einen neuen Gemeindepräsidenten, gibt es nach der Wahl nur zwei Beinahe-Gewinner.

Amtsgerichtspräsident Ueli Kölliker verpasste die Wahl zum Gemeindepräsidenten von Oberdorf um 10 Stimmen, Architekt Marc Spirig fehlten gar nur 5 Stimmen, um das absolute Mehr von 480 Stimmen zu erreichen. Dass dieses Szenario überhaupt eintreten konnte, lag daran, dass von den 960 Stimmenden 14 einen leeren Wahlzettel abgaben. Ein Wahlzettel war ungültig.

Beide Kandidaten treten zum zweiten Wahlgang an

«Ich habe mit einem engen Ausgang gerechnet», sagt FDP-Mitglied Marc Spirig, «aber nicht damit, dass es so extrem eng wird.» Er selber, wie auch sein Kontrahent seien bekannt im Dorf, sie beide würden sich schon seit langem für das Dorf engagieren und dementsprechend hätten beide viele Unterstützer, erklärt sich Marc Spirig das knappe Resultat. «Klar wäre ich gerne im ersten Wahlgang gewählt worden, aber jetzt gehe ich halt voller Energie in den zweiten.» Bei diesem sei die Mobilisierung noch viel wichtiger, ist Spirig überzeugt, der bezweifelt, ob die hohe Stimmbeteiligung wiederholt werden kann. Diese lag am Sonntag bei 71,2 Prozent.

Selbstverständlich würden ihn die zehn fehlenden Stimmen ärgern, sagt Ueli Kölliker, «doch das Positive überwiegt. Ich bin über den Ausgang positiv überrascht.» Denn angesichts dessen, dass die beiden grossen Parteien im Dorf, die FDP und die CVP, beide Marc Spirig unterstützten, hat sich Kölliker ein Drittel der Stimmen als Mindestziel gesetzt. Dass sich jetzt die Hälfte für ihn ausgesprochen hat, ist für Kölliker das Zeichen, dass seine geradlinige und seriöse Politik gut ankommt.

Er werde jetzt nochmals alles geben. «Ich und mein Umfeld werden sicher nicht auf halbem Weg stehen bleiben.» Ueli Kölliker ist Mitglied der SP, er bezeichnet das «Forum Oberdorf» aber als seine wirkliche politische Heimat. Bis zum zweiten Wahlgang bleiben den beiden Kandidaten noch rund zwei Monate Zeit, um die Oberdörferinnen und Oberdörfer von sich zu überzeugen. Der Termin steht gemäss der Gemeinde bereits fest. Die Entscheidung folgt am Sonntag, 29. November.

Patrick Schlatter bleibt nun länger Gemeindepräsident

Bis dahin bleibt Patrick Schlatter der Gemeindepräsident von Oberdorf, dessen Amtszeit nun bereits zum zweiten Mal nicht ganz freiwillig verlängert wird. Eigentlich hätte Schlatter bereits Ende Juni das Gemeindepräsidium nach 15 Jahren abgeben wollen.

Doch dann wurde die Wahl seines Nachfolgers wegen der Coronakrise verschoben. Und mit dem Wahlausgang wird das Amt nun zwei weitere Monate innehaben. Damit wird Patrick Schlatter auch die kommende Gemeindeversammlung vom 19. Oktober leiten. Wohl dann tatsächlich zum letzten Mal.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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