Soll das Schützenhaus saniert oder rückgebaut werden? In der Eintretensdebatte wurde schnell klar, dass das folgenschwere Geschäft für die Mehrheit des Gemeinderates noch nicht reif zum Entscheid ist. Wird das Schützenhaus rückgebaut – bei geschätzten Kosten von 100'000 Franken – muss sich Selzach bei anderen Gemeinden einkaufen, um seinen Schützen weiterhin das Schiessen des «Obligatorischen» zu ermöglichen. Die Kosten dafür wurden zu wenig genau abgeklärt, was im Rat nicht goutiert wurde.

Dass es überhaupt zu einem Rückbau des Schützenhauses kommen könnte, hat mit der verfahrenen Situation der Schützen in Selzach zu tun. Zur Nutzung des Schützenhauses können sich die beiden Vereine Sportschützen Selzach-Altreu und die vor mehreren Jahren abgespaltenen Sportschützen Leberberg nach wie vor nicht einigen. Da halfen auch die Vermittlungsdienste des Gemeinderates durch Vizegemeindepräsident Thomas Studer und Gemeinderat Peter Bichsel nichts.

Parallel zu den Vermittlungsversuchen hat die Bauverwaltung ihren Auftrag ausgeführt, den notwendigen Investitions- und Unterhaltsbedarf zu beziffern. Zwar darf im Schützenhaus weiter geschossen werden, aber der bauliche Zustand ist schlecht und es müssten in Zukunft zwischen 340 000 (Sanierung Aussenhülle) und 490'000 Franken (Ganzjahresbetrieb) investiert werden, damit der Schiessbetrieb für die nächsten 15 bis 20 Jahre aufrechterhalten werden könnte.

Entgelt für auswärts schiessen

Die Vermittler und Gemeindepräsidentin Silvia Spycher verständigten sich auf zwei Varianten. Entweder Sanierung, aber erst wenn sich die beiden Schützenvereine auf ein Reglement einigen und die Anlage (300 Meter und 10 Meter im Keller) gemeinsam nutzen. Oder das Schützenhaus auf der Rüttenen wird abgerissen. Dann soll das «Obligatorische» andernorts mittels Leistungsvereinbarung gewährleistet werden. Und solange die Sportschützen Selzach-Altreu die 10-Meter-Anlage im Keller nutzen können, was aus ihrer Sicht nicht gemeinsam mit den Sportschützen Leberberg möglich ist, würde die Gemeinde letzteren den Schiessbetrieb auf einer 10-Meter-Anlage auswärts entgelten.

Nun, der Entscheid ist vertagt. Der Gemeinderat will entgegen der Meinung der Gemeindepräsidentin, – «wir könnten abstimmen und die genauen Kosten später eruieren», – genauere Zahlen über die Kosten.