Die Broschüre beschreibt in 12 Seiten in aller Kürze die Institutionen und Angebote, die es gibt und listet deren Adressen, Telefonnummern und Internetadressen auf. Die Broschüre ist eines der Resultate, die aus dem vor zehn Jahren im Auftrag der Jakob Urben-Stiftung erarbeiteten Altersleitbild Wasseramt entstanden sind. Die Entlastung von pflegenden Angehörigen war eines der zentralen Themen, das darin aufgegriffen wurde. Und ebenso wurde erkannt, dass hier Handlungsbedarf vorhanden ist.

Spontane Entscheidung

Erst 2016 wurde das Thema dann aber von der Berner Fachhochschule detailliert untersucht. «Für diese Studie wurden Angehörige, Kirchgemeinden, Spitexorganisationen, Pro Senectute, Sozialämter und weitere involvierte Kreise befragt», erklärt Daniel Preisig. Er war lange Jahre Hausarzt und ist Stiftungsrat der Jakob Urben-Stiftung. Preisig wollte die Resultate der Studie öffentlich machen und nahm Kontakt auf mit der Gemeindepräsidentenkonferenz Wasseramt.

Nach der Präsentation an einer Konferenz beschlossen die Gemeindepräsidenten spontan, dass es sinnvoll wäre, eine Broschüre zum Thema zu erstellen. Immerhin gehört der Bereich «Alter» in die Kompetenz der Gemeinden. Ebenso spontan wurde eine Arbeitsgruppe mit Hardy Jäggi (Recherswil), Martin Rüfenacht (Horriwil) und Markus Sieber (Lohn-Ammanns-
egg) zusammengestellt.

«Wir haben schnell gemerkt, dass es in diesem Bereich sehr viele Leistungserbringer gibt, dass diese aber kaum vernetzt sind», erklärt Hardy Jäggi. Man habe die Institutionen und Organisationen deshalb drei Mal an einen Workshop eingeladen. «Diese Arbeit war wirklich spannend, und es war sehr erfreulich, dass tatsächlich alle mitgemacht haben», so Jäggi. Am Schluss hatten Jäggi, Rüfenacht und Sieber eine grosse Menge an Daten vor sich. Sicher war da schon eines: «Wir wollten nicht, dass ein weiteres Angebot geschaffen wird. Wir beschlossen deshalb, die bestehenden Institutionen und Organisationen sicht- und fassbar zu machen», erklärt Markus Sieber. In der Broschüre würden die Angebote und Institutionen deshalb auch nicht gewertet.

Treffpunkt schaffen

«Wir haben damit begonnen, alles aufs Lokale herunterzubrechen und versuchten die einzelnen Player mit möglichst wenig Text vorzustellen.» Die Broschüre wurde aber grösser und umfangreicher als ursprünglich geplant. «Wir sind überzeugt, dass das eine gute Sache ist.» 10 000 Broschüren wurden gedruckt. Diese werden in den Gemeindeverwaltungen aufgelegt und auch auf den Internetseiten aufgeschaltet. Weitere Adressaten seien sicher Arztpraxen und die Spitexorganisationen. Daniel Preisig freut sich über das Resultat. «Die Arbeit innerhalb der Gruppe war sehr spannend.»

Unabhängig von der Broschüre wird die Spitex Wasseramt, deren Präsident Hardy Jäggi ist, im nächsten Jahr einen ersten Anlass für pflegende Angehörige organisieren. «Es soll eine Art Treffpunkt sein, wie es ihn beispielsweise auch für Angehörige von Alzheimerkranken gibt», erklärt Jäggi. Immerhin, besagt eine Studie aus dem Jahr 2013, gibt es in der Schweiz 1,9 Mio. pflegende Angehörige, davon sind 330 000 berufstätig, und sie leisten 64 Mio. Arbeitsstunden, die umgerechnet rund 3,5 Mrd. Franken einsparen.